Nach einem leidenschaftlichen Auswärts-Auftritt bei Lyon konnte der türkische Vizemeister Fenerbahçe nach 18-jähriger Abstinenz wieder das Ticket für die Champions League lösen. Ein Doppelschlag durch Muriqi (24.) und Brown (28.) brachte die Kartal-Truppe auf die Siegerstraße. Die Franzosen kamen zwar in Hälfte zwei noch zum Anschlusstreffer, verpassten aber den Ausgleich. Gleich zwei VAR-Interventionen ließen die Fener-Fans allerdings zittern.
Im Vergleich zum 4:2-Erfolg am Wochenende in der Süper Lig gab es für Fener-Coach İsmail Kartal kaum Anlass für personelle Veränderungen. Lediglich für den verletzten Kerem Aktürkoğlu rückte Oğuz Aydın neu in die Startelf.
Doppelschlag bringt Fener auf CL-Kurs
Im 306. Spiel auf europäischer Bühne – Fener weist bis dato eine Europapokal-Bilanz von 121 Siegen, 67 Remis und 117 Niederlagen auf – hatte der türkische Vizemeister den deutlichen besseren Start, wobei die erste zwingende Torchance dennoch auf das Konto der Gastgeber aus Lyon ging. Ederson konnte den Distanzhammer von Fofana aber klären (8.). Die Gelb-Marineblauen kamen wenige Minuten später erstmals gefährlich vor das Tor. Über die linke Seite setzte sich Brown hervorragend durch. Der Linksverteidiger verpasste allerdings das Zuspiel auf den besser postierten Muriqi im Zentrum und probierte es aus kürzester Distanz selbst. Lyon-Keeper konnte den Ball noch über das Tor lenken. Aus der darauffolgenden Ecke hätte beinahe der überzeugend aufspielende Aydın (13.) Kapital geschlagen. Der getretene Eckball flog an allen Spielern vorbei und ging schließlich an das Lattenkreuz – Pech für Fener!
Von Beginn überzeugte die Kartal-Truppe mit einem sehr wachsamen und kontrollierten Spiel, sei es gegen den Ball als auch im offensiven Drittel. So ließ auch die verdiente Führung nicht lange auf sich warten. Die Lyon-Defensive ließ Aydın unbedrängt auf Muriqi flanken. Der Kosovare stieg am höchsten und köpfte den Ball zunächst direkt auf Lyon-Keeper Greif. Beim Abpraller stand er allerdings goldrichtig und staubte per Rechtsschuss ab (24.). Die Gäste aus Istanbul blieben auch nach dem Führungstreffer dran und kamen wenig später abermals zum Erfolg. Eine Ecke von Greenwood ging an allen Lyon-Verteidigern vorbei in Richtung Brown, der unbedrängt per Kopf den zweiten Treffer des Abends erzielten konnte (28.). Der Doppelschlag erwies sich für die Franzosen als Wirkungstreffer, denn jene taten sich merklich schwer, wieder zurück ins Spiel zu finden. Nach einer Ecke war Fener in der Defensive dennoch im Glück, denn ein missglückter Klärungsversuch von Muriqi im eigenen Strafraum ging ans Aluminium (35.). Auch Fener-Keeper Ederson wurde kurz vor der Halbzeitpause einmal geprüft, konnte gegen den wuchtigen, aber zu zentralen Distanzschuss von Morton parieren (41.). So ging es nach einer turbulenten ersten Halbzeit, in der Fener mit viel Leidenschaft und Mut zu Werke ging, mit der verdienten 2:0-Führung in die Halbzeitpause.
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— Fenerbahçe SK (@Fenerbahce) August 26, 2026
Lyon drängt auf den Ausgleich
Ohne personelle Wechsel ging es für beide Mannschaften wieder zurück auf den Rasen. Angesichts des Rückstands gingen die Franzosen deutlich mehr Risiko und wurden offensiver, was aus Fener-Sicht entsprechende Räume in der Offensive öffnete, wobei ein dritter Treffer, trotz einiger aussichtsreicher Aktionen, nicht gelingen wollte. Stattdessen wurde man in der Defensive nachlässig, was Lyon wieder zurück ins Spiel brachte. Die Fener-Defensive verpasste es, eine Hereingabe von Maitland-Niles zu verhindern. Fofana schockte die "Kanarienvögel" mit einer sehenswerten Volleyabnahme im Strafraum, die für Ederson unhaltbar über die lange Ecke den Weg ins Tor fand (61.). Nur vier Minuten später klingelte es abermals im Kasten von Ederson, wobei der Treffer nach einer Abseitsposition vom VAR aberkannt wurde (65.). Den vermeintlichen zweiten Treffer erzielte Lyon dann in der 72. Spielminute, wobei auch in diesem Fall nach einer vierminütigen Überprüfung durch den VAR das Tor nach einem vorherigen Foulspiel an Brown annulliert wurde.
Um für mehr Entlastung zu sorgen, wechselte Kartal in der Schlussphase mit Nene (76.), Kahveci (80.) und Lukaku (80.) gleich drei frische Kräfte ein. Einmal mehr musste Fener kurz zittern, denn eine Riesenchance zum Ausgleich verpasste der eingewechselte Boudache, nachdem er aus kürzester Distanz den Ball rechts am Kasten vorbeischoss (90.). Abgesehen davon hielten die Gelb-Marineblauen den Angriffen der Franzosen bis zum Ende tapfer stand und konnten so den verdienten 2:1-Auswärtssieg bejubeln. Nach 18-jähriger Abstinenz und zahlreichen missglückten Versuchen kehrt Fener wieder zurück in die Ligaphase der Champions League. In der Liga geht es bereits am Sonntag auswärts bei Samsunspor (20.30 Uhr MEZ) wieder weiter.
Foto: X / Fenerbahçe SK
