In Lille gelingt Galatasaray ein Befreiungsschlag, doch nicht nur das. Die Art und Weise, wie der wichtige erste Sieg in dieser Champions-League-Saison gelang, dürfte bei den "Löwen" obendrein neue Kräfte freisetzen. Top-Stürmer Osimhen ließ am vorhandenen Selbstvertrauen zumindest keine Zweifel aufkommen.
Nach zwei Niederlagen zum Auftakt in die Champions-League-Spielzeit wurde Galatasaray bereits das schnelle Ausscheiden prophezeit, die Auswärtspartie in Lille schon zum Endspiel erklärt. "Manchmal läuft es eben nicht so, wie man es sich wünscht. Von außen wirken wir dann vielleicht angespannt, aber das ist keine wirkliche Anspannung", gab Victor Osimhen am Mittwochabend Einblick in die Gefühlswelt der Mannschaft in den vergangenen Tagen. Im Pierre-Mauroy-Stadion zeigten er und seine Mitspieler eine bemerkenswerte Reaktion. Nach zwischenzeitlichem Rückstand drehte der türkische Meister die Partie, gewann am Ende verdient mit 4:2. "Niemand muss mir beibringen, wie man mit dem Ball spielt oder Tore schießt, denn ich bin einer der besten Stürmer der Welt. Ich mache mir darüber keine Gedanken", erklärte der Stürmer, der zum Endstand traf, anschließend mit einem Augenzwinkern in Richtung seiner Kritiker.
Aleksey Batrakov ve Stade Pierre Mauroy’u Ali Sami Yen’e çeviren muhteşem Galatasaray taraftarı! 💛❤️ https://t.co/mfafKFWPtu
— Galatasaray SK (@GalatasaraySK) October 21, 2026
Osimhens Aussage mag im ersten Augenblick arrogant wirken, bestätigt aber nur das nach wie vor vorhandene Selbstbewusstsein der "Löwen". Von Formschwankungen, gar keine Krise, will bei den Gelb-Roten nichts wissen, es kann halt nur nicht immer nach den Vorstellungen vieler Fans und Medien spektakulär und erfolgreich verlaufen. Nach Niederlagen und Arbeitssiegen war der Sieg in Lille – übrigens der erste Sieg eines türkischen Teams in der nordfranzösischen Stadt überhaupt – nun aber zweifelsohne ein Ausrufezeichen. "Lille ist in der französischen Ligue 1 sehr gut in Form, sie sind punktgleich mit Paris Saint-Germain und wir sind heute die Sieger. Dieser Sieg hat gezeigt, dass wir in der Champions League mithalten können", betonte deshalb auch Trainer Okan Buruk.
"Er ist fußballverrückt" – Batrakov wird immer wichtiger
Die 1:4-Niederlage gegen Ausnahmegegner Barcelona darf als Maßstab kaum herangezogen werden, sehr wohl aber das 1:3 gegen Sporting Lissabon. Im Vergleich zur Auftaktniederlage in Portugal vor fünf Wochen zeigt sich das Löwen-Team inzwischen deutlich routinierter, Automatismen sind zu erkennen, die Defensive bleibt zwar anfällig, in der Offensive greift aber wieder ein Rädchen ins andere. Was auch an Spielmacher Batrakov liegt, der sich immer besser ans Gala-Spiel gewöhnt. "Er ist fußballverrückt, erfolgshungrig und die Champions League begeistert ihn. Er will unbedingt erfolgreich sein. Er unterstützt die Mannschaft mit vollem Einsatz und gibt immer 100 Prozent", lobte Buruk seinen Sommer-Neuzugang zurecht. Gegen Lille traf der Russe zum so wichtigen 2:2 kurz vor der Halbzeitpause.
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