Wettskandal: Fenerbahçes Mert Hakan Yandaş erklärt sich vor Gericht

Angeklagter beteuert seine Unschuld

Fenerbahçe-Profi Mert Hakan Yandaş, dem vorgeworfen wird, in den großen Wettskandal durch Wetten über Dritte direkt beteiligt zu sein, wurde zu einer öffentlichen Gerichtsanhörung vorgeladen. Unterstützt von Mitspielern und (ehemaligen) Vereinsvertretern beteuert der 31-Jährige weiterhin seine Unschuld. 

Einer der prominentesten Namen, der im Zuge des türkischen Wettskandals auftaucht, ist der von Fenerbahçe-Kicker Mert Hakan Yandaş. Diesem wird vorgeworfen, über illegale Anbieter auf Spiele gewettet und möglicherweise sogar eigene Spiele bewusst manipuliert zu haben. Aus diesem Grund drohen dem Mittelfeldmann mehrere Jahre Haft. Nun bei einer öffentlichen Anhörung vor Gericht sollte Yandaş aussagen, wobei er erneut betonte, in die ganze Angelegenheit nicht aktiv involviert und fälschlich angeklagt zu sein.

Unter anderem Sadettin Saran, Ali Koç und Domenico Tedesco anwesend 

Unter polizeilicher Bewachung wurden Mert Hakan Yandaş sowie sein Mitangeklagter, der Fußballfunktionär Ersin Dikmen in den Gerichtssaal gebracht. Dort in den Zuschauerrängen warteten unter anderem der aktuelle Fenerbahçe-Präsident Sadettin Saran, dessen Amtsvorgänger Ali Koç, Pressesprecher Ali Gürbüz, Cheftrainer Domenico Tedesco sowie Yandaş‘ Spielerkollegen İsmail Yüksek, Çağlar Söyüncü, Cenk Tosun, Dorgeles Nene, Milan Škriniar, Levent Mercan, Mert Müldür, Kerem Aktürkoğlu, Serdar Dursun, İrfancan Kahveci und Cenk Tosun, um ihren Vereinskameraden zu unterstützen.

Mert Hakan Yandaş spricht von Rufmord durch die Medien 

In seinem Statement erklärte Mert Hakan Yandaş, dass er keine Wetten abgeschlossen und auch niemanden in seinem Namen dazu angestiftet habe. Zudem betonte er, dass er nicht wisse, wie er überhaupt in dieses Verfahren geraten sei. Diesbezüglich sprach der 31-Jährige wiederholt von Rufmord, dass gewisse Medien gegen ihn eine Hetzkampagne fahren würden, weil er sich zu Fenerbahçe bekenne. Er gab an, dass er vermute, dass er sich in der Vergangenheit durch Interviewaussagen, die nicht jedem gepasst hätten, in den Medien mächtige Feinde gemacht hätte, weshalb er nun in diese Misere geraten sei.

Seine Ehre würde Betrug niemals zulassen 

Während seiner Anhörung betonte Mert Hakan Yandaş wiederholt, wie wichtig ihm Fenerbahçe sei, und dass er dem Klub niemals schaden wolle, schon gar nicht "für einige tausend Lira". Darüber hinaus erklärte der ehemalige türkische Nationalspieler, dass er als Kind seinem Großvater versprochen habe, sich niemals von Geld korrumpieren zu lassen und dass seine Ehre Sportwetten oder Betrug niemals zulassen würde.

Geldzahlungen an den Mitangeklagten seien "Freundschaftsdienst" gewesen 

Im Zuge der Ermittlungen gegen Mert Hakan Yandaş kam heraus, dass er seinem Mitangeklagten Ersin Dikmen in der Vergangenheit Geld geschickt habe, das, laut Annahme der Staatsanwaltschaft, als Wetteinsatz gedacht gewesen sei. Der Spieler erklärte, dass er Dikmen, den er bereits seit 15 Jahren kenne, einst 7.000 Lira gegeben hätte, als Freundschaftsdienst, da sich die beiden so nahe ständen, wie Brüder. Was Ersin Dikmen mit diesem Geld angestellt habe, darüber habe Yandaş keine Kenntnis. Dikmen selbst erklärte später, dass er nicht gewusst habe, Wetten abgeschlossen zu haben.

Mert Hakan Yandaş vorerst auf freiem Fuß 

Nach den Aussagen der Angeklagten wurde die restliche Verhandlung vertagt; ein rechtskräftiges Urteil ist in den nächsten Wochen noch nicht zu erwarten. Die Anklage fordert je nach Punkt wegen "schweren Betrugs" sowie "Spielmanipulation" und "Anstiftung zur Manipulation" zwischen vier und 13 Jahren Haft für die beiden Angeklagten. Das Gericht muss diese Anklagepunkte zunächst noch überprüfen. Mert Hakan Yandaş und Ersin Dikmen wurden nach Gesuch der Verteidigung unter Auflagen vorerst auf freien Fuß gesetzt.