Beşiktaş trifft zum Auftakt der Europa League am Donnerstag im Tüpraş Stadyumu auf Olympique Marseille. Die Franzosen verfügen über zahlreiche technisch starke Spieler und können eine Partie mit längeren Ballbesitzphasen kontrollieren. Vollständig gefestigt wirkt die Mannschaft jedoch nicht. Besonders unter hohem Druck und nach eigenen Ballverlusten entstehen immer wieder gefährliche Situationen.
Marseille agierte zuletzt überwiegend in einem 4-2-3-1. Im eigenen Aufbau lassen sich die beiden zentralen Mittelfeldspieler häufig tief fallen, um die Innenverteidiger zu unterstützen. Pierre-Emile Højbjerg übernimmt dabei eine Schlüsselrolle. Der Däne fordert viele Bälle, gibt die Richtung vor und versucht, das Spiel mit vertikalen Pässen zu beschleunigen.
Überladen der offensiven Räume
Gelingt es den Franzosen, die erste gegnerische Pressinglinie zu überspielen, sucht die Mannschaft schnell die offensiven Halbräume. Amine Gouiri bleibt nicht dauerhaft im Sturmzentrum, sondern lässt sich regelmäßig zurückfallen. Damit zieht er einen Innenverteidiger aus seiner Position und öffnet Räume für nachrückende Spieler wie Angel Gomes, Amine Harit oder Igor Paixão. Im letzten Drittel versucht Marseille, mehrere Spieler zwischen den gegnerischen Abwehr- und Mittelfeldreihen zu positionieren. Die Außenverteidiger schieben gleichzeitig nach vorne und sorgen für Breite. Dadurch können die offensiven Flügelspieler nach innen ziehen und näher am Strafraum agieren.
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— Olympique de Marseille (@OM_Officiel) September 16, 2026
Diese Bewegungen machen die Franzosen schwer auszurechnen. Beşiktaş darf sich deshalb nicht ausschließlich auf Gouiri konzentrieren. Verlässt der Angreifer das Zentrum, müssen die Innenverteidiger entscheiden, ob sie ihm folgen oder ihre Position halten. Ein unkontrolliertes Herausrücken könnte Marseille genau die Tiefe anbieten, die seine schnellen Offensivspieler suchen. Auch nach Ballverlusten versucht Marseille zunächst, den Gegner durch Gegenpressing festzusetzen. Wird dieser erste Zugriff jedoch überspielt, ist die Mannschaft verwundbar. Weil die Außenverteidiger weit aufgerückt sind, müssen die Innenverteidiger große Räume neben sich absichern.
Probleme unter hohem Druck
Nach Medieninformationen heißt es, dass Beşiktaş besonders Marseilles Fehler im Spielaufbau analysiert haben soll. Bei den Niederlagen gegen Monaco, Paris FC und Rennes verloren die Franzosen wiederholt in Abwehr und Mittelfeld den Ball. Wird Højbjerg zugestellt und der Aufbau auf eine Seite gelenkt, fehlen zeitweise sichere Lösungen. Für Beşiktaş liegt darin die größte Chance. Die Schwarz-Weißen müssen Marseille kompakt und geschlossen anlaufen, statt permanent unkontrolliert nach vorne zu pressen. Ballgewinne auf den Außenbahnen könnten anschließend genutzt werden, um direkt die Räume hinter den französischen Außenverteidigern anzugreifen.
Der Ausfall von Leandro Trossard erschwert diese Aufgabe. Der Belgier fehlt laut Vincenzo Italiano wegen Sehnenbeschwerden und wäre mit seiner technischen Qualität besonders für schnelle Gegenangriffe wertvoll gewesen. Dennoch bleibt Marseilles Risikobereitschaft im Aufbau ein Ansatzpunkt. Beşiktaş muss vor allem verhindern, dass die Franzosen ihre erste Pressinglinie überspielen und anschließend mit Tempo auf die Abwehr zulaufen. Verfolgt das Spiel LIVE! im LIGABlatt-MatchCenter!
Foto: Pauline Figuet/Getty Images
