Am Sonntagabend war Beşiktaş in der Süper Lig bei Amed SFK zu Gast. In einer wilden Partie setzten sich am Ende die Gastgeber verdient mit 3:2 durch. Mann des Tages war dabei die Hoffenheim-Leihgabe Gift Orban, die ein Tor selbst erzielte und einen weiteren Treffer vorbereitete. Bei den Gästen wiederum erwischte Schlussmann Alexander Nübel einen bitteren Tag, da er sowohl beim 0:1 als auch beim 1:3 nicht frei von Schuld war.
Im Gegensatz zum 4:1-Heimerfolg in der Europa League gegen Olympique Marseille unter der Woche gab es bei Beşiktaş an diesem Abend drei personelle Wechsel, wonach Rıdvan Yılmaz, Tiago Djaló und Ernest Poku Kassoum Ouattara, Emirhan Topçu und Václav Černý ersetzten. Bei Amedspor wiederum, das zuletzt in der Süper Lig hatte Başakşehir mit 5:0 vom Platz fegen können, sah Cheftrainer Besnik Hasi keinen Grund für eine personelle Änderung und lief die exakt gleiche Startelf antreten.
Für beide Teams Tabellenführung möglich
Aufgrund der 0:4-Niederlage Galatasarays bei Trabzonspor am Vorabend, hatten sowohl Beşiktaş als auch Amedspor die Gelegenheit, durch einen Sieg an die Tabellenspitze zu springen. Durch einen Erfolg in der Fremde hätte BJK sogar die Gelegenheit, zwei Punkte Vorsprung auf Galatasaray zu gewinnen und gleichzeitig den Abstand auf Amedspor auf ganze fünf Punkte zu erhöhen, doch im Hexenkessel von Diyarbakır war dies alles andere als ein Selbstläufer.
Gift Orban lässt Alexander Nübel alt aussehen
Die Gastgeber machten von Beginn an klar, dass man jeden einzelnen Punkt mit Mann und Maus verteidigen würde und dabei gleichzeitig einen mutigen, vertikalen Ansatz wählen. Die Beşiktaş-Spieler waren von der aggressiven und körperlich robusten Herangehensweise der Aufsteiger überrascht und verloren oftmals schon früh den Ball. Ebendies geschah auch Salih Özcan in der 13. Spielminute, als er in der eigenen Spielhälfte zwar hart, aber nicht strafwürdig angegangen wurde und sich Gift Orban den Ball schnappte und aus über 25 Metern Torentfernung einfach mal eine Fackel zündete. Das Leder flatterte stark, sodass der überrumpelte Alexander Nübel daneben griff und der Ball letztlich im Netz einschlug. Zwar war es ein harter Schuss mit einer fiesen Flugbahn, doch den muss der deutsche Nationalspieler eigentlich haben.
Amedspor erhöht erneut per Weitschuss auf 2:0
Nach der Amed-Führung versuchte Beşiktaş, etwas den Druck zu erhöhen und rückte weiter auf. Dies kam den Gastgebern absolut gelegen, die sich nun mit langen Pässen hinter die Kette mehrere Kontersituationen erarbeitete. Gepaart mit der spürbaren Verunsicherung der "Schwarzen Adler" trug das zum nur noch größer werdenden Momentum des Aufsteigers bei. Nach einem weiteren langen Diagonalpass hinter die Abwehr war es dann BJK-Linksverteidiger Rıdvan Yılmaz, der wegrutschte und den Ball nicht kontrolliert bekam. So erarbeitete sich wieder Gift Orban die Kugel, der wiederum auf Dia Saba ablegte, der ebenfalls aus der Distanz einfach mal abzog. Der platzierte Aufsetzer schlug direkt neben dem rechten Pfosten im Netz ein. Diesmal war Alexander Nübel ohne Abwehrchance.
Alexander Nübel verhindert das 0:3 zur Pause
Im Zuge der Zwei-Tore-Führung blieb Amedspor zwar weiterhin giftig, ging aber nicht mehr so sehr ins Risiko, sondern ließ den Gegner mehr Räume. Hierdurch gewann Beşiktaş wieder etwas mehr Spielkontrolle, ohne jedoch die Sterne vom Himmel zu spielen. Vorne kam der letzte Pass oftmals nicht an, oder man vertändelte unnötig das Spielgerät, sodass Amed SFK wieder kontern konnte. In der 41. und 43. Spielminute musste Alexander Nübel jeweils in höchster Not eingreifen, um nicht auch noch das dritte Gegentor zu kassieren. Dementsprechend ging es mit einer 2:0-Führung der Hausherren in die Halbzeitpause.
Anschlusstreffer wird postwendend egalisiert
Beşiktaş kam mit spürbar Wut im Bauch aus der Kabine und spielte nun aggressiver und konsequenter nach vorne. Dieser neue Funken wurde auch belohnt, als der inzwischen eingewechselte Fabio Miretti in der 55. Spielminute mit seinem starken Steckpass im gegnerischen Strafraum Orkun Kökçü fand, dessen Abschluss zwar gehalten, aber nicht kontrolliert werden konnte, sodass Dušan Vlahović zum 1:2 abstaubte. Gerade als man den Eindruck gewinnen konnte, dass die Partie jetzt kippen könnte, brachte Alexander Nübel kaum vier Minuten später mit einem zu kurzen Pass auf den unaufmerksamen Salih Özcan sein Team wieder in Bedrängnis, was Furkan Soyalp ausnutzte, Özcan den Ball stibitzte und lässig zum 3:1 aus Sicht der Gastgeber einchippte.
Amedspor in der Schlussphase in Unterzahl
Der erneute Rückschlag hinterließ bei BJK spürbar Spuren, doch gaben die Schwarz-Weißen sich nicht auf und versuchten weiterhin, nach vorne zu spielen. Hierdurch war man hinten allerdings sehr offen, wodurch man Amedspor immer wieder zu Kontern einlud. Eigentlich hätten die die Grün-Roten zu diesem Zeitpunkt bereits mit vier Toren führen, aber entweder war man im Abschluss zu ungenau, oder man scheiterte an Alexander Nübel. So hielt man Beşiktaş im Spiel und als Amadou Cissé in der 84. Spielminute nach einem Foulspiel an Hyeon-gyu Oh die Ampelkarte sah, keimte bei den Gästen wieder etwas Hoffnung auf.
Strafstoß in der Nachspielzeit reicht nicht mehr für den Ausgleich
Trotz der Überzahl gelang es Beşiktaş nur selten, vorne für Gefahr zu sorgen und die Gastgeber wiederum verteidigten leidenschaftlich. In der Nachspielzeit bekamen die "Schwarzen Adler" dann aber nach VAR-Überprüfung einen Strafstoß zugesprochen, den Orkun Kökçü sicher zum 2:3-Anschlusstreffer verwandelte. Für den Ausgleich blieb allerdings nicht mehr genug Zeit, sodass es bei diesem Ergebnis blieb. Der 16-malige türkische Meister verpasste damit den Sprung an die Tabellenspitze, der stattdessen dem Gastgeber. Als nächstes ist BJK nach der Länderspielpause am 11. Oktober in der Süper Lig zuhause gegen Kocaelispor gefordert, während Amedspor ein Tag vorher auswärts bei Gençlerbirliği ran muss.
Maç bitti.
Amed Sportif Faaliyetler 3-2 Beşiktaş pic.twitter.com/c6Q5VTGxO8
— Beşiktaş JK (@Besiktas) September 20, 2026
