Am Ende sorgte der FC Barcelona für klare Verhältnisse, doch beim 4:1-Sieg in Istanbul gebührte die Show zunächst den Gastgebern. Galatasarays Traum vom Sensationssieg platzte aber schnell, als die Partie nach dem Seitenwechsel abrupt kippte.
Mit der Stimmung in den türkischen Stadien ist das bekanntlich so eine Sache. In freudiger Erwartung oder im Erfolgsfall gibt es kaum Orte, wo der Fußball frenetischer, emotionaler und schlichtweg lauter zelebriert wird. Wenn das Spielgeschehen auf dem Rasen aber nicht mehr zwingend zum Singen, Schreien und Hüpfen einlädt, dann ist im weiten Rund auch ziemlich schnell die Luft raus. Am Dienstagabend war das spätestens ab der 55. Minute der Fall. Da hatte Barcas Gordon gerade auf 3:1 für die Gäste gestellt und den Weichen voll auf einen katalanischen Sieg gestellt. "Das 1:3 fiel zu früh, mit dem Rückstand sank dann unsere Moral", musste anschließend auch Okan Buruk zugeben.
"Bis zu einem gewissen Punkt lief es gut für uns"
Bis zur Halbzeitpause sah der Galatasaray-Trainer einen couragierten Auftritt seines Teams, das sich nach der überraschenden Führung durch Batrakov trotz eines deutlichen Chancenwuchers noch relativ schadlos behaupten konnte. "Bis zu einem gewissen Punkt lief es gut für uns. Wir trafen sogar ein zweites Mal, aber der Treffer wurde aberkannt. Dann zogen wir uns aber zu sehr zurück", fasste Buruk die Partie bis zum Halbzeitpfiff zusammen. Dem türkischen Rekordmeister sei durchaus klar gewesen, dass der Ballbesitz von Barcelona erdrückend sein kann, so Buruk, nur bestünde das gegnerische Team nun mal aus "sieben oder acht Spielern, die Weltmeister wurden", Spieler, die sich in ihrer absoluten Topform befänden und mitunter dann schlichtweg nicht zu verteidigen seien. "Wir haben Druck gemacht, aber beim Pressing dachten wir ständig nur, ob sie überhaupt irgendwann mal den Ball verlieren", so Buruk über die katalanische Maschinerie.
Seeeelfieeeeee https://t.co/j4k2Vo1VSW
— FC Barcelona (@FCBarcelona) October 13, 2026
Nach der Pause war es dann Lamine Yamal, der der kollektiven Weltklasse noch seine ganz persönliche Qualität aufsetze. Der 19-jährige Spanier war im Minutentakt an nahezu jeder Offensivaktion beteiligt, dribbelte, flankte, schoss, und brachte Galatasaray buchstäblich zur Verzweiflung. Aufzuhalten war der überragende Linksfuß nicht. An allen drei Treffern im zweiten Durchgang war Yamal direkt beteiligt. "Man sieht, er hat Spaß am Fußballspielen. Das hat er vor allem in der zweiten Halbzeit gezeigt", so die völlig untertriebene Einordnung von seinem Trainer Hansi Flick. "Er war einer der Spieler, die das Spiel für uns gedreht haben."
Foto: Burak Kara / Getty Images
