Im Hinspiel der CL- Play-offs trennten sich Fenerbahçe und Olympique Lyon mit einem leistungsgerechten Remis. Nach einer Nachlässigkeit in der Defensive ging die Kartal-Truppe zunächst mit einem Rückstand in Kabine. Mit einer sehenswerten Einzelaktion sorgte dann Neuzugang Greenwood (47.) kurz nach der Pause für den Ausgleich. Das Unentschieden lässt die Gelb-Marineblauen weiter von dem Einzug in die Ligaphase der Königsklasse träumen.
Nach dem verpatzten Auftakt in der Süper Lig brachte Fener-Coach İsmail Kartal gleich sieben neue Spieler in die Startelf. Im Tor startete Ederson, während auf den Außenverteidigerpositionen Brown und Semedo das Vertrauen bekamen. Neben Guendouzi bildete Kanté das defensive Mittelfeld. Offensiv brachte Kartal mit Greenwood, Aktürkoğlu und Muriqi gleich drei neue Akteure.
Lyon nutzt erste Torchance eiskalt
Von Beginn an merkte man beiden Teams die Wichtigkeit der Partie an. Während Fener zumindest in der Anfangsphase versuchte, das Spiel an sich zu reißen, wartete Lyon zunächst ab und lauerte auf Umschaltaktionen. Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich jedoch eine ausgeglichene Partie. Beide Mannschaften hatten zwar entsprechende Ballbesitzphasen, waren jedoch auf Spielkontrolle bedacht und riskierten offensiv kaum etwas. Entsprechend gab es für die Fans im Chobani Stadyumu lange keine spielerischen Höhepunkte zu bestaunen. Aus Fener-Sicht waren ein Kopfball von Muriqi neben das Tor (9.) sowie ein wuchtiger Distanzversuch von Greenwood (42.) die einzigen nennenswerten Torannäherungen. Als jeder davon ausging, dass die höhepunktearme erste Hälfte auch torlos enden würde, schlugen die Gäste aus Lyon dann doch noch zu. Die Fener-Defensiv bekam gleich mehrfach den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum geklärt. Auf der rechten Seite setzte sich dann der ehemalige Bayern-Spieler Tolisso durch und flankte auf den kurzen Pfosten. Zum Nutznießer avancierte der ehemalige Bundesliga-Profi Openda, der den Raum in der unsortierten Fener-Defensiv eiskalt ausnutzte und den Ball per Kopf zur glücklichen 1:0-Führung im Tor unterbringen konnte (40.). In der Nachspielzeit wurde es dann kurz hitzig, als Talisca nach einem Ziehen von Tolisso im Strafraum zu Boden ging. Für den deutschen Schiedsrichter Jablonski reichte der Kontakt für einen Strafraum aber nicht aus, weshalb es mit der knappen Halbzeitführung für die Franzosen in die Kabine ging.
Maç sonucu: Fenerbahçe 1-1 O. Lyon pic.twitter.com/6hEDxT0MsX
— Fenerbahçe SK (@Fenerbahce) August 18, 2026
Greenwood bringt Fener zurück ins Spiel
Die "Kanarienvögel" meldeten sich mit Wiederanpfiff der Partie eindrucksvoll zurück. Aktürkoğlu bediente Neuzugang Greenwood, der auf seiner rechten Außenbahn ins Dribbling ging und nach mehreren Haken per sattem Linksschuss ins obere linke Eck sehenswert zum 1:1-Ausgleichstreffer traf (47.). Verglichen mit der ersten Halbzeit, nahm die Partie daraufhin deutlich mehr an Fahrt auf, was auch an der Intensität und den robusten Zweikämpfen bemerkbar wurde. Lyon wäre nur wenige Minuten später beinahe der zweite Treffer gelungen. Ein Schuss von Torschütze Openda ging aus Fener-Sicht glücklicherweise nur an den Pfosten (52.). Auch Fener-Angreifer Talisca probierte es aus ähnlicher Distanz, doch sein Schlenzer ging nur knapp links am Tor vorbei (58.). Fener schaltete offensiv einen Gang hoch und kam durch Muriqi (69.) und Fenerbahçe Aktürkoğlu (71.) zu zwei aussichtsreichen Kopfbällen, die allerdings vom gegnerischen Keeper pariert werden konnten. Kartal setzte neue Impulse in der Offensive und brachte Nene und Asensio für Aktürkoğlu und Talisca (73.). Der eingewechselte Nene hatte dann auch den Führungstreffer auf dem Fuß, wobei sein Schuss nur das Aluminium traf (80.). Zu seinem Debüt im Fener-Dress kam in der Schlussphase auch Neuzugang Lukaku (83.). Beide Defensivreihen ließen jedoch bis zum Schlusspfiff nichts mehr Nennenswertes zu, weshalb sich am Ergebnis nichts mehr änderte. Mit dem leistungsgerechten Remis wahrt die Kartal-Truppe alle Chancen auf den Einzug in die Königsklasse.
Das Rückspiel in Lyon findet kommende Woche am Mittwoch (21.00 Uhr MEZ) statt. In der Liga muss Fener aber zunächst am Samstag (20.30 Uhr MEZ) vor heimischer Kulisse gegen Konyaspor ran.
Foto: Ahmad Mora/Getty Images
