EuroLeague Power Ranking – Teil 2: Die Plätze 8 bis 14 mit Anadolu Efes

Bald wird in der EuroLeague wieder um jeden Punkt gekämpft. Mit Fenerbahçe, Anadolu Efes und Beşiktaş sind in der am 24. September beginnenden neuen Spielzeit drei türkische Klubs im besten Basketball-Wettbewerb des Kontinents vertreten. Vor dem Saisonstart hat das LIGABlatt alle 20 Teilnehmer für euch unter die Lupe genommen. Im zweiten Teil unseres Power Rankings beschäftigen wir uns mit den Plätzen acht bis 14 – darunter auch Anadolu Efes.

Platz 14: Partizan Belgrad (Serbien)

Nach einer katastrophalen Hinrunde fand der traditionsreiche Klub aus der serbischen Hauptstadt im zweiten Teil der Vorsaison immer besser in die Spur. Zwischenzeitliche Unruhen zwischen Mannschaft und Fans konnten so immerhin ausgeräumt werden und lassen auf ein erfolgreicheres Abschneiden im nächsten Anlauf hoffen. Für den großen Wurf wird es aber bei weitem nicht reichen, denn dafür besteht das Aufgebot Partizans aus zu vielen Fragezeichen. Vor allem die Besetzung unter dem Korb ist auf EuroLeague-Niveau im besten Fall durchschnittlich. Schwer zu füllende Lücken hinterlassen außerdem die Abgänge von Allrounder Sterling Brown und vom deutschen Welt- und Europameister Isaac Bonga, der im europäischen Basketball zu den besten und vielseitigsten Verteidigern zählt.

Platz 13: Maccabi Tel Aviv (Israel)

Aufgrund der Sicherheitslage im Nahen Osten tragen die beiden Vertreter aus Tel Aviv – Maccabi und Hapoel – ihre Heimspiele weiterhin auf neutralem Boden aus. Die temporäre Spielstätte von Maccabi ist währenddessen die Aleksandar-Nikolić-Halle in Belgrad. Auch wenn sich die Israelis mittlerweile an die Gegebenheiten gewöhnt haben, fällt der in der EuroLeague oft so entscheidende "echte" Heimvorteil dadurch weg. Rein sportlich betrachtet, bringt Maccabi einen soliden Kader mit, der vor allem mit der Rückkehr von Forward Bonzie Colson und dem Transfer des deutschen Nationalspielers Daniel Theis gezielt verstärkt wurde. Zudem konnten einige Leistungsträger gehalten werden, was in dieser Kombination im Normalfall für einen Platz im unteren Tabellenmittelfeld reichen dürfte. Dass an den Play-in-Plätzen zumindest geschnuppert wird, scheint denkbar.

Platz 12: FC Bayern München (Deutschland)

Die letzte Spielzeit, in der die Bayern auf nationaler Ebene titellos blieben und in der EuroLeague bei der Vergabe der Postseason-Plätze kaum eine Rolle spielten, will man in München am liebsten so schnell wie möglich vergessen machen. Den gewünschten Aufschwung anleiten soll der neue Trainer Anton Gavel. Als Spieler trug der gebürtige Slowake einst selbst das Trikot der Bayern, bevor er als Trainer große Erfolge wie die deutsche Meisterschaft mit Ulm und zuletzt den Titelgewinn im deutschen Pokal mit Bamberg feierte. An den hochwertig besetzten deutschen Spots der Münchner um Dreierspezialist Andreas Obst und Big Man Oscar da Silva hat sich mit Ausnahme der Verpflichtung von Bundesliga-Rückkehrer Johannes Thiemann wenig geändert, während die ausländischen Positionen vor allem mit Europa-erfahrenen Profis besetzt wurden. Einzig für MarJon Beauchamp, der von den Philadelphia 76ers aus der NBA kam, bedeutet der europäische Basketball Neuland.

Platz 11: Olimpia Milano (Italien)

Seit Jahren tritt Olimpia Milano mit hohen Ambitionen an, um dann im Saisonverlauf meist hinter den eigenen Erwartungen zurückzubleiben. Mit dem Ziel, diesen Kreislauf endlich zu durchbrechen, wurde in der Stadt der Mode im Sommer ein weitreichender personeller Umbruch vollzogen. So verließen unter anderem Topspieler wie Zach LeDay, Shavon Shields und Armoni Brooks den Klub. Das nötige Kleingeld ist in Mailand aber weiterhin vorhanden, worauf unter anderem die Transfers von Modellathlet Moses Wright und Scharfschütze Alec Peters hindeuten. Letzterer spielte beim amtierenden Champion Olympiakos Piräus hinter Liga-MVP Sasha Vezenkov nur die zweite Geige auf der Power-Forward-Position, verfügt aber über die Qualität, um in Norditalien eine der wichtigsten Optionen in der Offensive zu werden. Allerdings ist der 31-Jährige kein klassischer Scorer, sondern funktioniert am besten in Catch-and-Shoot-Situationen.

Platz 10: Anadolu Efes Istanbul (Türkei)

Es ist noch nicht lange her, da war Anadolu Efes das dominierende Team der EuroLeague. Doch davon war schon in der vergangenen Spielzeit nicht mehr viel zu sehen, als auch die Türken zum Klub der Enttäuschten zählten und die Runde als Vorletzter der Tabelle abschlossen. In Person von Shane Larkin hat sich in diesem Sommer nun auch das letzte prägende Gesicht der so erfolgreichen Efes-Ära innerhalb Istanbuls in Richtung Fenerbahçe verabschiedet. Der Abgang der US-amerikanischen Klub-Legende mit türkischem Pass wurde allerdings eindrucksvoll aufgefangen: Mit Mike James, dem besten Scorer der EuroLeague-Geschichte, und Matthew Strazel kamen gleich zwei sehr fähige Guards aus Monaco. Auf den großen Positionen hingegen fehlt der Mannschaft von Head Coach Pablo Laso vor allem in der Offensive die Qualität, um ein Wörtchen um die direkte Qualifikation für die Play-offs mitreden zu können.

Platz 9: Roter Stern Belgrad (Serbien)

Der zweite Klub aus Belgrad verfügt nicht nur über eine fanatische und extrem laute Fanbase, sondern auch über einen Kader, der sich sehen lassen kann. Aus dem Ensemble der Serben sticht insbesondere Power Forward Chima Moneke heraus: Der 30-Jährige ist athletisch, kann passen, gilt als enorm fleißiger Verteidiger und Rebounder und genießt darüber hinaus aufgrund seines sympathischen Auftretens auch noch ein sehr hohes Ansehen bei den Teamkollegen, aber auch bei den gegnerischen Spielern. Doch klar ist auch, dass Moneke alleine nicht reichen wird, um sich in der oberen Tabellenhälfte der EuroLeague festzusetzen. Genug andere Profis mit hoher Qualität wie Jordan Nwora und der deutsche Neuzugang David Krämer sind vorhanden, allerdings wird es nach vielen personellen Wechseln Zeit benötigen, bis der ebenfalls neue Head Coach Ibon Navarro seinen Spielstil implementieren kann.

Platz 8: Valencia Basket (Spanien)

Als sensationeller Zweiter der Hauptrunde der letzten Spielzeit schaltete Valencia Basket im Viertelfinale mit Panathinaikos Athen einen der Topfavoriten auf den Titel aus und verdiente sich nach etlichen mitreißenden Spielen die Teilnahme am Final Four. Dort war zwar im Halbfinale gegen Real Madrid Schluss, doch der spanische Meister war ohne Zweifel die positive Überraschung der Vorsaison. Das hatte allerdings seinen Preis, denn neben dem Abgang von Erfolgstrainer Pedro Martínez zu den zahlungskräftigeren "Königlichen" tut vor allem der Wechsel von Jean Montero zu Olympiakos Piräus enorm weh. Der "nur" 1,88 Meter große Wirbelwind wird kaum zu ersetzen sein, wenngleich mit dem mittlerweile längst in der EuroLeague etablierten Ex-Bonner TJ Shorts sowie mit Armoni Brooks würdige Nachfolger auf den Guard-Positionen gefunden wurden. Gelingt es Valencia, den extrem schnellen und physischen Basketball erneut aufs Parkett zu bringen, ist ein Play-in-Platz drin. Für die direkte Play-off-Qualifikation wird es trotz der späten Verpflichtung von Star-Forward Nikola Mirotić indes wohl nicht reichen.

Foto: KI-generiert