OSNABRUECK, GERMANY - SEPTEMBER 02: Harry Kane of Bayern Munich celebrates scoring his team’s first goal with teammates during the DFB Cup 2026/27 first round match between VfL Osnabrück and FC Bayern München at Stadion an der Bremer Brücke on September 02, 2026 in Osnabrueck, Germany. (Photo by Lars Baron/Getty Images)

4:1! Olise, Kane & Kimmich stark, Tah & Saibari enttäuschen – die Bayern in der Einzelkritik

Auch Bischof und Stanišić mit guten Auftritten

Am Mittwochabend traf der FC Bayern München in der ersten Runde des DFB-Pokals auswärts auf den VfL Onsabrück. In einer über weite Strecken erstaunlich ereignisarmen Partie gewann der deutsche Rekordmeister am Ende jedoch souverän mit 4:1 und zieht somit in die zweite Runde des Pokalwettbewerbs ein. Wie gut sich dabei die Bayern-Profis in diesem Spiel schlugen, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik. 

Jonas Urbig: Beim frühen Gegentor war die etatmäßige Nummer zwei der Münchner absolut chancenlos, im restlichen Verlauf der Partie hatte Jonas Urbig allerdings nur wenig zu tun. Wenn er dann aber mal gefordert wurde, war er da. (Note: 3)

Nathaniel Brown: In diesem Spiel als Linksverteidiger eingesetzt, hatte der deutsche Nationalspieler keinen wirklichen Zugriff auf die Partie und schaffte es nicht, offensiv für Durchbrüche zu sorgen. Dennoch zeigte er mit dem Ball am Fuß Ruhe und spielte sichere Pässe. Gegen den Ball allerdings trat Nathaniel Brown zuweilen etwas zögerlich auf und hatte in den Zweikämpfen so seine Probleme. In der 62. Spielminute wurde Brown durch Alphonso Davies ersetzt. (Note: 3,5)

Kim Min-Jae: Vorm 0:1 hatte der Südkoreaner große Abstimmungsprobleme mit seinem Nebenmann Jonathan Tah, sodass Torschütze Robin Meißner den Raum hatte, aus der Distanz traumhaft abzuschließen. Nach dem Gegentreffer allerdings zeigte sich Min-Jae sehr bemüht, führte viele Zweikämpfe, ging mit einer guten Aggressivität voran und ließ überhaupt nichts mehr zu. (Note: 3,5)

Jonathan Tah: Ebenso wie Kim Min-Jae sah Jonathan Tah vorm 0:1 nicht gut aus, als er einen weiten Ball falsch einschätzte und so unabsichtlich für Robin Meißner auflegte. Dies war allerdings der einzige Fehler im Spiel des deutschen Nationalspielers, der allerdings hiernach auch nicht mehr wirklich gefordert wurde. (Note: 4)

Josip Stanišić: Auf seiner rechten Seite sowohl offensiv wie auch defensiv sehr aktiv, machte der Kroate eine sehr ordentliche Partie, in der große Ballsicherheit und dazu noch eine enorme Zweikampfstärke bewies, ohne jedoch für die ganz spektakulären Momente zu sorgen. (Note: 2)

Tom Bischof: Als Ballverteiler im Mittelfeld sehr abgeklärt, ging dem 21-Jährigen nach vorne allerdings ein wenig die Kreativität ab, weshalb er meist die sicherere Passoption zur Seite wählte. In der 24. Spielminute jedoch spekulierte Tom Bischof genau richtig auf den Abpraller von Luis Díaz und schob zum zwischenzeitlichen 2:1 ein. In den Zweikämpfen war die neue Nummer acht der Bayern zwar sehr aktiv, stieß aber auch an seine physischen Grenzen. In der 80. Spielminute ging Bischof für Aleksandar Pavlović vom Platz. (Note: 2)

Joshua Kimmich: Mit der Kapitänsbinde am Arm war der 31-Jährige einmal mehr das Herz im Spiel des deutschen Rekordmeisters, der praktisch jeden Ball anzog und endlos viele Pässe spielte. Anders als Tom Bischof, traute sich Joshua Kimmich auch immer wieder tolle Chip-Bälle hinter die Ketten. Auf diese Weise leitete der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft auch den 1:1-Ausgleichtreffer durch Harry Kane ein. Defensiv hingegen ließ Kimmich vor allem seinen Nebenleuten den Vortritt und agierte primär als Spielmacher. (Note: 2)

Luis Díaz: Der Kolumbianer schaffte es nicht wirklich, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken und sich durch kluge Läufe vielversprechende Chancen herauszuspielen. Lediglich beim zwischenzeitlichen 2:1 konnte sich Luis Díaz einmal geschickt von seinen Gegenspielern lösen, scheiterte aber an Torwart Jonas Krumrey. Den Abpraller verwertete dann allerdings Tom Bischof. Von ein Paar Dribbelversuchen abgesehen war vom Linksaußen der Bayern an diesem Abend aber kaum etwas zu sehen. (Note: 4)

Ismael Saibari: Der Neuzugang erwischte überhaupt keinen guten Tag, war zu keinem Zeitpunkt ein echter Teil des Bayern-Spiels, hatte nur wenige Aktionen am Ball und von diesen gingen viele schief. Was man dem Marokkaner allerdings zugute halten muss, ist der Umstand, dass er nie aufgab und den Gegner immer wieder anlief. Dennoch wurde Ismael Saibari folgerichtig in der 62. Spielminute durch Lennart Karl ersetzt. (Note: 4,5)

Michael Olise: In der Offensive des deutschen Rekordmeisters war der Franzose einmal mehr der auffälligste Akteur, der immer wieder gefährliche Dribblings versuchte, Steckpässe in die Spitze spielte, oder auch mal selbst den Abschluss suchte. Das 2:1 leitete Michael Olise durch einen klugen Pass auf Luis Díaz ein, das 3:1 erzielte er dann höchstselbst. In einer Partie mit vielen eher ruhigen Phasen sorgte der 24-Jährige immer wieder durch seine Aktionen für ein Raunen im Stadion. In der 87. Spielminute ging der Münchner Edeltechniker dann für Bara Sapoko Ndiaye vom Platz. (Note: 1,5)

Harry Kane: Anders als sonst so oft mal nicht überall auf dem Platz, sondern vor allem vorne zu finden, war der Kapitän der englischen Nationalmannschaft die längste Zeit kaum ins Spiel eingebunden und hatte sehr überschaubare Szenen am Ball. Dennoch spekulierte er in der 18. Spielminute beim Chip-Ball von Joshua Kimmich richtig, blieb im Zweikampf stabil und erzielte den 1:1 Ausgleichstreffer. Hiernach tauchte Harry Kane wieder über weite Phasen des Spiels ab, nur um dann in der 86. Spielminute den durch Aleksandar Pavlović herausgeholten Elfmeter souverän zu verwandeln. Kurz vor Schluss in der 87. Spielminute wurde der Mittelstürmer der Bayern dann für Konrad Laimer ausgewechselt. (Note: 2)

Alphonso Davies (ab Spielminute 62): Anders als Nathaniel Brown hatte der Kanadier deutlich mehr Zug nach vorne und spielte weniger auf Sicherheit bedachte Bälle. Dadurch kam die Offensive der Münchner spürbar mehr ins Rollen und die Osnabrücker wurden immer weiter hinten eingeengt. Für die ganz großen Momente sorgte Alphonso Davies zwar nicht, seine Dynamik bereicherte aber das Spiel seiner Mannschaft sowohl vorne als auch hinten. (Note: 3)

Lennart Karl (ab Spielminute 62): Für den schwachen Ismael Saibari gekommen, hatte auch der deutsche Nationalspieler nicht den aller auffälligsten Auftritt, brachte durch seine Einwechslung aber eine neue Dynamik ins Spiel, indem er sich mehr auf rechts fallen ließ, wodurch Michael Olise vermehrt in die Mitte rückte und so seine Kreativität besser ausspielen konnte. In der 73. Spielminute allerdings bewies Lennart Karl seine Schlitzohrigkeit, als er in der gegnerischen Hälfte einen Fehlpass abfing und durch seinen Ball in die Spitze das 3:1 durch Olise einleitete. Hiervon abgesehen war der 18-Jährige aber kaum zu sehen. (Note: 2,5)

Aleksandar Pavlović (ab Spielminute 80): Der eigentlich angestammte Partner von Joshua Kimmich auf der bayrischen Doppelsechs kam zwar erst spät in die Partie, hatte aber sofort einen positiven Impact für sein Team, indem gleichermaßen für Ruhe am Ball als auch für eine stärkere Physis und Dynamik im Mittelfeld sorgte. Hinten beispielsweise erlief der 22-Jährige einige Bälle, bevor es gefährlich werden konnte, vorne holte Aleksandar Pavlović den Elfmeter zum 4:1 raus. Wenn er allerdings selbst angelaufen wurde, hatte der deutsche Nationalspieler nicht immer den Kopf oben, was zuweilen etwas an seine schwächeren Auftritte bei der WM erinnerte. (Note: 2,5)

Konrad Laimer (ab Spielminute 87): Kam in der Schlussphase für Harry Kane, eine Bewertung entfällt aber wegen der kurzen Zeit, die der Österreicher auf dem Platz stand.

Bara Sapoko Ndiaye (ab Spielminute 87): Der Senegalese durfte in den letzten Minuten den starken Michael Olise ersetzen, seine Leistung lässt sich aber wegen der kurzen Einsatzzeit nicht bewerten.

Foto: Lars Baron / Getty Images