AUGSBURG, GERMANY - SEPTEMBER 27: Players of Germany pose for a team photograph before the UEFA Nations League 2026/27 group phase match between Germany and Greece at WWK Arena on September 27, 2026 in Augsburg, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

0:1! Nur Bisseck überzeugt, sonst viele schwache Auftritte – die DFB-Elf in der Einzelkritik

Fünfmal die Note vier, einmal die Note fünf

Am Sonntagabend traf die deutsche Nationalmannschaft im zweiten Spiel der Ära Jürgen Klopp in der Nations League in der WWK ARENA Augsburg auf Griechenland. Im ersten Heimspiel für den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp setzte es eine bittere 0:1-Niederlage. Wie dabei die einzelnen deutschen Spieler performten, erfahrt ihr in der LIGABlatt-Einzelkritik. 

Alexander Nübel: Der Beşiktaş-Schlussmann erlebte einen bitteren Abend, da er nur einen Schuss auf seinen Kasten bekam, der dann aber entscheidend abgefälscht gleich drin war. Hiervon abgesehen hatte der 29-Jährige nicht wirklich was zu tun. Im eigenen Ballbesitz war er anspielbar, wenn nötig, in der Strafraumbeherrschung machte er es auch ordentlich. (Note: 3)

Josha Vagnoman: Der Stuttgarter war zwar stets anspielbar und machte weite Wege, hatte in der Entscheidungsfindung aber nicht immer die beste Lösung parat und ließ sich zu leicht unter Druck setzen. In den Zweikämpfen wirkte 25-Jährige etwa zu zögerlich und ließ sich wiederholt den Schneid abkaufen. Offensiv wiederum konnte Josha Vagnoman keine wirklichen Akzente setzen. Beim Gegentor sah der Rechtsverteidiger ebenfalls nicht gut aus. (Note: 4)

Yann Aurel Bisseck: Der Abwehrturm von Inter Mailand war mit großem Abstand der beste Deutsche an diesem Abend. Defensiv sehr stabil, sicher in den Pässen und mit einer allgemein guten Präsenz sorgte der 25-Jährige über lange Zeit hinten für Ruhe. Nur wenn der Abwehrhüne mal mit dem Ball am Fuß marschierte, schien es manchmal so, dass er seine Beine nicht richtig sortiert bekam. Insgesamt aber war dies ein echtes Bewerbungsschreiben von Yann Aurel Bisseck. (Note: 2)

Jonathan Tah: Enorm viel ins deutsche Spiel eingebunden, sollte der 30-Jährige hinten vorangehen und machte das über weite Strecken ordentlich, stand gut in den Räumen und spielte viele Pässe. Wenn der Bayern-Abwehrchef aber versuchte, von hinten das Spiel aufzubauen, kamen die entscheidenden langen Bälle meist nicht an. Wenn es hinten wiederum schnell gehen musste, wirkte Jonathan Tah phasenweise etwas phlegmatisch und war in den Zweikämpfen nicht immer bissig genug. (Note: 3)

Nathaniel Brown: Der Neuzugang der Bayern zeigte eine sehr identische Leistung, wie auch im Spiel gegen die Niederlande, in dem Sinne, dass er zwar über seine linke Seite mal seine guten Momente hatte, über weite Strecken aber nicht zu sehen war. Zu selten versuchte der 23-Jährige mal durchzubrechen und bis zur Grundlinie durchzulaufen, um den den Ball zurückzulegen, weshalb im deutschen Angriffsspiel auch nicht viel ging. Defensiv machte Nathaniel Brown seine Sache in Ordnung, ließ aber die nötige Schärfe vermissen. In den Schlussminuten ging der Linksverteidiger für Lokalmatador Hennes Behrens vom Platz. (Note: 3,5)

Felix Nmecha: Im deutschen Mittelfeld deckte der Achter von Borussia Dortmund weite Räume ab, ging oft in die Zweikämpfe und versuchte, offensiv den Druck zu erhöhen. In beiden Bereichen jedoch sah der 25-Jährige, der eigentlich gar nicht schlecht spielte, in den entscheidenden Momenten nicht gut aus, indem er vorne entweder den entscheidenden Pass nicht spielte, oder hinten in den Zweikämpfen einfach zu lässig agierte, so auch vorm 0:1. Dies schmälerte natürlich die Leistung Felix Nmechas ungemein. In der 84. Spielminute wurde der Dortmunder dann für Anton Stach ausgewechselt. (Note: 4)

Joshua Kimmich: Der Capitano der deutschen Mannschaft versuchte von Anfang an, seine Truppe anzuleiten und voranzugehen, indem er sich oft den Ball holte und viele Pässe spielte. Oftmals ließ sich der 31-Jährige in alter Kroos-Manier im eigenen Ballbesitz in den Linksverteidiger-Raum fallen, damit Nathaniel Brown vorrücken konnte, und versuchte, von hinten heraus das Spiel aufzubauen. Seine gefürchteten Chip-Bälle hinter die gegnerische Abwehrkette fanden aber leider zu selten einen Abnehmer. In der Arbeit gegen den Ball war Joshua Kimmich gewohnt giftig und konnte in mehreren Situationen den entscheidenden Passweg zustellen. Beim 0:1 fälschte der Sechser den Schuss von Torschütze Dimitris Kourbelis unglücklich ab. (Note: 2,5)

Karim Adeyemi: Der Barca-Neuzugang hatte in Amsterdam einen zwar sehr bemühten, aber auch unglücklichen Auftritt hingelegt, gegen Griechenland machte der 24-Jährige zwar auch nicht den glücklichsten Eindruck, war aber ein steter Aktivposten und ließ erahnen, was mit ihm in Zukunft in der deutschen Mannschaft noch möglich sein könnte. Oft ging der ehemalige Dortmunder ins Eins-gegen-Eins, oder suchte in Umschaltmomenten die Tiefe. Besonders wenn Adeyemi die Seiten wechselte und über links kam, machte der schnelle Stürmer viel Radau. Wenn der Linksfuß nur noch gefährlicher im Abschluss wäre, hätte die deutsche Mannschaft bereits deutlich weniger Probleme. Nach knapp 75 Minuten hatte Karim Adeyemi dann Feierabend und für ihn kam Serge Gnabry in die Partie. (Note: 3)

Bambasé Conté: Der Debütant hatte zu Beginn der ersten und zweiten Halbzeit jeweils einen gefährlichen Abschluss, hiervon abgesehen allerdings nicht allzu viele auffällige Momente. Sehr linkslastig spielend, hatte der Hoffenheimer allerdings große Probleme, wenn es mal körperlich robust wurde. Hier ging der 23-Jährige insgesamt meist zu zögerlich in die Zweikämpfe. In der 65. Spielminute war dann für Bambasé Conté Schluss und für ihn kam Florian Wirtz in die Partie. (Note: 3,5)

Kevin Schade: Sich mit Karim Adeyemi auf den Flügeln abwechselnd, hatte der Brentford-Profi in den ersten 30 Minuten ein paar ganz gute Momente, wo er mal die Tiefe suchte, oder versuchte, durch Hereingaben für Gefahr zu sorgen. Je länger die Partie aber ging, desto mehr tauchte der Angreifer aber ab. In der Arbeit gegen den Ball allerdings zeigte sich der 24-Jährige bemüht. Nach 64 Minuten wurde Kevin Schade aber runtergenommen und Jonathan Burkardt kam aufs Feld. (Note: 3,5)

Younes Ebnoutalib: Gegen die Niederlande, wo der Frankfurter nach einer knappen halben Stunde für Kai Havertz eingewechselt worden war, hatte Younes Ebnoutalib noch einen sehr erfrischenden Auftritt hingelegt. Von dieser Unbekümmertheit war an diesem Abend aber leider nur wenig zu sehen, da er nur selten in gefährlichen Situationen an den Ball kam und den Abschluss suchen konnte. Auch wurde der 23-Jährige vom überragenden Konstantinos Mavropanos, an dem überhaupt kein Vorbeikommen war, immer wieder in die Mangel genommen und sah gegen die griechische Abwehrkante trotz wiederkehrender Versuche keine Stiche. (Note: 4)

Florian Wirtz (ab Spielminute 65): Für den Debütanten Bambasé Conté gekommen, konnte der Liverpooler, der auch beim Klub keine gute Phase durchlebt, dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Zwar versuchte der 23-Jährige mehrere Angriffe einzuleiten, jedoch kam dabei nur wenig herum, oder der Pass war etwas zu steil. (Note: 4)

Jonathan Burkardt (ab Spielminute 65): Als zweiter Stürmer gekommen, war der Plan offensichtlich, offensiv mehr ins Risiko zu gehen. Dennoch war vom Frankfurter an der Seite von Vereinskollege Younes Ebnoutalib nach seiner Hereingabe praktisch gar nichts zu sehen und konnte gerade in der gegnerischen Box nicht für zusätzliche Präsenz sorgen. Über weite Strecken wirkte es so, als wäre Jonathan Burkardt gar nicht auf dem Platz. (Note: 5)

Serge Gnabry (ab Spielminute 75): Bereits gegen die Niederlande hatte der Bayern-Profi nach seiner Hereinnahme vorm Gegentor schlecht ausgesehen, auch in diesem Spiel war es nicht viel besser. Zwar versuchte Serge Gnabry noch mit ein, zwei Pässe in den gegnerischen Strafraum für Gefahr zu sorgen, jedoch verpufften diese Versuche. Was allerdings auch auffiel, war die Schlafmützigkeit, mit der Serge Gnabry angelaufen und zu Fehlpässen gezwungen werden konnte. (Note: 4)

Hennes Behrens (ab Spielminute 84): In den Schlussminuten kam der Augsburger im heimischen Publikum zu seinem Länderspieldebüt und ersetzte dabei Nathaniel Brown. Wegen der kurzen Einsatzzeit entfällt die Bewertung.

Anton Stach (ab Spielminute 84): Wie schon gegen die Niederlande, kam auch hier der Mann von Leeds United zu seinem Einsatz, wo er allerdings ebenfalls keinen positiven Wind mitbringen konnte. Auch hier entfällt wegen der wenigen Minuten die Bewertung.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images