In der Hinrunde als personifiziertes Beispiel für den sportlichen Untergang Fenerbahçes bezeichnet, im Winter erst ausgebootet und dann fast abgeschoben, erlebte Stürmer Islam Slimani beim gestrigen Europa League Spiel gegen Zenit so etwas wie eine kleine Auferstehung. Zündet der algerische Angreifer nun endlich?

Ein mageres Törchen aus 14 Ligaspielen – so lautet bis jetzt die Bilanz von Stürmer Islam Slimani, der im vergangenen Sommer eigentlich als große Sturmhoffnung von Leicester ausgeliehen wurde. Auf Grund der, nicht wegzudiskutierenden Enttäusschung über den 30-Jährigen Algerier, hätten ihn die Klubverantwortlichen bereits gerne im Winter weiterverliehen oder an Leicester zurückgeschickt. Allerdings zeigten weder sein Stammverein von der Insel noch ein Klub aus der Wüste oder Fernost ernsthaftes Interesse an ihm. Und so schien es, als würden die restlichen sechs Monate des Leihvertrages von Slimani sang- und klanglos zwischen Ersatzbank und Kurzeinsätzen verweilen – bis sich vor dem gestrigen Abend eine Tür öffnete: Weil Fenerbahçe darauf verzichtete Roberto Soldado für die Europa League zu melden, war der Platz im Sturmzentrum auf einen Schlag unbesetzt. Die Chance für Slimani von Beginn an. Trainer Ersun Yanal  prophezeite bereits im Vorfeld: „Vielleicht wird es seine Nacht.“ Es wurde seine Nacht.

Wer stürmt am Samstag gegen Konya?

Mit dem goldenen Tor in der 21. Spielminute hatte Slimani entscheidenden Anteil am 1:0-Sieg Fenerbahçes über Zenit und darf nun gar auf weitere Einsätze – auch in der Liga – hoffen. Weil sich Soldado im Spiel gegen Kayseri seine zweite Rote Karte der Saison einhändelte und damit erstmal fehlen wird, bleibt die Angriffsposition zunächst unbesetzt. Mit dem Auftritt gegen Zenit lieferte Slimani Argumente, um zum ersten Mal im neuen Jahr überhaupt, gegen Konya am Samstag dem Spielerkader anzugehören.