Beim souveränen 4:1-Heimerfolg Real Madrids über den FC Sevilla hat Arda Güler traumhaft schön den Torreigen des spanischen Rekordmeisters eröffnet. Auf ungewohnter Position eingesetzt machte der türkische Nationalspieler auch abseits seines Treffers ein starkes Spiel und empfiehlt sich für weitere Einsätze von Anfang an.
Im Orchester der ganz großen Stars und noch größeren Egos bei Real Madrid geht der allgemein als eher zurückhaltend geltende Arda Güler zuweilen leider etwas unter und ist nicht immer gesetzt. Dennoch zeigt der 21-Jährige auch in dieser Saison wieder, dass er, wenn er den spielt, einer der wichtigsten und konstantesten Akteure in seinem Verein ist. Zuletzt konnte er dabei von der Bank kommend durch seine enorme Standardstärke noch das CL-Auswärtsspiel bei der AS Rom spät zugunsten der "Blancos" drehen. Für seine starke Leistung wurde Arda Güler von Real-Coach José Mourinho nun mit einem Startelfeinsatz gegen den FC Sevilla belohnt, aber ausnahmsweise mal nicht auf dem rechten Flügel. Dieses Vertrauen zahlte der Edeltechnik dann gleich mal mit einem Traumtor zurück.
Arda Güler spielt als Sechser und trifft direkt
Beim 4:1-Sieg Real Madrids über den FC Sevilla in der spanischen LaLiga erzielte Arda Güler in der 30. Spielminute mit einem überragenden Schlenzer das 1:0 für die "Königlichen". In dieser Partie mal nicht als rechter Flügel oder als Zehner, sondern zusammen mit Abräumer Aurélien Tchouaméni auf der Doppelsechs eingesetzt, sollte der Türke dem Real-Spiel aus der Tiefe heraus mehr Kreativität liefern. Resultat dessen war tatsächlich eine deutlich gesteigerte Vertikalität des 36-maligen spanischen Meisters, wobei Jude Bellingham auf der Zehn für Dynamik und Yan Diomande auf dem Flügel für Tempo und Breite sorgte.
Speziell diese drei Akteure harmonierten exzellent zusammen und so spielte Jude Bellingham nach knapp 29 Minuten einen wunderbaren eröffnenden Ball auf Yan Diomande auf dem linken Flügel, der wartete, bis Arda Güler aus der Tiefe nachrückte und diesen dann an der Strafraumkante anspielte. Hier fackelte der Linksfuß nicht lange und schlenzte die Kugel mit einer tollen Technik und enormen Effet über Sevilla-Schlussmann Odysseas Vlachodimos hinweg ins lange Eck ins gegnerische Tor. Für Arda Güler war es der zweite Treffer in der laufenden Saison, wo er nun inklusive seiner Vorlagen auf sieben Scorer in zehn Pflichtspieleinsätzen für Real Madrid kommt. Insgesamt war es sein 20. Pflichtspieltor für die "Blancos" und zugleich sein 50. Scorerpunkt in 122 Einsätzen. Als Mittelfeldspieler, der häufig nur von der Bank kommt ist das ein mehr als beachtlicher Wert.
Doppelsechs Güler-Tchouaméni eine Option für die Zukunft(?)
In seiner neuen Funktion als aufbauender Sechser war Arda Güler tatsächlich praktisch überall auf dem Platz zu finden und hatte dabei eine überragende Passquote von 94 Prozent. Zusammen mit dem defensiv ausgerichteten Aurélien Tchouaméni saß direkt die Balance, weshalb dies für José Mourinho durchaus eine Option für die Zukunft sein könnte. In dieser Saison hat Güler ja mehrfach schon beweisen können, wie wichtig er für sein Team ist, doch sind in der Offensive eigentlich alle Positionen schon besetzt. Kylian Mbappé, der auch in dieser Partie wieder zwei Tore erzielte, ist im Sturmzentrum gesetzt, Jude Bellingham, der das 1:0 durch Arda Güler einleitete und das 2:0 durch Kylian Mbappé per Hackentritt vorbereitete, ist von der Zehn ebenfalls nicht wegzudenken. Yan Diomande wiederum kommt immer besser in die Spur und hat auf dem linken Flügel ein überragendes Spiel mit einem Tor und einer Vorlage gemacht. Dieses Konstrukt könnte nun durchaus eine Überlegung für die Zukunft sein.
Neues System wirft Fragen bezüglich Vinícius Júniors auf
Insgesamt war die Aufstellung José Mourinhos sehr spannend. Zwar agierte man erneut im gewohnten 4-2-3-1-System, doch spielte Yan Diomande auf der Position des gesperrten Vinícius Júnior auf dem linken Flügel, während rechts Endrick wirbelte und mit Kylian Mbappé im Sturmzentrum situativ oft die Position tauschte. Hierfür rückte Arda Güler auf die Doppelsechs neben Aurélien Tchouaméni und Federico Valverde, der normalerweise im Mittelfeldzentrum zu finden ist, wich auf die rechte Abwehrseite aus. So konnte der Uruguayer von außen für seine berüchtigte Dynamik sorgen, während Arda Güler im Zentrum mehr kreative Freiheiten genießen durfte. Es bleibt abzuwarten, ob diese Konstellation auch in den kommenden Spielen weiter Anwendung findet, bis Vinícius Júnior nach seiner Rot-Sperre zurückkehrt. Und wenn es so gut klappt, muss man durchaus die Frage stellen, ob der umstrittene Brasilianer überhaupt einen Platz in der Startelf haben sollte.
🤯🚀 WHAT A GOAL FROM ARDA GÜLER! 🇹🇷🔥
A stunning strike from outside the box against Sevilla! ⚽💥
But with all the controversy surrounding the incident before the goal… 👀
💬 Was it a valid goal or should it have been disallowed? 🤔👇
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Foto: Angel Martinez / Getty Images
