Am 10. Spieltag der EuroLeague durften alle drei türkischen Vertreter zuhause in Istanbul ran. Gewinnbringend nutzen konnte den Heimvorteil allerdings nur Fenerbahçe, das sich standesgemäß mit 84:65 gegen Schlusslicht Baskonia Vitoria-Gasteiz durchsetzte. Beşiktaş hingegen fand gegen Žalgiris Kaunas zu spät seinen Rhythmus in der Offensive, während Anadolu Efes das Spiel gegen Paris Basketball im letzten Viertel aus der Hand gab.
So hatten sich die (sportartenübergreifenden) Fans von Fenerbahçe die Europapokal-Woche vorgestellt: Erst schlugen die Fußballer am Mittwoch in der Champions League trotz zweifachen Rückstands mit 3:2 gegen Liverpool, bevor die Basketball-Abteilung der "Kanarienvögel" einen Tag später ihre Pflichtaufgabe in der EuroLeague erfüllte. Gegen Baskonia Vitoria-Gasteiz brauchte es aus Sicht der Gelb-Marineblauen keine Glanzleistung, um den Tabellenletzten souverän mit 84:65 zurück ins Baskenland zu schicken. Den Grundstein für den siebten Sieg im zehnten Spiel legte die Mannschaft von Head Coach Šarūnas Jasikevičius bereits im ersten Viertel, als sie mit 33:18 über die Spanier hinwegfegte. So war es auch ohne Weiteres zu verschmerzen, dass dem türkischen Meister im dritten Spielabschnitt nur elf Zähler gelangen. Sein Debüt für Fenerbahçe feierte dabei Ex-NBA-Spieler Dwight Powell, der sich direkt gut einfügte und in nur 13 Minuten Einsatzzeit drei Punkte, starke sieben Rebounds, zwei Assists und einen Block auflegte.
"Very good last 24h for the club, two European wins. Hopefully with the football we keep going like this"
Saras Jasikevicius 🗣️
What a time to be a @FBBasketbol & @Fenerbahce fan! 🟡🔵 https://t.co/y91OczMhMJ
— EuroLeague (@EuroLeague) November 5, 2026
Beşiktaş findet Wurfglück zu spät
Während der Korb für Fenerbahçe nur zwischendurch und ohne Folgen wie vernagelt schien, brauchte Beşiktaş drei Viertel, um gegen Žalgiris Kaunas in der Offensive wirklich ins Spiel zu finden. Die Hypothek aus den ersten drei Spielabschnitten war dann allerdings schon zu hoch, sodass auch ordentliche 23 Punkte in den letzten zehn Minuten die 67:83-Heimniederlage gegen die Litauer nicht verhindern konnten. Ein spektakuläres Comeback wie am vorherigen Spieltag gegen Bologna blieb diesmal aus – auch, weil die "Schwarzen Adler" kaum Gefahr von der Dreierlinie ausstrahlten (6/23 – 26,1 Prozent Trefferquote) und die Leistungsträger Scottie Wilbekin (null Punkte, 0/5 getroffene Wurfversuche) sowie der zuletzt überragende Lonnie Walker IV (sieben Punkte, drei Rebounds) kaum Impulse lieferten. Mit bislang vier Siegen und sechs Niederlagen kann der EuroLeague-Rückkehrer insgesamt dennoch zufrieden sein. Auf die gleiche Zwischenbilanz kommt derzeit auch Anadolu Efes. Allerdings hatte man sich dort nach einer katastrophalen Vorsaison mehr erhofft und sucht noch vergeblich nach Beständigkeit. Die Klasse der Mannschaft von Pablo Laso blitzt zwar immer wieder auf, doch wie beim 90:95 zuhause gegen Paris Basketball am Donnerstag erlaubt sich der finanzstarke Klub vor allem in der Defensive noch zu viele Schwächephasen. Gegen die Franzosen schenkte Efes einen absolut im Bereich des Möglichen liegenden Sieg aufgrund des 20:29-Schlussviertels noch ab. Immerhin überzeugte Cameron Payne einmal mehr (33 Punkte, sieben Assists, sieben getroffene Dreier).
Foto: X / Fenerbahçe Tarfin Erkek Basketbol

