Bald wird in der EuroLeague wieder um jeden Punkt gekämpft. Mit Fenerbahçe, Anadolu Efes und Beşiktaş sind in der am 24. September beginnenden neuen Spielzeit drei türkische Klubs im besten Basketball-Wettbewerb des Kontinents vertreten. Vor dem Saisonstart hat das LIGABlatt alle 20 Teilnehmer für euch unter die Lupe genommen. Den Anfang unseres dreiteiligen Power Rankings machen die Plätze 15 bis 20 – darunter auch EuroLeague-Rückkehrer Beşiktaş.
Platz 20: Virtus Bologna (Italien)
Dass Virtus Bologna nicht zum obersten Regal der EuroLeague zählt, ist bekannt. In dieser Spielzeit könnte es für die Italiener nach einem 17. Rang in der Abschlusstabelle der Vorsaison allerdings noch bitterer werden, denn mit Carsen Edwards verließ der mit Abstand wichtigste Spieler in der Offensive den Klub in Richtung Kaunas. Weitere schmerzhafte Abgänge von bislang festen Größen wie Saliou Niang und Matt Morgan konnten personell kaum kompensiert werden. Neuzugänge aus teilweise kleineren Ligen wie der höchsten belgisch-niederländischen Spielklasse oder der deutschen BBL zeigen, dass im Norden Italiens auch finanziell verhältnismäßig kleinere Brötchen gebacken werden. Mit dem in Doppelfunktion auch als deutscher Nationaltrainer tätigen Álex Mumbrú ist immerhin auf der Trainerbank ein kleiner Coup gelungen.
Platz 19: ASVEL Lyon-Villeurbanne (Frankreich)
Es war die Geschichte des Sommers im europäischen Basketball: Zuletzt als Schlusslicht abgeschlagen, wollte man nun hoch hinaus – und hat sich dabei bei der Kalkulation der Sponsorengelder aufgrund eines auf den letzten Metern geplatzten Mega-Deals wohl ordentlich vertan. So fällt das Budget der Franzosen deutlich geringer als ursprünglich angenommen aus, was dazu führte, dass zuvor verpflichtete Top-Transfers wie Sylvain Francisco den Verein schon wieder verlassen haben. Eine Rumpftruppe müssen die ASVEL-Fans infolgedessen zwar nicht befürchten, doch ein Play-In-Platz (7 bis 10) geschweige denn ein direkter Play-off-Platz (1-6) liegt in weiter Ferne. Spannend wird sein, wie sich Ex-NBA-Superstar Tony Parker bei seiner ersten Station als Head Coach auf Profi-Niveau anstellt.
Platz 18: Paris Basketball (Frankreich)
Die Pariser spielen nicht nur einen enorm intensiven und schnellen Basketball, sondern verfügen mit Nadir Hifi auch über einen der spektakulärsten Guards der EuroLeague. Dass der französische Nationalspieler den Hauptstädtern die Treue hielt, dürfte im Umfeld für viel Freude gesorgt haben. Allerdings fehlt es dem jungen Verein in der Breite an der nötigen individuellen Klasse im Kader, weshalb sich der Blick wohl relativ schnell in Richtung Tabellenende richten dürfte. Nichtsdestotrotz sind Begegnungen mit Beteiligung von Paris Basketball aufgrund der rasanten Spielweise meist sehenswert. Bekannt ist der Klub zudem für sein modernes Markenimage.
The 20-team lineup that will compete in the 2026-27 EuroLeague season #EveryGameMatters pic.twitter.com/mq4oqkuqm8
— EuroLeague (@EuroLeague) June 26, 2026
Platz 17: Baskonia Vitoria-Gasteiz (Spanien)
Die Basken gehören seit vielen Jahren zum festen Inventar der EuroLeague und haben sich auch aufgrund ihrer erfolgreichen Vereinshistorie längst den Respekt der europäischen Basketball-Fans verdient. Im Status quo wird es für die Mannschaft von Trainer Paolo Galbiati vor allem darum gehen, möglichst lange den Anschluss an die Play-In-Plätze zu wahren, nachdem der Zug in der letzten Saison früh abgefahren war. Dafür müsste Baskonia aber nahezu eine perfekte Runde spielen und von größeren Verletzungen verschont bleiben. Während der Abschied von Anführer Timothé Luwawu-Cabarrot zu Real Madrid schwer wiegt, wurden mit Alex Len und Kenneth Faried zwei NBA-erfahrene Center mit großen Stärken im Rebounding unter Vertrag genommen.
Platz 16: FC Barcelona (Spanien)
Bis auf wenige Ausnahmen wie Topscorer Kevin Punter und Scharfschütze Darío Brizuela hat in Katalonien im Sommer ein personeller Totalumbruch stattgefunden. EuroLeague-Legenden in der Kategorie eines Will Clyburn, Toko Shengelia oder Jan Veselý, der seine Karriere beendete, wurden mit interessanten, talentierten Akteuren ersetzt, die aber nicht ansatzweise die Erfahrung des genannten Trios auf absolutem Top-Level mitbringen. Selten war der FC Barcelona vor einer neuen Saison so schwierig einzuschätzen – von einem soliden Play-In-Platz bis zum Tabellenkeller scheint für "Blaugrana" alles möglich zu sein. Vieles wird davon abhängen, wie schnell es dem neuen Trainer Aleksander Sekulić gelingt, aus den zahlreichen neu zusammengewürfelten Puzzleteilen eine funktionierende Einheit zu formen.
Platz 15: Beşiktaş (Türkei)
Erstmals seit der Spielzeit 2012/13 geht Beşiktaş dank einer Wildcard wieder in der EuroLeague an den Start. Die personelle Vorgehensweise im Vorfeld der Rückkehr auf die große Bühne scheint dabei auf einem Mix aus Kontinuität und neuen Impulsen zu basieren. Als Königstransfer könnte sich Combo-Guard Scottie Wilbekin hervortun, der vom Stadtrivalen Fenerbahçe zu den "Schwarzen Adlern" wechselte. Sollte der in den letzten Jahren verletzungsgeplagte US-Amerikaner fit bleiben, besitzt er dank seines Distanzwurfes und den Qualitäten als Passgeber die Anlagen zum Unterschiedsspieler. Auch wenn das Level der EuroLeague nochmals deutlich höher ist, hat BJK als amtierender Vize-Champion im EuroCup zuletzt eine gute Figur im Europapokal abgegeben. Jetzt gilt es unter der Leitung von Erfolgstrainer Dušan Alimpijević, eine Etage weiter oben den nächsten Schritt zu machen.
Foto: KI-generiert
