Die WM hat einen neuen Aufreger. USA-Stürmer Balogun wäre für das Achtelfinalspiel gegen Belgien eigentlich gesperrt gewesen – nach einem angeblichen Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino wurde die Sperre aber aufgehoben. Fußball gespielt wurde am Sonntag aber auch noch – und wie. Zehn Engländer triumphierten in einer Nervenschlacht gegen Mexiko im altehrwürdigen Aztekenstadion. Brasilien war unterdessen der brachialen Wucht von Erling Haaland nicht gewachsen.
Sturm-Wikinger Haaland knockt den Rekordweltmeister aus
"Wenn ich eine oder zwei Chancen habe, dann treffe ich meistens. Das ich einfach das, was ich mache", erklärte Erling Haaland am Sonntagabend nach Spielende. Die vermeintliche Banalität mündete im Achtelfinal-Kracher gegen Brasilien in einem Doppelpack des Weltklasse-Angreifers, der nunmehr bei sieben Turniertoren steht und Norwegen ins WM-Viertelfinale schießt. Neben Haaland ragte bei den "Wikingern" vor allem Torwart Örjan Nyland heraus. Der aktuell sogar vereinslose Keeper bewahrte seine Mannschaft früh vor dem Rückstand, als er einen nicht berechtigten Elfmeter von Bruno Guimaraes entschärfte, und trieb die Selecao später weiter in die Verzweiflung, als er ein ums andere Mal eine Gliedmaße zwischen Ball und Torlinie brachte. Mit dem 2:1-Sieg steht Norwegen zum ersten Mal überhaupt in einem WM-Viertelfinale, für Brasilien ist der Traum vom sechsten Titel derweil ausgeträumt. Neymar verwandelte in der Nachspielzeit zwar noch einen Elfmeter, der aber zu spät kam – und weinte nach dem Schlusspfiff folglich bittere Tränen.
England triumphiert in Unterzahl im Hexenkessel Aztekenstadion
Mitten in der deutschen Nacht, um 2 Uhr MESZ, sollte der mexikanische Gastgeber sein Achtelfinale gegen England anstoßen. Wegen strömendem Regen wurde das mit Spannung erwartete Duell aber sogar noch um eine Stunde nach hinten verschoben. Und zunächst passierte auf dem Rasen des legendären Aztekenstadions vor den Toren von Mexiko City kaum etwas. Dann versetzte Jude Bellingham das weite Rund in kollektive Schockstarre: Der Real-Madrid-Star stellte binnen 90 Sekunden per Doppelpack auf 2:0 für England. Noch vor der Pause gelang Quinones mit seinem vierten Turniertreffer aber der Anschluss, der als mexikanische Initialzündung für eine nervenaufreibende Achterbahn dienen sollte.
Unmittelbar vor der Halbzeit boten sich den Gastgebern gleich drei hochkarätige Chancen – Angreifer Jimenez scheiterte doppelt an Pickford, Bellingham rettete in höchster Not vor Montes. Nach dem Seitenwechsel schwächte sich England dann noch selbst. Nach einem Einsteigen mit offener Sohle sah Quansah nach VAR-Überprüfung glatt Rot – geschockt wirkten die Three Lions dadurch aber nicht. Nach einem weiten Abschlag von Pickford entwischte Gordon der mexikanischen Abwehr, Keeper Raul Angel mähte den Newcastle-Mann im Strafraum um – den klaren Elfmeter verwandelte Kane zum 3:1. Der Bayern-München-Stürmer verursachte mit einem Foul im eigenen Sechzehner später aber ebenfalls einen Elfmeter, den wiederum Jimenez souverän zum 3:2 verwandelte. Bis in die zwölfte Minute der Nachspielzeit drängte Mexiko letztlich auf den Ausgleich, der aber nicht mehr fallen sollte. Nach Kanada ist damit der zweite Gastgeber dieser WM ausgeschieden.
Nachdem Trump anrief: FIFA hebt Sperre gegen US-Stürmer auf
Und dann wäre da noch DER Aufreger des 25. WM-Tages, der wohl auch noch die kommenden Tage diskutiert werden dürfte. Im Sechzehntelfinale gegen Bosnien hatte USA-Stürmer Balogun die Rote Karte gesehen. Folgerichtig wäre der Angreifer der AS Monaco für das Achtelfinale gegen Belgien gesperrt gewesen. Aus dem Nichts vermeldete die FIFA am Sonntag: Die Sperre gegen Balogun sei gemäß Artikel 27 des Disziplinarkatalogs der FIFA in eine einjährige Bewährungsstrafe umgewandelt worden, der Spieler sei damit für die Partie gegen Belgien spielberechtigt. Eine genaue Erklärung für die Entscheidung lieferte die FIFA nicht. Wie zunächst "AP" und die "New York Times" berichteten, habe US-Präsident Trump zuvor FIFA-Boss Gianni Infantino telefonisch kontaktiert, um eine Aufhebung der Sperre zu erwirken. Vertraute aus Kreisen des Weißen Hauses sowie der FIFA sollen dies bestätigen. Unmittelbar nach der Balogun-Wende meldete sich der US-Präsident jedenfalls per Truth Social und schrieb:" "Danke an die FIFA, dass sie das Richtige getan hat und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat."
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