Im dritten WM-Gruppenspiel traf die bereits vorab als Gruppensieger feststehende deutsche Mannschaft in New Jersey auf Ecuador, die auf einen Sieg angewiesen waren, um noch eine Chance aufs Sechzehntelfinale zu haben. Letztlich schafften die Südamerikaner ihr Ziel, die Chance auf die K.o.-Phase zu waren, indem sie die Partie am Ende verdient mit 2:1 gewannen. Mann des Spiels war am Ende Gonzalo Plata, der in der 78. Spielminute den Siegtreffer erzielte.
Im Vergleich zum 2:1-Sieg der deutschen Mannschaft aus dem zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste gab es zwei personelle Änderungen, die beide gesundheitlich bedingt waren, wonach in der Innenverteidigung Antonio Rüdiger für Nico Schlotterbeck in die Startelfrückte und David Raum hinten links für Nathaniel Brown. Schlotterbeck verpasst mit einer Innenbandverletzung die restliche Weltmeisterschaft, während Brown aufgrund muskulärer Probleme wohl nur diese Partie aussetzen muss.
Deutschland durch Leroy Sané mit der frühen Führung
Der Einstieg in die Partie verlief für die deutsche Mannschaft wie nach Maß, denn nach bereits einigen kleineren Annäherungen ans gegnerische Tor bekam Aleksandar Pavlović in der 2. Spielminute nach einem Einwurf im gegnerischen Strafraum den Ball, pflückte diesen herunter und leitete ihn auf Florian Wirtz weiter, der die Übersicht behielt und Leroy Sané anspielte, der nicht lang fackelte und direkt flach zum 1:0 ins lange Eck abschloss. Zur Vollständigkeit muss man allerdings sagen, dass die DFB-Elf hier Glück hatte, denn Pavlović hatte bei der Ballannahme mit seinem Fuß einen Gegenspieler mit der Sohle regelwidrig am Kopf getroffen, weshalb das Tor eigentlich nicht hätte zählen dürfen.
Ecuador gleicht nach wenigen Minuten aus
Hiernach waren die Ecuadorianer darauf angewiesen, mit Hochdruck nach vorne zu spielen, was sie auch taten. Das Team von Trainer Sebastian Beccacece lief die deutschen Spieler früh und aggressiv an, um diese zu Fehlern zu zwingen, was in der 9. Spielminute auch zum Erfolg führte, als Felix Nmecha in der eigenen Hälfte einen Ball verlor, wodurch die rechte deutsche Seite offenstand. Hier kam Nilson Angulo an den Ball, der von Aleksandar Pavlović nicht richtig gestört aus etwa 20 Metern einfach mal ins lange Eck abzog und Manuel Neuer so auf dem falschen Fuß erwischte, wodurch es recht schnell wieder 1:1 stand.
Unruhiger Abnutzungskampf im Mittelfeld
Nach den beiden Toren war es eine sehr zerfahrene Partie, in der Deutschland defensiv zwar nicht mehr viel zuließ, aber ungewohnt viele Bälle vertändelte, sodass man auch das eigene Spiel nicht richtig aufziehen konnte. So folgte ein sehr hektischer Abnutzungskampf im Mittelfeld. Erst in der 24. Spielminute hatte die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann nach einer Flanke von David Raum auf Kai Havertz wieder die Chance aufs 2:1, doch der Kopfball hatte nicht genug Druck, sodass Hernán Galíndez im Kasten Ecuadors keine Probleme hatte, diesen festzuhalten. Nach der "Hydration Break" schaffte es die deutsche Mannschaft wieder mehr Druck aufzubauen und zu einigen Torannäherungen zu kommen, doch kam dabei letztlich nichts Zählbares herum, weshalb es mit dem 1:1 in die Pause ging.
VAR kassiert Deutschland-Elfmeter ein
Direkt nach Wiederanpfiff wäre es um ein Haar wieder ideal für Deutschland gelaufen, da die Schiedsrichterin nach einem Foul an Kai Havertz im gegnerischen Strafraum auf Elfmeter entschied, doch nach Eingriff des VAR wurde diese Entscheidung aufgrund eines vorangegangenen Foulspiels zurückgenommen. Hiernach war es weiterhin eine wilde Partie, in der die DFB-Auswahl insgesamt besser wirkte, doch kamen bei Angriffen zu selten die Mitspieler mit nach vorne, sodass Angriffe meist früh verpufften. Deutschland dominierte bis zur "Hydration Break" aber soweit die Partie.
Ecuador erkämpft sich die Führung
Nach der Unterbrechung waren es dann die Ecuadorianer, die das Tempo anzogen. Mehrere deutsche Wechsel sorgten dabei für eine neue Statik im Spiel. Zwar boten sich auch Deutschland Chancen durch den eingewechselten Maximilian Beier (74.) und Leroy Sané (76.), wobei vor allem letzterer den Treffer eigentlich machen muss, doch waren es die Südamerikaner, die im direkten Gegenzug nach einer verlängerten Ecke in der 78. Spielminute durch Gonzalo Plata das 2:1 erzielten. Manuel Neuer, der zuvor schon bereits Kommunikationsprobleme mit Jonathan Tah hatte, sah dabei nicht gut aus.
Ecuador rettet das Ergebnis über die Zeit
Ecuador spielte anschließend leidenschaftlich mit viel Körperlichkeit weiter, wusste aber nicht so recht, ob sie aufs dritte Tor gehen, oder das Spiel verwalten sollten. Nach hinten hinaus setzte man aber auf den Verwaltungsmodus und Konter, während Deutschland dann doch noch versuchte, den Ausgleich zu erzielen und sich mehr und mehr in der gegnerischen Hälfte festspielte. In den Schlussminuten ging es hin und her, obgleich es nur kaum Torchancen gab. Deniz Undav traf in der dritten Minute der Nachspielzeit noch einmal das Außennetz, davon abgesehen passierte aber nichts mehr, weshalb das Spiel am Ende durchaus verdient mit einem 2:1-Sieg für Ecuador endete. Das nächste deutsche Spiel ist das Sechzehntelfinale, das am 29. Juli in Boston, das dort um 22:30 Uhr (MEZ) gegen den Gruppendritten aus Gruppe A, B, C, D oder F geht. Dieser steht aber noch nicht fest.
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