103:101! Beşiktaş krönt Wahnsinns-Aufholjagd in Bologna mit Buzzer Beater

Mit einem irren Comeback in Bologna, veredelt durch einen Dreier zum Sieg von Conor Morgan Sekundenbruchteile vor der Schlusssirene, brachte Beşiktaş zum Abschluss des Doppelspieltages die ganze EuroLeague zum Staunen. Außerdem bezwang Anadolu Efes ein merkwürdig pomadig auftretendes Panathinaikos Athen, während die Woche für Fenerbahçe überschaubar verlief.

Als Virtus Bologna am Freitagabend dank eines Dreiers von Ex-Rostocker Derrick Alston Jr. 3:47 Minuten vor Spielende mit 97:84 gegen Beşiktaş in Führung ging, schien die Messe gelesen. Doch was dann folgte, ist selbst in der stets so mitreißenden EuroLeague eine Seltenheit: Die "Schwarzen Adler" wuchsen in den Schlussminuten über sich hinaus, kämpften sich Punkt für Punkt zurück, bis sich Conor Morgan beim nur noch hauchzarten Rückstand von 100:101 den Rebound nach einem vergebenen Distanzwurf von Bolognas Point Guard Marcus Carr sicherte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte Morgan noch nicht, dass er rund eine halbe Minute später zum Matchwinner avancieren sollte. Den darauf folgenden letzten Angriff der Partie spielte BJK nahe an der Perfektion aus, indem der Ball über Scottie Wilbekin und David DeJulius beim in der rechten Ecke lauernden Morgan landete. Der Kanadier drückte sofort ab und traf den Dreier zum in dieser Art und Weise schier unglaublichen 103:101-Auswärtssieg. Mit den restlichen 0,1 Sekunden, die auf der Gameclock verblieben, konnten die Italiener nichts mehr anfangen, sodass die Schwarz-Weißen den vierten Sieg im neunten EuroLeague-Spiel dieser Saison einfuhren. Riesigen Anteil am fulminanten Beşiktaş-Comeback hatte der nachverpflichtete Lonnie Walker IV mit 30 Punkten (darunter 7/11 Dreier), fünf Assists, vier Rebounds und keinem einzigen Ballverlust. Mit seinem herausragenden Auftritt wurde der ehemalige NBA-Profi im Nachgang zum offiziellen MVP des 9. Spieltages gekürt.

Fenerbahçe verliert doppelt in Spanien

Die zwei Tage zuvor erlittene 73:81-Heimniederlage gegen Titelverteidiger Olympiakos Piräus war im Lager der "Schwarzen Adler" durch den Erfolg in Norditalien schnell vergessen. Getrübter ist die Stimmung bei Fenerbahçe, wo man mit einer 6:3-Zwischenbilanz zwar besser dasteht als der Stadtrivale, aber bei beiden Aufgaben im Rahmen des Doppelspieltages jeweils den Kürzeren zog. Die Gelb-Marineblauen mussten zweimal in Spanien ran, wo sie am Dienstag mit 78:86 bei Valencia Basket unterlagen. Am Donnerstag gastierte der türkische Meister beim extrem formstarken Real Madrid, was in der ersten Halbzeit noch nach einer ausgeglichenen Begegnung aussah. Im zweiten Durchgang zogen die "Königlichen" die Zügel jedoch merklich an und wiesen die "Kanarienvögel" am Ende mit einem deutlichen 95:76 in die Schranken. Derweil fuhr Anadolu Efes einen Sieg des Willens gegen Topteam Panathinaikos Athen ein. Nachdem man mit einer desaströsen Defensiv-Leistung beim 88:118 gegen Hapoel Tel Aviv in den Doppelspieltag gestartet war, zeigte das Team von Head Coach Pablo Laso gegen die teils äußerst fahrig und lustlos agierenden Griechen ein völlig anderes Gesicht und ließ nur 68 Punkte zu. Im Angriff konnte man immerhin ordentliche 83 Zähler erzielen, was dem zweifachen EuroLeague-Champion den vierten Erfolg im neunten Spiel ermöglichte.

Foto: X / Beşiktaş Basketbol