Fenerbahçe empfing am Mittwochabend Sturm Graz zum Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde für die Champions League. In der Begegnung zwischen dem türkischen und dem österreichischen Vizemeister setzte Anderson Talisca mit seinem frühen Tor in der 9. Spielminute den Grundstein für den 2:0-Sieg der Gelb-Marineblauen. Dank eines ähnlich sehenswerten Treffers von Mason Greenwood kurz vor der Pause reist der Bosporus-Klub mit einer hervorragenden Ausgangssituation zum Rückspiel in der Steiermark in sechs Tagen.
Im Gegensatz zu den beiden CL-Qualifikationsspielen in der vorherigen Runde gegen Górnik Zabrze konnte Fenerbahçe im ersten Aufeinandertreffen gegen Sturm Graz wieder auf die Dienste von WM-Rückkehrer N’Golo Kanté setzen. Außerdem stand Stürmer-Neuzugang Vedat Muriqi nach überstandenem Wadenmuskelriss im Aufgebot der "Kanarienvögel", aus deren UEFA-Meldeliste Bartuğ Elmaz gestrichen wurde. In die Anfangsformation fürs Hinspiel berief Trainer İsmail Kartal neben Torhüter Günok auch Oosterwolde, Aké, Škriniar, Semedo, Guendouzi, Kanté, Asensio, Aktürkoğlu, den Startelf-Debütanten Greenwood und Talisca.
Talisca bleibt treffsicher
Die Anfangsminuten im gewohnt stimmungsvollen Şükrü Saraçoğlu Stadyum verliefen etwas unrund und brachten kaum spielerische Highlights mit sich. Immerhin konnte Aktürkoğlu nach einem Zusammenprall mit Graz-Mittelfeldspieler Weinhandl und darauffolgender Behandlung am Kopf weitermachen. Der Linksaußen war es dann auch, der Gäste-Schlussmann Khudyakov in der 8. Spielminute erstmals prüfte. An der nächsten gefährlichen Aktion war Aktürkoğlu erneut beteiligt: Der 27-Jährige bediente den im Strafraum lauernden Talisca mit einem flachen Anspiel. Nahezu ansatzlos schloss der Brasilianer daraufhin aus der Drehung ab und ließ den Ball mit ebenso viel Präzision wie Härte zum 1:0 für Fenerbahçe im gegnerischen Netz einschlagen (9.). Damit traf Talisca nach insgesamt zwei Toren gegen Górnik Zabrze auch im dritten Qualifikationsspiel in Folge. Verdient war die Führung der Hausherren bis dahin allemal – die Truppe aus Kadıköy hatte alles im Griff und schnürte die Österreicher größtenteils in deren eigenen Hälfte ein.
Greenwood legt aus der Distanz nach
Nach einer halben Stunde war die Partie für Linksverteidiger Oosterwolde, der verletzungsbedingt durch Brown ersetzt wurde, beendet. Der Niederländer musste gar mit einer Trage abtransportiert werden. Daher sah er vermutlich auch nicht, dass seine Teamkollegen in der 32. Spielminute beinahe den aus Grazer Sicht sehr schmeichelhaften Ausgleich kassierten. Doch Jatta verpasste eine scharfe Hereingabe von rechts knapp. Weitaus besser machte es Greenwood kurz vor dem Kabinengang: Im Zuge einer Ecke von Asensio verlor die Sturm-Defensive den Neuzugang aus Marseille im Rückraum aus den Augen. Der 24-Jährige nutzte dies für einen satten Abschluss aus der Distanz (45.) und feierte damit nicht nur sein erstes Tor für den türkischen Vizemeister, sondern war auch für den leistungsgerechten 2:0-Pausenstand verantwortlich.
Graz-Keeper Khudyakov verhindert höhere Führung der Gastgeber
Auf den Wiederanpfiff des englischen Schiedsrichters Chris Kavanagh folgend war Sturm Graz zunächst die aktivere Mannschaft, während Fenerbahçe mit dem Vorsprung im Rücken etwas abwartender als im ersten Durchgang zu Werke ging. Die erste vielversprechende Möglichkeit der zweiten Hälfte ging dennoch auf das Konto der Kartal-Schützlinge, die in Person von Greenwood mit einem zu harmlosen Versuch an Khudyakov scheiterten (59.). Eine Minute später hätte Aktürkoğlu auf 3:0 erhöhen müssen, aber der türkische Nationalspieler köpfte aus fünf Metern über das leere Tor. Wenig später stand erneut Khudyakov im Mittelpunkt, als er innerhalb kürzester Zeit zweimal herausragend gegen Talisca parierte – erst im Eins-gegen-Eins (67.), dann einen Fallrückzieher des Offensivspielers (68.)
Keine Tore im zweiten Durchgang
Rund 20 Minuten vor dem Ende hatten Greenwood und Asensio nach jeweils guten Leistungen Feierabend. Fred und Kahveci nahmen stattdessen an der Schlussphase teil. Derweil erwischte Kapitän Škriniar vor allem dank seiner Zweikampfquote einen überzeugenden Abend, zudem war der slowakische Innenverteidiger viel in den Spielaufbau eingebunden. Noch mehr dürfte er sich über die weiße Weste seiner Mannschaft gefreut haben, denn weitere Tore wollten in dieser Begegnung trotz eines gefährlichen Konters der Gastgeber in der Nachspielzeit nicht mehr fallen. Mit einem 2:0-Erfolg im Hinspiel haben die Gelb-Marineblauen nun beste Karten auf den Einzug in die Play-offs der CL-Qualifikation. Allerdings ist Sturm Graz für seine Heimstärke im eigenen Hexenkessel bekannt, weshalb man sich aus Fenerbahçe-Sicht noch lange nicht zu sicher sein sollte.
Das Rückspiel in Österreich findet nächsten Dienstag statt. Angepfiffen wird die Partie im Stadion Graz-Liebenau um 20.30 Uhr (MEZ). Sollte sich Fenerbahçe durchsetzen, wartet in den Play-offs, der letzten Hürde vor der Champions-League-Ligaphase, der Sieger des Duells zwischen Sparta Prag und Olympique Lyon.
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— Fenerbahçe SK (@Fenerbahce) August 5, 2026
Foto: Ahmad Mora / Getty Images
