Nach dem desaströsen Auftritt bei Aston Villa kam der amtierende türkische Vizemeister Fenerbahçe im Heimspiel gegen Slavia Prag nicht über ein 2:2-Remis hinaus. Die "Kanarienvögel" erwischten mit dem Doppelschlag von Aydın und Greenwood zwar einen Traumstart. Ein Aussetzer von Guendouzi brachte die Gäste dann aber zurück ins Spiel. In der Schlussphase wurde die nachlässige Fener-Defensive dann mit dem Ausgleichstreffer bestraft.
Trotz der gelungenen Generalprobe in der Liga gegen Alanyaspor veränderte Fener-Coach İsmail Kartal seine Startelf auf drei Positionen. In der Abwehr durfte Brown für Mercan ran, wohingegen im Mittelfeld Aktürkoğlu für Kahveci sowie im Sturm Muriqi für Lukaku von Beginn an starteten.
Fenerbahçe legt furios los
Nach der bitteren 0:6-Klatsche in der Vorwoche gegen Aston Villa war Fener gezwungen, eine entsprechende Reaktion vor heimischer Kulisse im Chobani Stadyumu zu zeigen. Die Gelb-Marineblauen erwischten auch den deutlich besseren Start und setzten Slavia Prag von Beginn an massiv unter Druck. Die Gäste kamen kaum aus der eigenen Hälfte heraus, während die Türken früh die Kontrolle übernahmen. Die Konsequenz folgte nur wenige Minuten nach Anpfiff. Nach einem starken Dribbling zog Aydın von der rechten Seite nach innen und traf aus knapp 18 Metern sehenswert ins linke Eck zur verdienten Führung (4.). Die Gäste sahen sich daraufhin gezwungen, offensiver zu agieren und kamen ihrerseits durch Sturm erstmals gefährlich vor das Tor, sein Abschluss im Strafraum wurde jedoch geblockt (7.). Die Kartal-Truppe blieb dennoch die spielbestimmende Mannschaft und legte auch zügig nach. Semedo behielt auf der rechten Seite die Übersicht und bediente Greenwood, der den Ball per Dropkick aus 13 Metern präzise neben den rechten Pfosten setzte und auf 2:0 erhöhte (11.).
Guendouzi-Blackout bringt Gäste zurück ins Spiel
Im Chobani Stadyumu entwickelte sich eine über weite Strecken unterhaltsame Partie, bei der auch die Gäste aus Prag immer wieder gute Ansätze zeigten, aber ihr Spiel weitestgehend auf Konter auslegten. Letztlich war es ein Geschenk von Fener, das Slavia wieder zurück ins Spiel brachte. Ein folgenschwerer Fehlpass von Guendouzi im Spielaufbau direkt vor dem eigenen Strafraum landete bei Provod, der sich nicht zweimal bitten ließ und lässig zum Anschlusstreffer einschob (15.). Nur wenige Minuten nach dem Gegentor musste Innenverteidiger Aké das Feld verlassen, nachdem er sich bei einem Zweikampf am Oberschenkel verletzte. Für ihn wurde Peprah eingewechselt (21.). Die "Kanarienvögel" ließen sich sowohl von der Aké-Verletzung als auch vom Anschlusstreffer allerdings nicht beirren und suchten weiterhin den Weg nach vorne. Guendouzi verpasste mit seinem Distanzschuss knapp das dritte Tor (29.). Kurz vor der Pause sorgte erneut Aydın mit einem wuchtigen Abschluss ans Außennetz für Gefahr (37.), während Muriqi aus spitzem Winkel am Slavia-Keeper Markovic scheiterte (44.). So ging Fener mit einer knappen, aber verdienten 2:1-Führung in die Halbzeit.
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Slavia schockt Fener spät
Nach dem Seitenwechsel verlor die Partie zunächst etwas an Tempo. Zwar blieb Fener weiterhin die spielbestimmende Mannschaft, echte Torchancen blieben jedoch zunächst aus. Für Aufregung sorgte zunächst eine umstrittene Gelbe Karte gegen Skriniar nach einem Zweikampf im Mittelfeld (49.). In der Folge prägten zahlreiche Zweikämpfe, Unterbrechungen sowie Gelbe Karten das Spielgeschehen, woraufhin auch der Spielfluss sichtbar darunter litt. Kartal reagierte und brachte mit Lukaku und Nene für Muriqi und den Torschützen Aydın frischen Wind von der Bank (63.). Die beiden Einwechslungen hätten sich beinahe auch bezahlt gemacht. Lukaku eroberte den Ball und bediente Nene im Strafraum. Der Joker fackelte nicht lange, scheiterte jedoch an einer überragenden Parade des gegnerischen Keepers Markovic, der seine Mannschaft mit einem starken Reflex im Spiel hielt (64.).
Da die Gastgeber die Vorentscheidung im Spiel verpassten, blieb die Partie auch in der Schlussphase weiter offen. Slavia wurde mit zunehmender Spielzeit mutiger und forcierte den Ausgleichstreffer. Die beste Möglichkeit vergab Ayaosi, dessen Abschluss im Strafraum von Ederson stark pariert wurde (80.). Auf der Gegenseite ließ Lukaku die Vorentscheidung liegen, als er aus aussichtsreicher Position über das Tor schoss (81.). Fener hielt den Angriffen der Gäste lange stand und verteidigte die knappe Führung tapfer. Als Fener den knappen Vorsprung bereits über die Zeit zu bringen schien, schlugen die Gäste doch noch zu: Ayaosi brachte eine Flanke von der rechten Seite nach innen, wo Pavel Kacor den Ball akrobatisch aus kurzer Distanz unter die Latte setzte und die Hausherren mit dem späten 2:2-Ausgleich schockte (90.). Da sich die Gäste nach dem Rückstand nicht aufgaben, ging der späte Punktgewinn letztlich auch in Ordnung.
Am kommenden Montag geht es für die "Kanarienvögel" in der Süper Lig weiter. Dann gastiert man im Stadtderby beim Erzrivalen Galatasaray.
Foto: Ahmad Mora/Getty Images
