Türkischen Medienberichten zufolge wird bei Fenerbahçe vereinsintern aktuell darüber diskutiert, ob man in Zukunft in ein neues Stadion umziehen und dafür Kadıköy verlassen möchte. Angesichts der Heim-EM im Jahr 2032 sind in der Türkei neue Stadion-Bauten geplant und Fenerbahçe habe die Möglichkeit, davon zu "profitieren".
Die Europameisterschaft 2032 wird in Italien und in der Türkei stattfinden. Hierfür planen nun beide Länder, massiv in die Stadion-Infrastruktur zu investieren. Neben umfangreichen Renovierungsarbeiten in bereits bestehenden Spielstätten von etablierten Klubs sind auch die Errichtung gänzlich neuer und moderner Fußballtempel geplant – eines dieser Prestigeprojekte soll dabei in Istanbul realisiert werden. Die Hoffnung des türkischen Fußballverbands TFF ist es, das hier auch das Endspiel der Europameisterschaft ausgetragen werden soll. Da ein solches Stadion aber einfach zu schade dafür wäre, nur für ein Turnier wirklich genutzt zu werden und ansonsten weitestgehend zu vereinsamen, überlegt man, das neue Stadion zur Spielstätte eines großen Süper-Lig-Klubs zu machen, der die Strahlkraft hätte, die Zuschauerränge zu füllen. Vor diesem Hintergrund soll man nun vor allem Fenerbahçe im Sinn haben.
Neues Stadion für 75.000 Fans in Maltepe geplant
Wie in türkischen Medienhäusern berichtet wird, habe Fenerbahçe-Präsident Aziz Yıldırım bei einem Vorstandsmeeting des Vereins die zukünftigen Stadionpläne angesprochen. Es ist bekannt, dass es Pläne gibt, das zunehmend baufällige Şükrü Saracoğlu Stadı, das das letzte Mal vor 20 Jahren ausgebaut wurde, umfangreich zu renovieren, um gleichwohl den Ansprüchen des modernen Fußballs gerecht zu werden als auch um die Zuschauerkapazität von knapp 50.000 zu erhöhen. Dabei eröffnete Yıldırım den übrigen Vereinsvertretern, dass türkische Staatsbehörden vorgeschlagen hätten, dass Fenerbahçe ins neue für Istanbul geplante EM-Stadion umziehen könnte. Dieser Bau ist im Stadtteil Maltepe geplant, soll als Flaggschiff der EM 2032 dienen und bis zu 75.000 Zuschauern Platz bieten.
Regierung will, dass ein Top-Klub ins neue Stadion zieht
Da man nicht wolle, dass das neue geplante Stadion zur reinen Event-Arena verkomme, bzw. einen ähnlichen Status wie das Atatürk-Olympiastadion einnehme, was die Regierung aber aufgrund der Geschichtsträchtigkeit des Baus aber nicht aufzugeben gedenke, sei es im besten Interesse der Stadt Istanbul, wenn das neue Stadion einen Fußballverein beherbergt, der regelmäßig dort spielt, eine große Anhängerschaft mitbringt und im Idealfall auch international vertreten ist. Aufgrund der Lage des geplanten Stadionbaus östlich des Bosporus, mit relativer Nähe zur Fenerbahçe-Heimat Kadıköy böte sich hierfür eben vor allem der 19-malige türkische Meister als entsprechender Klub an.
Aziz Yıldırım will nichts voreilig entscheiden
Tatsächlich seien die Stadion-Planungen sowie die Überlegung, die neue Spielstätte Fenerbahçe zur Verfügung zu stellen, bereits recht konkret und Aziz Yıldırım sei extra nach Ankara gereist, um sich dort mit Regierungsvertretern zu treffen und die Möglichkeiten zu eruieren. Jedoch machte der Vereinspräsident klar, dass er ohne Zustimmung des Vorstands und der Fans ohnehin nichts beschließen würde und dass für ihn ein solcher Schritt nur dann infrage käme, wenn dieser dem Verein greifbare Vorteile brächte. Diesbezüglich sei er sich nach aktuellem Stand aber noch nicht sicher. Sollte er aber von diesem Projekt überzeugt sein, werde er den Vorschlag des Stadion-Umzugs der Generalversammlung vorlegen, wo dann demokratisch darüber abgestimmt werden könne.
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