Bald wird in der EuroLeague wieder um jeden Punkt gekämpft. Mit Fenerbahçe, Anadolu Efes und Beşiktaş sind in der am 24. September beginnenden neuen Spielzeit drei türkische Klubs im besten Basketball-Wettbewerb des Kontinents vertreten. Vor dem Saisonstart hat das LIGABlatt alle 20 Teilnehmer für euch unter die Lupe genommen. Im dritten und letzten Teil unseres Power Rankings beleuchten wir die Plätze eins bis sieben – darunter auch Fenerbahçe.
Platz 7: Hapoel Tel Aviv (Israel)
Wie Stadtrivale Maccabi muss auch Hapoel Tel Aviv seine Heimspiele wegen der Sicherheitslage im Nahen Osten bis auf Weiteres auf neutralem Terrain austragen. Im Falle des EuroLeague-Newcomers der Vorsaison wird währenddessen auf die Arena 8888 in der bulgarischen Hauptstadt Sofia ausgewichen. Ein ohnehin hochklassiger Kader um Topverdiener Vasilije Micić und Allzweckwaffe Elijah Bryant, der zuletzt bereits für die direkte Play-off-Qualifikation reichte, wurde nochmals mit viel Qualität verstärkt. So sicherten sich die Israelis unter anderem die Dienste des großgewachsenen Guards Tomáš Satoranský (FC Barcelona) sowie von Stretch-Big-Man Zach LeDay. Dass Hapoel hier "nur" auf dem siebten Rang eingeordnet wird, liegt einzig und alleine an der mutmaßlich noch stärkeren Konkurrenz. Prinzipiell ist der Mannschaft von Star-Trainer Dimitris Itoudis ein Platz in der Top Five ohne Weiteres zuzutrauen, sofern das bisherige Teamgefüge und die Rollenverteilung durch die vielen Neuzugänge mit Anspruch auf Einsatzminuten nicht durcheinander geraten.
Platz 6: Real Madrid (Spanien)
Neben Olympiakos, Fenerbahçe und Dubai Basketball nimmt Real Madrid an diesem Wochenende an der erstmaligen Austragung des "EuroLeague SuperCup" in Abu Dhabi teil. Eine relevante Rolle bei der Titelvergabe wollen die "Königlichen" auch in der neuen EuroLeague-Saison spielen. Als amtierender Vize-Champion gehören die Spanier automatisch zum erweiterten Kreis der Favoriten, ohne im Sommer für echte Transferkracher gesorgt zu haben. Nichtsdestotrotz konnte man in Person von Timothé Luwawu-Cabarrot einen sehr soliden Profi verpflichten, der im Trikot von Baskonia die erste Option in der Offensive darstellte. Bei "Los Blancos" wird sich der Franzose aber wohl mit einer kleineren Rolle begnügen müssen. Ein echter Coup gelang derweil auf der Trainer-Position: Pedro Martínez führte Valencia Basket zuletzt sensationell bis ins Halbfinale der EuroLeague und zum spanischen Meistertitel, bevor er sich für einen Wechsel zu Real entschied. Mit dem nur 1,81 Meter großen Spielmacher Facundo Campazzo und dem 2,20-Meter-Hünen Walter „Edy“ Tavares verfügt Madrid über ein kongeniales, wenn auch mittlerweile etwas betagtes Duo. Als neuer Go-To-Guy nach den Abgängen von Mario Hezonja und Trey Lyles (beide NBA) könnte sich Théo Maledon hervortun.
Here’s what we’ve got lined up for you today for the inagural Euroleague Basketball SuperCup 🍿
Two 𝐄𝐋𝐈𝐓𝐄 clashes… @Olympiacos_BC vs @FBBasketbol @dubaibasket vs @RMBaloncesto
Tune into it from 16:00 CEST 📺 pic.twitter.com/mBxrVGDdvT
— EuroLeague (@EuroLeague) September 18, 2026
Platz 5: Žalgiris Kaunas (Litauen)
Wer seine Freude an einer mannschaftsorientierten Spielweise auf höchstem Niveau hat, dem seien Begegnungen mit Beteiligung von Žalgiris Kaunas empfohlen. Der Klub aus Litauen, wo Basketball mit Abstand die beliebteste Sportart ist, steht für einen attraktiven Stil und begeistert damit regelmäßig seine frenetischen Fans. Doch Žalgiris lebt nicht nur von Emotionen und Leidenschaft, sondern erst recht von einem gefestigten Kollektiv, dem es zuzutrauen ist, den Abgang von Schlüsselspieler Sylvain Francisco zu Panathinaikos Athen nach Griechenland zu verkraften. Zudem ist viel individuelle Qualität vorhanden – allen voran die Neuverpflichtungen der beiden Ex-BBL-Spieler Carsen Edwards und Sterling Brown sorgten für Aufsehen. Mit Nationalheld Jonas Valančiūnas kehrte darüber hinaus ein Center der alten Schule der NBA den Rücken, um in der EuroLeague möglicherweise unter den Brettern zu dominieren. Sein extrem ausgefeiltes Spiel mit dem Rücken zum Korb wird für (fast) jeden Gegenspieler eine enorme Herausforderung in der Verteidigung sein.
Platz 4: Fenerbahçe (Türkei)
Aus der Spitzengruppe der EuroLeague ist der Bosporus-Klub schon lange nicht mehr wegzudenken. Als Champion der Saison 2024/25 wissen die Türken um ihren leidenschaftlichen litauischen Head Coach Šarūnas Jasikevičius genau, was es braucht, um am Ende den Pokal in den Händen zu halten. Die Zutaten für eine weitere erfolgreiche Saison sind bei Fenerbahçe auch 2026/27 wieder vorhanden: Zwar gab es in Istanbul einige personelle Wechsel, doch mit Wade Baldwin und Talen Horton-Tucker konnten die beiden wichtigsten Spieler gehalten werden. Außerdem blieb Nicolò Melli, der dank seiner Erfahrung und der hohen Spielintelligenz so viel Wichtiges abseits der klassischen Statistiken beiträgt, bei den "Kanarienvögeln". Was Neuzugänge angeht, hat man sich bei Fenerbahçe ohnehin aus dem obersten Regal bedient: Neben Anadolu-Efes-Ikone Shane Larkin und dem seit vielen Jahren zu den Topspielern der EuroLeague zählenden Will Clyburn verstärkte sich der türkische Meister unter anderem mit erfolgsversprechenden Rollenspielern wie Shavon Shields, Braxton Key oder Trent Forrest.
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— EuroLeague (@EuroLeague) September 15, 2026
Platz 3: Dubai Basketball (Vereinigte Arabische Emirate)
Warum ein sehr junger Klub aus Dubai an einem europäischen Wettbewerb teilnimmt – darüber darf und muss aus Fan-Sicht diskutiert werden. Weil es in unserem Power Ranking aber um sportliche Aspekte gehen soll, kann dem erst 2023 gegründeten Verein für die Entwicklung der letzten Jahre nur Respekt gezollt werden. Dank herausragender finanzieller Rahmenbedingungen bastelte sich Dubai bereits in der Vorsaison einen starken Kader, dessen Qualität vor allem in der Spitze nochmals merklich zugenommen hat. Insbesondere betrifft dies den Transfer von Toko Shengelia, der in Europa zu den schlausten Passgebern auf den großen Positionen zählt. Auch Edel-Verteidiger Thomas Walkup, zuletzt Champion mit Olympiakos, sowie Elie Okobo und Jaron Blossomgame (beide AS Monaco) können einer Partie mit ihren Fähigkeiten jederzeit ihren Stempel aufdrücken. Unter dem Korb haben Shengelia und der weiterhin für Dubai auflaufende Mfiondu Kabengele das Potential, das spektakulärste Big-Man-Duo der Liga zu bilden. Interessante Randnotiz: Ex-Würzburger Davion Mintz schaffte in diesem Sommer den eher seltenen direkten Sprung von der deutschen Basketball-Bundesliga in die EuroLeague.
Platz 2: Panathinaikos Athen (Griechenland)
Dass ein mit Superstars gespickter Kader noch lange keine Erfolgsgarantie bedeutet, musste Panathinaikos in der abgelaufenen Spielzeit schmerzlich feststellen. Das enttäuschende Viertelfinal-Aus des selbsternannten Favoriten kostete letztlich auch dem türkischen Nationalcoach Ergin Ataman den Job. Ersetzt wurde der 60-Jährige von der Trainer-Legende Željko Obradović. Die jahrzehntelange Erfahrung des Serben wird in Athen dringend gefordert sein, um die teils nicht ganz einfachen Charaktere wie Topscorer Kendrick Nunn oder die Neuzugänge Guerschon Yabusele und Sylvain Francisco bei Laune zu halten. Gelingt ihm das, wird mit den Grünen zu rechnen sein – die nächste Championship nach 2024 ist dann alles andere als unmöglich. Aus deutscher Sicht liegt ein besonderes Augenmerk auf den aus Belgrad verpflichteten Isaac Bonga, der nicht nur bei der Nationalmannschaft mit seinem Three-and-D-Profil glänzt.
Platz 1: Olympiakos Piräus (Griechenland)
Die Argumente, warum der amtierende Titelverteidiger nicht erneut als heißester Anwärter auf den europäischen Basketball-Thron in die neue Spielzeit gehen sollte, fehlen schlicht. Selbst die Abgänge von Thomas Walkup und Alec Peters können an der zu erwartenden Dominanz der Griechen nichts ändern. Schließlich stehen alle anderen Leistungsträger um MVP Sasha Vezenkov, den wohl besten Spieler der EuroLeague, und beispielsweise die explosiven Guards Tyler Dorsey und Evan Fournier weiterhin im Aufgebot. Der Kader des Traditionsvereins vom Athener Hafen ist bis zum letzten Kaderplatz von höchster Qualität geprägt und garantiert mehr oder weniger per se die direkte Play-off-Qualifikation. Dass mit Jean Montero (Valencia) und Codi Miller-McIntyre (Roter Stern Belgrad) auch noch zwei völlig unterschiedliche, herausragende neue Akteure die Rotation auf den kleinen Positionen erweitern, klingt beinahe schon unfair. Ohne Wenn und Aber: Der Weg zum Titel führt erneut nur über Olympiakos.
Foto: KI-generiert
