Nach dem enttäuschenden 2:2-Unentschieden gegen Çorum FK zum Auftakt der neuen Süper-Lig-Saison kippt die Stimmung bei Galatasaray endgültig. Bei der Pressekonferenz nach dem Spiel deckte Trainer Okan Buruk die Missstände im Management und Kader schonungslos auf und forderte für die kommende Woche mindestens eine Neuverpflichtung. Andernfalls drohe, dass sich die Situation noch verschlimmere.
Als Okan Buruk den Pressekonferenzraum im RAMS Park betrat, nickte er einmal kurz den anwesenden Journalisten begrüßend zu, holte tief Luft und setzte dann zu einem bemerkenswerten Statement an: "Wir mussten heute Abend gewinnen, um die Stimmung zu ändern", gibt der Galatasaray-Trainer zu. Dies sei nicht gelungen, dementsprechend schlecht sei die Laune. "Unsere gesamte Vorbereitung dreht sich um Themen wie Pessimismus, die Testspiele, Kritik am Kader, Erwartungen, alles auf einmal", moniert Buruk, ohne dabei einen direkten Adressaten zu nennen. Fakt sei nun mal, die aktuelle Situation sei schlecht.
"Wir sind damit in keiner Weise zufrieden."
"Niemand von uns genießt das derzeit – weder unser Präsident, noch ich, noch der Vorstand, noch Sie, die Medien, noch die Fans. Wir sind damit in keiner Weise zufrieden", fasst es Buruk eindringlich zusammen. Primärer Streitpunkt ist und bleibt die andauernde Transferflaute. Mit Ausnahme des zunächst geliehenen Lesley Ugochukwu hat der türkische Meister in diesem Sommer noch keine Neuverpflichtung getätigt, während die Konkurrenz einen Hochkaräter nach dem anderen präsentiert. "Das ist nichts, was wir absichtlich tun. Wir sprechen mit vielen Spielern, wir arbeiten an vielen Spielern und wir haben vielen Spielern Angebote unterbreitet", gibt Buruk einen Einblick in die stockenden Verhandlungen.
Mindestens ein neuer Spieler soll bis Freitag kommen
Aber auch die Geduld des 52-Jährigen scheint mittlerweile erschöpft. Bat Buruk in den zurückliegenden Wochen noch um Geduld, fordert auch er jetzt schnellstmöglich Transfers. "Diese Woche ist entscheidend. Neuzugänge in dieser Woche sind von zentraler Bedeutung. Sie sind wichtig für die Kaderbreite, den internen Konkurrenzkampf und für Spieler, die als Einwechselspieler zum Einsatz kommen können", so der klare Appell in Richtung Vorstand. Dabei drückt der gelb-rote Schuh an nicht nur einer Stelle. "Wir haben viele Schwächen im Angriff. Wir brauchen vor allem Verstärkungen im offensiven Mittelfeld, im Sturm und auf den Flügeln", verlangt Buruk.
Nichtsdestotrotz habe das Team das Potenzial, auch in diesem Jahr die Meisterschaft zu gewinnen. Man gehöre nach wie vor zu den Top-Favoriten, so Buruk abschließend. Nach der Beinahe-Blamage gegen Çorum spielt Galatasaray auch am 2. Spieltag wieder bereits am Freitag – wieder gegen einen Aufsteiger, diesmal Erzurum.
