Gegen den FC Barcelona durfte Galatasaray eine Halbzeit lang tatsächlich von der Sensation träumen. Nach dem Seitenwechsel machte der spanische Meister aber kurzen Prozess und überfuhr die "Löwen" regelrecht. Besonders Supertalent Yamal spielte beim 4:1-Sieg der Katalanen in Istanbul groß auf.
Nach dem 3:1-Sieg gegen Kasımpaşa am vergangenen Freitag veränderte GS-Trainer Okan Buruk seine Anfangsformation auf drei Positionen: Elmalı, Lemina und Osimhen verdrängten Bardakçi, Gabriel Sara und Gül auf die Bank. Die beiden deutschen Gala-Stars, Leroy Sané und Ilkay Gündogan, saßen ebenfalls nur auf der Bank.
Barcelona übernimmt sofort das Kommando
Barcelona wurde seiner Favoritenrolle zunächst gerecht und vom Anstoß weg enorm viel Ballbesitz. Auch die ersten Torchancen gingen auf das Konto der Gäste. Nach einem Steilpass von Pedri kam Olmo das erste Mal frei vor Çakır zum Abschluss, scheiterte aber am türkischen Schlussmann (6.). Zehn Minuten später näherte sich Gordon dem Führungstreffer an, doch auch den Kopfball des Engländers konnte Çakır entschärfen. Galatasaray hatte dem spanischen Meister in dieser Phase wenig entgegenzusetzen, Olmo (24.) und Cancelo (25.) vergaben die nächsten Gelegenheiten. Dann aber stellten die "Löwen" den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf.
Batrakov sorgt für pure Ekstase, Yılmaz-Kopfball zählt nicht
Nachdem Gordon vergeblich einen Elfmeter forderte, schaltete Galatasaray schnell um. Der Konter lief über die linke Seite, wo Rafael Leao schnell an Tempo gewann und innen dann Batrakov (28.) fand. Der russische Spielmacher zog aus dem Rückraum ab, der Schuss wurde von Cancelo noch entscheidend abgefälscht und schlug im Tor ein. Der bis dahin schon ohrenbetäubende Istanbuler RAMS Park eskalierte vollends. Weil Galatasaray der überraschende Führungstreffer merklich Auftrieb gab, blieb die Stimmung im Stadion bestens, und wurde fast sogar noch gesteigert. Nach einer Ecke verlängerte Yılmaz (34.) einen Kopfball von Osimhen zum vermeintlichen 2:0 ins Tor. Weil der türkische Offensivmann aber minimal im Abseits stand, wurde der Treffer vom VAR wieder einkassiert. Kurz vor der Pause gelang stattdessen dann Barcelona der zweite Treffer des Abends: Olmo nutzt am Strafraum einen Sekundenschlaf der GS-Abwehr und steckte auf Cancelo (43.) durch, der aus fein ins rechte Eck schlenzte. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff bewahrte Çakır seine Vorderleute mit zwei Paraden dann noch sogar vor dem schnellen Rückstand.
Yamal und Barca mit kurzem Prozess nach dem Seitenwechsel
Was auch immer Barca-Trainer Hansi Flick seiner Mannschaft in der Halbzeitpause mit auf den Weg gab, es wirkte. Die Katalanen kamen wie von der Tarantel gestochen aus der Kabine, und Galatasaray wurde regelrecht überfahren. Nach einer punktgenauen Flanke von Yamal setzte Fermin (50.) einen Kopfball zielgenau in die rechte untere Ecke. Zu dieser Zeit hatte Barcelona schon zwei gute Möglichkeiten seit Wiederanpfiff versiebt. Und es ging weiter: Nachdem Yamal noch übers Tor verzog, bereitete er in der nächsten Aktion perfekt für Gordon (53.) vor. Nach angetäuschter Rabona-Flanke zog das Supertalent an Elmali vorbei und schon den Ball zum Engländer weiter, der wuchtig vollendete. Innerhalb kürzester Zeit hatte Barcelona damit kurzen Prozess mit dem türkischen Meister gemacht und legte in der Folge noch nach. Wieder wirbelte Yamal auf dem rechten Flügel, sein Pass wurde von Gabriel Jesus noch entscheidend abgefälscht, sodass dieser bei Adeyemi (65.) landete, der zum 4:1 traf.
Nach der Auftaktniederlage gegen Sporting hat Galatasaray auch das zweite Ligaphasenspiel verloren und steht damit kommende Woche in Lille schon gehörig unter Druck. Vor dem Auswärtsspiel in Frankreich spielt der türkische Meister am Samstag aber noch in der Süper Lig in Ankara gegen Genclerbirligi.
Foto: Burak Kara / Getty Images
