Endlich wieder Europa! Zum Auftakt der Europa-League-Qualifikation traf Fenerbahçe auf HJK Helsinki und musste dabei völlig auf Stürmer verzichten. Nach ereignislosen 45 Minuten sorgte dann Youngster Gümüşkaya für die umjubelte Führung und den letztendlichen Siegtreffer.

Die Fans der "Kanarienvögel" hatten lange auf eine weitere Chance auf europäischer Bühne gewartet. Das Abenteuer gegen Helsinki begann allerdings gleich mit einer Hiobsbotschaft. Bei einem Blick auf Startelf und Bank wurde schnell klar, dass die Gelb-Marineblauen insbesondere in der Offensive aktuell aus dem letzten Loch pfeifen. Einen Stürmer suchte man dementsprechend vergeblich. Aziz und Sosa rückten in die Startelf und verdrängten Kadıoğlu und Samatta, der nichtmal im Kader stand.

Fenerbahçe machte aus der Not eine Tugend und zeigte sich extrem flexibel. Insbesondere Kahveci, Özil und Osayi-Samuel wechselten immer wieder die Position. Das Problem: das Sturmzentrum blieb meistens verwaist, weshalb sämtliche Angriffe im Endeffekt versandeten. Dazu fehlte im Spiel eins nach Ozan Tufans Wechsel auch ein Mittelfeldspieler, der einfach mal aus der zweiten Reihe abzog. Den ersten Torschuss verzeichnete Kapitän Gustavo dann mit einem eben solchen Fernschuss in der 19. Minute. Den einzig wirklichen Aufreger der ersten Halbzeit gab es dann nach gut 40 Minuten, als Tim Sparv der Ball im Strafraum an den Arm sprang, der Pfiff allerdings ausblieb. So ging es nach 45 weitestgehend langweiligen Minuten torlos in die Kabine.

Joker sorgen für die Entscheidung

Auch die zweite Halbzeit begann zunächst mit schlechten Nachrichten. Kahveci, der auffälligste Spieler des ersten Durchgangs, verletzte sich und musste nach knapp zehn Minuten wieder vom Platz. Für ihn kam Kadıoğlu, wenig später ersetzte Muhammed Gümüşkaya den glücklosen Özil und diese beiden Joker sollten für den Höhepunkt des Spiels sorgen. Nach einem Einwurf des Gegners kam der Ball schnell zum niederländischen U21-Nationalspieler, dieser setzte Rückkehrer Gümüşkaya in Szene, der 20-Jährige zog kurz auf und jagte den Ball dann mit Wucht von der Strafraumkante unter die Latte (65.). Ein absolutes Traumtor und Weckruf zugleich. Für einen weiteren Höhepunkt sorgte kurze Zeit später Vítor Pereira, der dem erst 16-jährigen Toptalent Arda Güler zu seinem Debüt im Profiteam verhalf. Er kam für den ebenfalls angeschlagenen Novák. Viel Einfluss konnte das Güler allerdings nicht mehr ausüben. Das Spiel plätscherte zum knappen, aber verdienten 1:0-Sieg aus.