Tag 18 der WM hatte lediglich eine Partie zu bieten. Das erste Sechzehntelfinale des Turniers bot allerdings maximale Spannung. In einer intensiven Partie, die sich über weite Strecken allerdings zäh gestaltete, reichte für Gastgeber Kanada ein später Treffer von Eustáquio (90.+2), um den Einzug in das Achtelfinale klar zu machen. Südafrika hielt defensiv lange gut dagegen, doch ließ die Durchschlagskraft in der Offensive vermissen. Im Achtelfinale wartet nun ein harter Brocken auf die Kanadier.
Kanada bestimmt die Partie
Nachdem die Kanadier in Gruppe B nur als Gruppenzweiter hinter der Schweiz sich für das Sechzehntelfinale qualifiziert hatten, konnte man die Partie nicht in der Heimat bestreiten, sondern musste im SoFi Stadium von Los Angeles ran – bisher bei einer WM ein Novum, da ein Gastgeber seither nie auswärts antreten musste. Auf den Rängen waren die Rollen dennoch klar verteilt, denn die Fans waren mehrheitlich auf der Seite der Kanadier. Entsprechend selbstbewusst und mutig trat die Marsch-Truppe auf und übernahm von Beginn an das Kommando. Bis in das letzte Drittel sah es spielerisch über weite Strecken auch ordentlich aus. Vor dem Tor verpassten es die Kanadier, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. So verpasste zunächst David (17.) nach einer Ecke eine Großchance, ehe wenige Minuten Cornelius per Kopf scheiterte (22.). Von den Südafrikanern hingegen war offensiv wenig zu sehen. Die Truppe von Trainer Hugo Broos kam über eine kompakte Defensive, wobei sie sich im Spiel nach vorne schwer tat, entsprechende Lösungen zu finden. Kurz vor der Halbzeitpause hätte es dann beinahe noch den Rückstand gegeben. Nach einer Ecke der Kanadier stieg Bombito am höchsten und köpfte das Leder wuchtig in Richtung des Südafrika-Gehäuses. Im letzten Moment klärte Modiba den Kopfball noch von der Linie. Auch den Nachschuss von Buchanan konnte Keeper Williams entschärfen (44.). So ging es aus Sicht der Südafrikaner mit einem glücklichen Remis in die Pause.
Eustáquio erlöst Kanada spät
Die zweite Hälfte ging genauso weiter, wie die erste endete. Der Gastgeber blieb weiterhin am Ball und drängte auf den Führungstreffer. Weiterhin fehlte im letzten Drittel die zündende Idee, weshalb sich die Marsch-Truppe zunächst nichts Nennenswertes herausspielen konnte. Mitte der zweiten Hälfte wurde dann einmal mehr deutlich, dass den Kanadiern an jenem Abend die Kaltschnäuzigkeit fehlte. Oluwaseyi lief auf den südafrikanischen Keeper Williams zu und verpasste abermals die Chance auf die Führung (65.). Wenige Minuten später kam es dann zum WM-Debüt für den Bayern-Profi Davies (75.). Seine Einwechslung belebte das Spiel der Kanadier, die bis in die Schlussphase ihre Offensivaktionen intensivierten. Als sich alle Beteiligten im Stadion auf eine Verlängerung eingestellt hatten, klingelte es in der Nachspielzeit dann doch noch im Kasten der Afrikaner. Die sonst solide verteidigende Abwehrkette wehrte eine Flanke direkt zu Eustáquio ab, der aus der zweiten Reihe nicht lange fackelte. Sein Schuss ins lange Eck ließ Keeper Williams keine Chance und versetzte das ganze Stadion in Ekstase (90.+2). Südafrika konnte daraufhin nicht mehr reagieren, weshalb letztlich der verdiente Sieg für Kanada in Ordnung ging.
Für die Kanadier geht es am kommenden Samstag (19.00 Uhr MEZ) in Houston mit dem Achtelfinale weiter. Auf den Gastgeber wartet dann der Sieger aus der Partie Niederlande und Marokko.
The Round of 32 has well and truly begun! 🤩
Co-hosts Canada booked their spot in the Round of 16 on day 18 of @FIFAWorldCup 2026! 🇨🇦 pic.twitter.com/pvsAzNEinx
— FIFA (@FIFAcom) June 29, 2026
Foto: Emilee Chinn/Getty Images
