Am Samstagabend kam es am vierten Spieltag der Süper Lig zum heißerwarteten Derby zwischen Fenerbahçe und Beşiktaş. Nach einer äußerst intensiven Partie durften sich am Ende die "Schwarzen Adler" durch einen verdienten 2:1-Auswärtssieg über drei wichtige Punkte im Meisterschaftskampf freuen. Der Siegtorschütze war am Ende Dušan Vlahović, der auf seiner Erfolgswelle nach seinem Dreierpack aus dem Spiel gegen Çorum weiterritt.
Im Vergleich zum zum 2:0-Auswärtserfolg bei Samsunspor vom vergangenen Spieltag, trat Fenerbahçe tatsächlich mit der exakt gleichen Startformation an. Auch bei Beşiktaş sah Cheftrainer Vincenzo Italiano gegenüber dem 6:2-Heimsieg gegen Çorum FK vom vergangenen Montag keinen Grund, großartig umzustellen, weshalb es in der Startelf der Gäste lediglich eine personelle Änderung gab, wonach Emirhan Topçu den Vorzug vor Tiago Djaló erhielt. Hiervon abgesehen gab es keinerlei Änderungen.
Milan Škriniar bringt Fenerbahçe in Führung
Die Partie begann durchaus intensiv, mit vielen Zweikämpfen und einer hohen Bereitschaft zu Sprints auf beiden Seiten. Torchancen waren in der Anfangsphase jedoch selten. Die erste sehr vielversprechende Situation vorm gegnerischen Kasten hatte nach 15 gespielten Minuten, dank eines tollen Steckpasses Orkun Kökçü, Leandro Trossard, der jedoch an Ederson scheiterte, der rechtzeitig den Fuß rausfuhr. Ab diesem Moment war eigentlich Beşiktaş am Drücker, doch entgegen des Spielverlaufs waren es die Gastgeber, die in der 26. Spielminute durch Milan Škriniar in Führung gingen. Nélson Semedo hatte von rechts einen Einwurf in den BJK-Strafraum gebracht, wo Emmanuel Agbadou kurz die Übersicht verlor, was dem Kapitän der "Kanarienvögel" erlaubte, den Ball über die Torlinie zu stochern.
Rıdvan Yılmaz gleicht für Beşiktaş aus
Die Qualität des Spiels nahm im Zuge der Fenerbahçe-Führung vorerst etwas ab und es gab viele Zweikämpfe im Mittelfeld. Nach und nach jedoch fanden die Gäste ihren Mut wieder und spielten erneut mutig nach vorne. Dieser Einsatz wurde belohnt, als Leandro Trossard in der 38. Spielminute durch einen fabelhaften Außenristpass den auf der linken Seite kreuzenden Rıdvan Yılmaz in Szene setzte, der durch einen beherzten Abschluss ins lange flache Ecke setzte und somit das 1:1 erzielte. Der Ausgleich ging insgesamt in Ordnung und mit einem Treffer auf jeder Seite ging es auch in die Halbzeitpause.
Die Emotionen kochen hoch
Die zweite Hälfte begann tatsächlich noch hitziger als die erste. Es gab viele hart geführte Zweikämpfe und sehr lebhafte Diskussionen zwischen die Spieler. Vor allem Dušan Vlahović und Milan Škriniar gerieten immer wieder aneinander, weshalb beide Streithähne auch die Gelbe Karte sahen. Fußballerisch war es erneut Beşiktaş, dessen Spielanlage klarer durchschien und das zielstrebiger nach vorne spielte. Fener-Torwart Ederson musste wiederholt eingreifen und den Rückstand verhindern. So beispielsweise auch in der 67. Spielminute, als er sich vorm kurz zuvor eingewechselten İlhan Fakılı groß machte und dessen Abschluss mit ausgestreckten Beinen parierte.
Dušan Vlahović bringt Beşiktaş in Front
Die "Schwarzen Adler" fanden immer besser in die Partie und spielten sich zunehmend vielversprechende Torchancen heraus. Dementsprechend lag die Beşiktaş-Führung in der Luft, als das Tor in der 73. Spielminute schlussendlich auch fiel. Hier war es der starke Junior Olaitan, der durch einen tollen Diagonalpass in die Tiefe Orkun Kökçü fand, der wiederum die Übersicht behielt und für den mitgelaufenen Dušan Vlahović querlegte, für den es dann, vor allem mit dem Dreierpack vom letzten Ligaspiel im Rücken, keine Herausforderung mehr war, den Ball zum 2:1 über die Linie zu schieben.
Derbystimmung auf dem Platz und auf den Rängen
Nun war Fenerbahçe gefordert und musste wieder mehr nach vorne spielen, um den Ausgleich zu erzielen. Dadurch ergaben sich für die Gäste auf der anderen Seite wieder mehr Räume. Dennoch gingen die Schwarz-Weißen nicht ins letzte Risiko, sondern bemühten sich primär um Spielkontrolle und ließen den Ball laufen. Die vielen Zweikämpfe sowie die emotional aufgekratzten und vieldiskutierenden Spieler machten es für Schiedsrichter Halil Umut Meler zunehmend schwerer, das Spiel unter Kontrolle zu bringen. Dementsprechend zerfaserte das Spiel zunehmend und es kam zu vielen Unterbrechungen, die eine Nachspielzeit von sieben Minuten nach sich zogen. Am Ende moderierte Beşiktaş das Spiel routiniert weg und brachte das Ergebnis somit über die Zeit.
Als nächstes darf sich Fenerbahçe nach 18 Jahren Abstinenz wieder auf die Champions League freuen, wo man am Donnerstag vor heimischer Kulisse die AS Rom empfängt. Beşiktaş darf noch eine Woche warten, bis die internationale Pflicht in der Europa League ruft. Davor aber geht es am Freitag zuhause in der Süper Lig gegen den Aufsteiger Erzurumspor.
Kadıköy’den yine galibiyetle ayrılıyoruz. 👊🦅
FB 1-2 BJK pic.twitter.com/1souoCqQz6
— Beşiktaş JK (@Besiktas) September 5, 2026
