Nach der Last-Minute-Pleite gegen Wolverhampton und dem 1:4-Debakel bei Trabzonspor hilft den Beşiktaş-Fans vielleicht ein Kommentar, der es auf den Punkt bringt. LIGABlatt-Chefredakteur Fatih Şenel findet die richtigen Worte für das Avcı-Desaster.

Ich spreche bewusst von einem Desaster, denn Avcı hat es auch noch hinbekommen Floskeln von sich zu geben, welche seine Megalomanie endgültig beweisen. „Niemand kann meine Trainerfähigkeiten infrage stellen[…]“ hieß es nach der Pleite am Donnerstagabend. Ein Satz, der mich und die Fans endgültig zur Weißglut bringt. Als hätte dieser Abdullah Avcı mit der Türkei und seinem „Musterschüler“ Başakşehir nennenswerte sportliche Erfolge gefeiert, die seine Befähigung als „großer“ Trainer bescheinigen würden. Wenn jetzt manche Zeitgenossen die Vizemeisterschaft in der schwachen Süper Lig als Erfolg bewerten, dann bitte ab auf eine andere Baustelle. So tickt der Fußball bei großen Klubs nicht: Großen Traditionsklubs wohlgemerkt!

Beşiktaş muss sofort von einem Coach geführt werden, der zumindest folgende Befähigung mitbringt: Die Kicker vom Bosporus sind trotz der aktuellen Kadersituation ein Team, das von Bratislava niemals vier Tore (!) kassieren darf. Anders ausgedrückt: Auch mit diesem vermeintlich schwachen Kader könnte jeder durchschnittliche Süper-Lig-Übungsleiter ohne Bravour wenigstens ein Unentschieden bei Bratislava erkämpfen. Und leider kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass Beşiktaş mit Avcı jemals ein funktionierendes Spielsystem haben wird. Mächtig Tore kassieren können die Schwarz-Weißen dagegen fleißig. Das Avcı-„System“ nützt also zur Stunde jedem Gegner. Daher lautet die dringende Empfehlung: Orman und Avcı bitte Hand in Hand ab auf eine andere Baustelle. Beşiktaş ist kein Spielplatz für Experimente. Notiz: Beşiktaş hat seit August kein Pflichtspiel gewonnen!