Die Türkei ist bei der Weltmeisterschaft 2026 bereits nach zwei Spielen ausgeschieden. Nach den Niederlagen gegen Australien und Paraguay hat die A Milli Takım vor dem letzten Gruppenspiel gegen die USA keine Chance mehr auf das Weiterkommen. Trotzdem denkt Vincenzo Montella nicht an einen Rücktritt. Vor der Partie gegen die USA äußerte sich der italienische Nationaltrainer deutlich zu seiner Zukunft. Montella machte klar, dass er seine Arbeit fortsetzen will und sich trotz des enttäuschenden Turnierverlaufs weiterhin motiviert fühlt.
Während Montella seine Zukunft klarstellte, bleibt die Stimmung rund um die Nationalmannschaft angespannt. Vor dem letzten Gruppenspiel gegen die USA reiste die türkische Delegation nach Los Angeles. Dort wurde die Mannschaft von türkischen Fans empfangen, allerdings nicht nur mit Unterstützung.
Fanproteste bei Ankunft in Los Angeles
Mehrere Fans machten ihrem Ärger über das frühe WM-Aus Luft. Die Kritik richtete sich dabei nicht nur gegen Montella und die Spieler, sondern auch gegen TFF-Präsident İbrahim Hacıosmanoğlu. Als Hacıosmanoğlu aus dem Mannschaftsbus stieg, war aus der Menge ein Ruf in seine Richtung zu hören. Ein Fan soll sinngemäß gerufen haben: "Präsident, komm, bedroh uns, wir sind hier." Daraufhin drehte sich Hacıosmanoğlu zu dem Fan um und reagierte mit erhobenem Finger.
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Reaktion sorgt für Kritik
Die Geste des TFF-Präsidenten sorgte anschließend in den sozialen Medien für Kritik. Viele Fans werteten die Szene als unglückliche Reaktion in einer ohnehin angespannten Lage. Nach dem frühen Aus bei der Weltmeisterschaft steht nicht nur Montella unter Beobachtung. Auch der Verband muss sich Fragen zur sportlichen Planung, zum Auftreten der Mannschaft und zum Umgang mit der Enttäuschung der Fans gefallen lassen.
Montella verweist auf seine Bilanz
Der 52-Jährige erinnerte daran, dass die Türkei in der Vergangenheit selten über mehrere große Turniere hinweg mit demselben Trainer gearbeitet habe. Montella betonte, dass er die Nationalmannschaft sowohl zur Europameisterschaft als auch zur Weltmeisterschaft geführt habe. Damit sieht sich der Italiener trotz der aktuellen Enttäuschung weiterhin als Trainer, der der Mannschaft wichtige Erfolge ermöglicht hat. Die WM-Rückkehr nach 24 Jahren war für die Türkei ein bedeutender Schritt, auch wenn das Turnier sportlich deutlich hinter den Erwartungen blieb. Der Nationaltrainer beschrieb sich als Profi, der in den vergangenen Jahren viel Herzblut in seine Arbeit gelegt habe. Er habe seine Zeit mit Leidenschaft der türkischen Nationalmannschaft gewidmet und wolle diesen Weg weitergehen.
USA-Spiel als Abschluss einer enttäuschenden WM
Sportlich steht für die Türkei noch das letzte Gruppenspiel gegen die USA an. Nach dem Aus geht es für die A Milli Takım vor allem darum, sich mit Anstand aus dem Turnier zu verabschieden. Der Druck rund um Montella und den TFF dürfte unabhängig vom Ergebnis groß bleiben. Die WM-Rückkehr nach 24 Jahren endete deutlich früher als erhofft. Montella selbst hat seine Position aber klar gemacht: Ein freiwilliger Rücktritt ist für ihn keine Option.
Foto: Jamie Squire/Getty Images
