Nach 24 Jahren Abwesenheit auf der großen WM-Bühne hatte sich die Türkei ihre Rückkehr ganz anders vorgestellt, als mit 0:2 gegen robuste und defensivstarke Australier zu verlieren. Die Idee von Nationaltrainer Vincenzo Montella, den gelernten Flügelspieler Kerem Aktürkoğlu als falsche Neun im Sturmzentrum aufzustellen, ging dabei mächtig schief. Vor dem zweiten, enorm wichtigen Gruppenspiel gegen Paraguay am frühen Samstagmorgen könnte der "Millî Takım" eine taktische beziehungsweise personelle Umstellung in der Sturmspitze guttun.
Die enttäuschende Auftakt-Niederlage der Türkei gegen Australien nur an Kerem Aktürkoğlu festzumachen, wäre nicht nur unfair, sondern auch inhaltlich schlichtweg falsch. Allerdings wirkte der gegen die Mannschaft von Trainer Tony Popovic als falsche Neun aufgebotene Fenerbahçe-Profi über weite Strecken der Partie fast schon verloren, was nicht zuletzt eng mit der Physis und der robusten Gangart der gegnerischen Innenverteidiger zusammenhing. Außer einer vergebenen Großchance in der 78. Spielminute war von Aktürkoğlu wenig Positives zu sehen. Naturgemäß hagelt es in den türkischen Medien nun Kritik am 27-Jährigen, aber auch an Vincenzo Montella, der die personelle und taktische Ausrichtung in seiner Rolle als Nationaltrainer verantwortet.
Klassischer Neuner von höchster Qualität fehlt der Türkei
Wenn die Türkei am frühen Samstagmorgen (5.00 Uhr MESZ) im kalifornischen Santa Clara auf Paraguay trifft und dabei fast schon zum Siegen verdammt ist, könnte es die eine oder andere Umstellung im Vergleich zur Niederlage gegen Australien geben. Dabei steht auch Aktürkoğlu im Fokus, der gegebenenfalls auf den linken Flügel rücken könnte, um dort den im ersten Gruppenspiel ebenfalls schwachen Barış Alper Yılmaz zu ersetzen. Im Sturmzentrum könnte dann Can Uzun von Eintracht Frankfurt oder Deniz Gül auflaufen. Jedoch bringen auch diese beiden Personalien gewisse Fragezeichen mit sich: Uzun ist zwar deutlich größer als Aktürkoğlu, doch seine Stärken kommen im offensiven Mittelfeld beziehungsweise in den Halbräumen ganz klar am besten zur Geltung. Der beim FC Porto unter Vertrag stehende Gül hingegen ist gelernter Stürmer, verfügt auf höchstem Niveau bislang aber nur über wenig Erfahrung. In jedem Fall steht Montella vor einer kniffligen Aufgabe, was seine Startaufstellung gegen eine mit allen Wassern gewaschene Truppe aus Paraguay angeht.
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