Nach Abstiegsdrama am letzten Spieltag: Antalya wittert Wettbewerbsverzerrung!

In einem spektakulären Saisonfinish hat Antalyaspor den Klassenerhalt nicht geschafft und steigt damit erstmals seit 2015 wieder in die zweitklassige 1. Lig ab. Nach dem feststehenden Abstieg kam es zu Auseinandersetzungen auf dem Klub-Gelände, wobei Präsident Rıza Perçin aussprach, was viele am Sonntagabend gedacht haben dürfen. 

Kurz vor Mitternacht entlud sich der ganze Frust einiger Antalya-Anhänger. Als Klub-Präsident Rıza Perçin gerade das Vereinsgelände verlassen wollte, wurde er von einem wütenden Mob konfrontiert und zur Rede gestellt. Es kam neben Wortgefechten auch zu einem kurzen Handgemenge zwischen Sicherheitskräften und einigen Fans. Warum der Abstieg des Mittelmeerklubs nicht eher hätte verhindert werden können, wollten die aufgebrachten Anhänger wissen. Perçin schwieg erst, fauchte dann aber zurück: "Die Mannschaften aus Istanbul und Trabzonspor … ich sage dazu besser nichts, aber sie haben das getan, was man von ihnen erwarten konnte!"

Alle Kontrahenten punkten gegen die Top-Teams 

Was Perçin meint, aber nicht direkt ausspricht: Die Top 3 der Süper Lig, die am Sonntagabend allesamt direkte Kontrahenten von Antalyaspor im Abstiegskampf als Gegner hatten, haben sich aufgegeben und ihre Spiele abgeschenkt. Denn durch die Niederlage von Galatasaray (0:1 bei Kasımpaşa) und Trabzonspor (0:3 gegen Gençlerbiliği) und das 3:3-Unentschieden von Fenerbahçe gegen Eyüpspor war der Sieg Antalyas gegen Kocaelispor (1:0) wertlos. Hätte auch nur ein abstiegsbedrohter Klub anders gespielt, wäre Antalya am letzten Spieltag noch vorbeigezogen und hätte den Abstieg abgewendet. Besonders bitter: Fenerbahçe führte bis zu 87. Minute gegen Eyüpspor, kassierte dann spät durch einen abgefälschten Distanzschuss das 3:3 – der Treffer, der Antalya in die 1. Lig schickt!

Sechster Abstieg der Klubhistorie

Damit endet eine mehr als chaotische und enttäuschende Saison des sonst eigentlich so ambitionierten Mittelmeerklubs im ersten Abstieg seit 2015. Erst Emre Belözoğlu, dann Erol Bulut, bis zuletzt Sami Uğurlu – kein Trainer brachte nachhaltigen Erfolg und konnte das Team stabilisieren. Insgesamt ist es für Antalyaspor der sechste Abstieg aus der Süper Lig in der Vereinsgeschichte.