Das war ein hartes Stück Arbeit für Galatasaray! Im Atatürk-Olympiastadion bot Aufsteiger Ümraniyespor den Gelb-Roten über weite Strecken einen harten Kampf und konnte die Partie insbesondere im ersten Durchgang ausgeglichen gestalten. Auf Basis einer klaren Leistungssteigerung und teilweise drückender Überlegenheit in der zweiten Hälfte ging Galatasaray dank des späten Treffers zum 1:0-Endstand durch den eingewechselten Bafétimbi Gomis doch noch als Sieger vom Platz. Damit stehen bei „Cim Bom“ sechs Punkte aus den ersten drei Begegnungen auf der Habenseite, was auf dem Papier nach einem gelungenen Saisonstart klingt. In der Praxis hat Galatasaray spielerisch aber noch reichlich Luft nach oben.

Im Vergleich zur enttäuschenden 0:1-Heimniederlage gegen Giresunspor am vergangenen Spieltag veränderte Trainer Okan Buruk seine Mannschaft auf einer Position. Für den verletzten Fredrik Midtsjø rutschte Lucas Torreira erstmals in die Startaufstellung der „Löwen“. Abgesehen davon liefen die in einer 4-2-3-1-Formation agierenden Gelb-Roten mit dem aktuell verfügbaren Stammpersonal auf: Dieses umfasste vor Torhüter Muslera eine Viererkette aus van Aanholt, Bardakçı, Nelsson und Boey. Auf der Doppelsechs begannen Oliveira und Torreira, während Akbaba das Vertrauen im offensiven Mittelfeld erhielt. Ergänzt wurde die Anfangself durch Aktürkoğlu und Akgün auf den beiden Flügeln sowie Seferović in der Sturmspitze.

Erste Halbzeit auf Augenhöhe

Dass Aufsteiger Ümraniyespor in der Süper Lig nicht an den Start geht, um Geschenke zu verteilen, bewiesen die Istanbuler bereits am ersten Spieltag beim fast schon sensationellen 3:3-Unentschieden gegen Fenerbahçe mehr als eindrucksvoll. Auch gegen Galatasaray versteckte sich die Mannschaft von Trainer Recep Uçar keineswegs und näherte sich dem Tor der Gäste bereits nach sechs Minuten durch einen Distanzschuss auf Höhe der rechten Strafraumkante von Ayık an. Etwas überraschend tat sich „Cim Bom“ in der Anfangsphase recht schwer gegen ein kämpferisch auftretendes, aber von der individuellen Klasse her nicht mit Galatasaray vergleichbares Ümraniyespor, das in Person von Del Valle mit einer weiteren guten Chance zu verschwenderisch umging (19.). Abschlüsse erspielen konnten sich zwar auch die Buruk-Schützlinge, doch weder Versuche von Akbaba noch von Akgün sorgten für ernsthafte Schweißausbräuche beim 37-jährigen Kırıntılı im Kasten von Ümraniyespor. Mächtig strecken musste sich der Torwart-Routinier erst nach einer knappen halben Stunde, als Oliveira einen Fernschuss in Richtung des linken unteren Ecks abfeuerte (28.). Jedoch blieb der Schuss des Portugiesen ebenso wenig von Erfolg gekrönt wie ein Abschluss von Akgün nach schöner Passstafette in der 31. Spielminute. Ohne weitere nennenswerte Aktionen pfiff Schiedsrichter Ali Şansalan beim Stand von 0:0 zur Pause.

Galatasaray erhöht Schlagzahl

Auch Trainer Buruk blieb nicht verborgen, dass seiner Mannschaft neue Impulse für den Angriff gut tun würden. So schickte der 48-Jährige mit Beginn des zweiten Durchgangs Mertens für den blassen Akbaba auf den Rasen. Mit der Unterstützung des belgischen Stars wirkten die „Löwen“ agiler im Angriff und generell griffiger. Folgerichtig bot sich Galatasaray in der 50. Minute die bis dato mit Abstand größte Tormöglichkeit des Abends, als Aktürkoğlu Seferović mit einer Hereingabe von links mustergültig bediente. Der Schweizer machte aus nächster Nähe fast alles richtig, doch die Latte stellte sich dem 1:0 für die Gelb-Roten in den Weg. Galatasaray erhöhte den Druck in dieser Phase merklich im Vergleich zur ersten Hälfte, sodass die Führung nur noch eine Frage der Zeit zu sein schien. Für diese hätte Boey kurz nach dem Seferović-Lattenkracher beinahe gesorgt, Ümraniyespors starker Schlussmann Kırıntılı hinderte den Abschluss des Franzosen gerade noch so vor dem Einschlag ins obere rechte Eck (53.). Gegen die Drangphase der „Löwen“ kämpfte der Aufsteiger mit allen Mitteln an und machte dabei einen guten Job. Dabei avancierte Kırıntılı mehr und mehr zum Mann des Abends: Auch über einen präzisen Kopfball des 1,69 Meter kleinen Mertens nach einer Flanke von Boey über die rechte Seite behielt der 37-Jährige die Oberhand (71.). In der zerfahrenen und von zahlreichen Fouls geprägten Schlussphase sollte Edeljoker Gomis, der für den fleißigen, aber unglücklichen Seferović kam, für mehr Durchschlagskraft im Angriff sorgen. Und tatsächlich – wie schon am ersten Spieltag bei Antalyaspor – gelang dem 37-jährigen Franzosen der Lucky Punch für „Cim Bom“. Van Aanholt hatte Gomis kurz vor dem Strafraum bedient, dieser reagierte gedankenschnell, drehte sich um die eigene Achse und versenkte das Leder nach kurzem Dribbling mit einem wuchtigen Abschluss halbhoch links im Netz (86.). Das tapfer kämpfende Ümraniyespor war nun geschlagen – es blieb beim 1:0 für Galatasaray.

Die nächste Aufgabe in der Süper Lig hat es in sich für Galatasaray: Nächsten Sonntag gastiert „Cim Bom“ beim amtierenden Meister Trabzonspor, der am Mittwoch im Playoff-Rückspiel gegen den FC Kopenhagen um die Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League kämpft.