Beşiktaş in Hoffenheim: Machtdemonstration auf den Rängen und dem Rasen!

Der Sechs-Punkte-Start in der Europa League ist perfekt. Beim Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim überzeugt Besiktas aber nicht nur auf dem Rasen, sondern einmal mehr auch auf den Rängen. Weit über 16.000 "Schwarze Adler" besetzten das Stadion in Sinsheim.

Angesichts der großen, in Deutschland lebenden Community und der traditionell eher spärlich besuchten SNP Arena in Sinsheim konnte man ja durchaus davon ausgehen, dass sich ein nicht unerheblicher Teil der Stadionkapazität in Schwarz und Weiß färben wird. Wer dies kommen sah, wurde bestätigt, wer etwas anderes erwartete, wurde eines besseren belehrt – mit weit mehr als 16.000 Anhängern machten die Besiktas-Fans die Auswärtspartie im badischen Kraichgau zum Heimspiel. "Das war heute ein echt verrücktes Spiel! Obwohl wir auswärts gespielt haben, hat es sich wie zu Hause angefühlt. Ich möchte mich bei unseren Fans bedanken", staunte nach Schlusspfiff auch BJK-Stürmer Oh.

Ohs Torjubel als Symbolbild des Abends

Der Südkoreaner war es, der in der zweiten Halbzeit die Weichen per Doppelschlag auf Sieg stellte. Bei seinem zweiten Treffer riss sich der Angreifer das Trikot vom Körper, stülpte es über die mit einer Hoffenheim-Flagge versehenen Eckfahne und reckte diese Richtung Gästeblock empor – was für eine Machtdemonstration! Dabei verlangten die Gastgeber, denen der Erfolgsdruck nach zuletzt schwierigen Wochen in der Bundesliga anzumerken war, Besiktas durchaus einiges ab. "Es war schwierig für uns zu Beginn des Spiels; wir hatten etwas Mühe, weil sie früh gepresst haben. Wir haben in der Halbzeitpause gesprochen und ein paar taktische Änderungen vorgenommen", erklärte Olaitan im Anschluss. Mit Erfolg.

Zwei Gegentore nerven Nübel beim Gastspiel in der Heimat

Besonders im Umschaltspiel war der 16-fache türkische Meister gefährlich, begünstigt durch etliche Fehlpässe der Hoffenheimer im Aufbauspiel war das ein probates Mittel. Einmal mehr war aber auch zu sehen, dass die Chemie im Team von Trainer Italiano stimmt, das Kollektiv füreinander arbeitet. "Sowohl individuell als auch als Team haben wir sehr geschlossen gespielt; wir haben als Einheit agiert", bestätigte auch Verteidiger Murillo. Nur einer war nicht ganz zufrieden: Alexander Nübel. "Zwei Gegentore kotzen einen natürlich immer an, aber am Ende zählt, dass wir gewonnen haben", so der deutsche Torwart beim Gastspiel in der Heimat: "Und zwei Siege in der Europa League sind, glaube ich, ein guter Start."

Foto: Dipl.-Ing. Fatih Şenel