In einem chancenreichen Finalspiel ging es für Beşiktaş mit einem 1:1-Unentschieden nach regulärer Spielzeit und Verlängerung bis ins Elfmeterschießen. Aus BJK-Sicht behielten alle Akteure im Elfmeterschießen die Nerven und sicherten sich mit einem 4:2 den Titeltriumph. Ersin Destanoğlu glänzt auf der Linie.

Weil gleich ein halbes Dutzend an Spielern coronabedingt ausfiel, reiste Beşiktaş am Vortag mit einem Rumpfkader ins katarische Doha. Im Ahmed bin Ali Stadium konnte Trainer Önder Karaveli dann aber dennoch eine schlagfertige Elf aufstellen, die auf jeder Position namhaft besetzt war. Von einer ersatzgeschwächten B-Elf konnte also keine Rede – und für die "Schwarzen Adler" – so keine Ausrede sein.

Anders als in den meisten Ligaspielen der Vorwochen wusste Beşiktaş die Überlegenheit von Beginn an zu nutzen und spielte sich so im Verlauf der ersten Halbzeit eine Vielzahl an Chancen heraus. Josef feuerte zunächst aus dem Hinterhalt vorbei (11.), dann wurde Batshuayi (19.) erst im Strafraum am Abschluss gehindert, wobei der Angreifer einen Elfmeter forderte, diesen von Schiedsrichter Meler aber nicht zugesprochen bekam. Und schlussendlich stellte sich die Antalya-Abwehr im finalen Moment einem Schussversuch von Pjanic (28.) entgegen und verhinderte so zumindest was die ersten 30 Minuten betrifft den Einschlag. Dann aber schlugen die "Schwarzen Adler" zu: Atiba Hutchinson trieb den Ball durchs Mittelfeld nach vorne, über Karaman gelang dieser zu Rosier, der von der rechten Strafraumseite flach in die Mitte gab. Zwischen den Verteidigern lief Angriffsinitiator Atiba (33.) ein und schob die Kugel flach und präzise neben den linken Pfosten ein. Beşiktaş hätte vor dem Seitenwechsel gar noch nachlegen können, doch sowohl der auf der rechten Seite unermüdliche nach vorne arbeitende Rosier (35.) als auch erneut der stets offensiv orientierte Atiba (45.+3) verfehlten eine höhere Führung nur knapp.

Das von Nuri Şahin geleitete Antalyaspor, das im ersten Durchgang offensiv beinahe durchgehend blass blieb, kam deutlich besser aus der Kabine und hatte dann auch direkt die dicke Chance zum Ausgleich. BJK-Keeper Destanoğlu war bei dieser ersten echten Härteprüfung von Poli (51.) aber umgehend zur Stelle und parierte stark. Aber auch auf der Gegenseite blieb der Jubel schnell wieder nur knapp aus als Larin (53.) seinen Versuch knapp über den Querbalken setzte. Im Anschluss daran blieben zwingende Torchancen zunächst aus, wobei Antalyaspor auf den Ausgleich lauerte. Dieser kam dann wenige Minuten später und einmal mehr stand Atiba Hutchinson im Mittelpunkt. Özmert brachte ein Eckball von rechts in den Strafraum. Die BJK-Defensive konnte den Ball nicht aus der Gefahrenzone klären, weshalb etwas überraschend Güray zum Ball kam. Letzterer fackelte nicht lange und schoss auf das BJK-Gehäuse, wobei sein Torschuss unglücklich von Atiba Hutchinson (74.) ins Tor abgefälscht wurde. Der Ausgleichstreffer belebte das Spiel allerdings nicht, weshalb es in der regulären Spielzeit beim 1:1 blieb.

Auch die nachfolgende Verlängerung bot wenige Highlights, waren ein in die Mauer getretener Freistoß von Batshuayi (95.) sowie ein von Antalya-Keeper Boffin abgewehrter Vida-Abschluss (104.) die einzigen Möglichkeiten. Mit dem 1:1 ging es dann auch in das Elfmeterschießen. Für BJK traten Teixeira, Batshuayi, Hutchinson und Vida an, die allesamt erfolgreich waren. Bei Antalyaspor scheiterten Erdilman und Floranus vom Punkt, weshalb die Schützlinge von Nuri Şahin am Ende mit 2:4 den Kürzeren zogen.