Am Samstagabend empfing Fenerbahçe in der Süper Lig Alanyaspor. In einer recht einseitigen Partie setzte sich der Gastgeber am Ende verdientermaßen deutlich mit 3:0 durch. Mann des Abends war dabei Kerem Aktürkoğlu, der nach Einwechslung zunächst das 2:0 selbst erzielte und das 3:0 durch Vedat Muriqi vorbereitete.
Gegenüber dem 0:6-Desaster gegen Aston Villa in der Champions League unter der Woche nahm Fenerbahçe-Coach İsmail Kartal drei Änderungen in der Startelf vor, wonach Levent Mercan, N’Golo Kanté und Romelu Lukaku den Vorzug vor Archie Brown, İsmail Yüksek und Vedat Muriqi bekamen. Bei Alanyaspor wiederum, das zuletzt daheim in der Süper Lig 0:0 gegen Erzurumspor spielte, gab es nur eine Änderun, wonach Arda Usluoğlu im Sturmzentrum Iván Cédric ersetzte.
Mason Greenwood scheitert kläglich vom Punkt
Nach der bitteren Blamage von Birmingham war bei Fenerbahçe, das auf den verletzten Marco Asensio verzichten musste, Wiedergutmachung angesagt und tatsächlich wirkten die Spieler des 19-maligen türkischen Meisters von Beginn an hochmotiviert, wenngleich auch hier und da etwas überdreht. So war man zwar vom Start weg die deutlich überlegene Mannschaft, das Passspiel wirkte aber etwas fahrig und im Abschluss agierte man oftmals überhastet. So dauerte es ein wenig, bevor man so richtig gefährlich vors gegnerische Tor kam. In der 16. Spielminute bekamen die Gastgeber dann nach VAR-Einsatz einen Elfmeter zugesprochen, den Mason Greenwood allerdings kläglich vergab. Den Nachschuss verwandelte İrfan Can Kahveci zwar, doch wurde dieser Treffer nach erneuter Überprüfung des Videoassistenten zurückgenommen, da der 31-Jährige beim Strafstoß zu früh in den gegnerischen Strafraum gelaufen war.
Romelu Lukaku mit dem 1:0 zur Pause
Trotz dieses Rückschlags des verschossenen Elfmeters und des anschließend aberkannten Treffers, steckte Fenerbahçe nicht auf und lief den Gegner weiter an. Dieser wehrte sich zwar, kam aber nur selten aus der eigenen Hälfte heraus. In der 40. Spielminute war es dann aber soweit: Nach einem starken Ballgewinn von Mattéo Guendouzi im Mittelfeld, wurde der Ball links auf den auffälligen Levent Mercan rausgespielt, der mit schnitt in die gegnerische Box flankte, wo dann Romelu Lukaku goldrichtig stand und das Leder zum 1:0 über die Torlinie drückte. Für den Belgier war es die Tor-Prämiere im Fenerbahçe-Trikot. Mit der knappen 1:0-Führung für die Heimmannschaft ging es dann auch in die Halbzeitpause.
İrfan Can Kahveci bekommt insgesamt drei Treffer zurückgepfiffen
Die zweite Hälfte begann spektakulär: So erzielte İrfan Can Kahveci kaum zwei Minuten nach Wiederanpfiff nach einer erneuten Mercan-Flanke das vermeintliche 2:0. Doch auch hier schaltete sich der VAR wieder ein und nach einer gefühlt endlos langen Überprüfung wurde der Treffer dann erneut einkassiert. Der Grund für diese Entscheidung war ein eindeutiges Foulspiel von N’Golo Kanté in der Entstehung vor dem Tor. Direkt hiernach war es erneut İrfan Can Kahveci, der für einen kurzen Moment jubelte, ehe der nächste Treffer wegen einer klaren Abseitsstellung ebenfalls aberkannt wurde.
Kerem Aktürkoğlu erhöht nach Einwechslung auf 2:0
Trotz der beiden einkassierten Tore gaben die "Kanarienvögel" nicht auf und spielten weiter nach vorne. Man wollte den eigenen Fans etwas bieten und ein 1:0 reichte für diese Ansprüche nicht. Tatsächlich gelang es nach 70 Minuten auch wirklich, auf 2:0 zu erhöhen. Hier setzte sich der zuvor eingewechselte Kerem Aktürkoğlu über links durch und zog nach innen. Der geplante Pass auf Romelu Lukaku blieb zwar hängen, doch blieb der türkische Nationalspieler gallig und verwertete den Abpraller per Flachschuss unten ins Eck. Nach dem 2:0 der Gastgeber musste Alanyaspor nun mehr riskieren, was Fenerbahçe im Umkehrschluss natürlich Räume bot.
Joker Vedat Muriqi setzt den Schlusspunkt
Auch wenn Fener über weite Strecken alles im Griff hatte, musste in der zweiten Halbzeit in der einen oder anderen Situation trotzdem Schlussmann Ederson eingreifen und entweder den Ausgleich oder später den möglichen Anschlusstreffer durch tolle Paraden verhindern. Alle im Stadion wussten, wie tückisch eine Zwei-Tore-Führung sein kann, da durch eine Aktion des Gegners das Momentum komplett kippen kann. Also ging Fenerbahçe aufs dritte Tor, das in der 87. Spielminute auch fiel, nachdem sich Archie Brown über links durchsetzte und flach in den gegnerischen Strafraum flankte, wo Kerem Aktürkoğlu dann per Hacke auf den für Romelu Lukaku gekommenen Vedat Muriqi ablegte, der schließlich das 3:0 erzielte.
Die letzten eher halbherzigen Bemühungen der Gäste, noch zu verkürzen, brachten am Ende nichts ein und auch die Marineblau-Gelben gaben sich letztlich mit dem Ergebnis zufrieden, weshalb es am Ende beim 3:0-Heimsieg für Fenerbahçe blieb. Die Sieger dürfen als nächstes am Dienstag in der Champions League die Wiedergutmachung für die deutliche Niederlage gegen Aston Villa noch weiterführen, wenn man daheim Slavia Prag empfängt. Alanyaspor wiederum ist als nächstes am kommenden Freitag in der Süper Lig gefordert, wo man dann Kocaelispor empfängt.
