Im ersten Süper-Lig-Spiel nach dreiwöchiger Nations-League-Unterbrechung trafen Galatasaray und Kasımpaşa am Freitagabend im Istanbuler Stadtduell aufeinander. Beim 3:1-Heimerfolg stand der Favorit in Unterzahl kurz vor dem nächsten Punktverlust, bis Barış Alper Yılmaz und Mario Lemina spät für die Erlösung sorgten. Dank des Sieges sind die "Löwen" vorerst wieder am zuvor punktgleichen Amed SK vorbeigezogen und führen die Tabelle dadurch mindestens für eine Nacht an.
In Abwesenheit von Coach Okan Buruk, der bei der 0:4-Klatsche in Trabzon vor der Länderspielpause die Gelb-Rote Karte gesehen hatte und seine Sperre nun beim Heimspiel gegen Kasımpaşa absaß, startete Galatasaray mit Çakır, Jakobs, Bardakcı, Sánchez, Yılmaz, Gabriel Sara, Torreira, Leão, Batrakov, Akgün und Gül. Wie sein Trainer fehlte auch Lesley Ugochukwu rotgesperrt, während es bei den zuletzt fraglichen Victor Osimhen, Roland Sallai und Mario Lemina immerhin für einen Bankplatz reichte. Wilfried Singo musste verletzungsbedingt weiterhin zuschauen, allerdings ist der Ivorer mittlerweile zurück im Individualtraining.
Bardakcı mit der Führung kurz vor der Pause
Vor der Partie des 7. Spieltages durfte sich Kasımpaşa als einzige noch ungeschlagene Mannschaft der Süper Lig bezeichnen. Der Stadtteilklub holte in den ersten sechs Begegnungen der neuen Saison auf Basis einer guten Defensive zwei Siege sowie vier Unentschieden – und damit insgesamt nur drei Zähler weniger als "Cim Bom". Nichtsdestotrotz reiste das Team von Emre Belözoğlu naturgemäß als klarer Underdog zum gelb-roten Stadtrivalen. Auf dem Rasen ging es dann direkt intensiv zur Sache, was schon in der 3. Spielminute eine frühe Gelbe Karte gegen Galatasarays Star-Neuzugang Leão nach sich zog. Auf den ersten nennenswerten Abschluss musste das Publikum im Rams Park etwas länger warten, ehe Gül Kasımpaşa-Keeper Gianniotis aus spitzem Winkel prüfte (15.). Der türkische Meister drängte nun auf die Führung und kam zu weiteren gefährlichen Situationen durch Akgün (17.) sowie wenig später durch Leão (19.). Derweil lauerten die Gäste erwartungsgemäß auf Umschaltmomente, die sich zunächst aber kaum ergaben. Noch stand aus Sicht von Kasımpaşa die Null, woran die "Löwen" mit ihrer Chancenverwertung einen gehörigen Anteil hatten. So scheiterte in der 25. Spielminute auch Innenverteidiger Bardakcı, auf einen Freistoß von Gabriel Sara folgend, per Kopf. Nach einer guten halben Stunde wagte der Außenseiter doch einmal einen Vorstoß – und der hatte es nach schönem Anspiel von Demirbay auf Benedyczak in sich (32.). Doch Çakır im Galatasaray-Kasten parierte stark. Einen Treffer hatte der erste Durchgang dann auch noch im Angebot: Der spielfreudige Batrakov fand mit seinem ruhenden Ball aus dem Halbfeld Bardakcı, der zum verdienten 1:0-Halbzeitstand für den CL-Teilnehmer einköpfte (45.).
3️⃣ puanı 3️⃣ golle alıyoruz! 💪
Maç sonucu: Galatasaray 3-1 Kasımpaşa 👏
#GSvKAS https://t.co/Nz1j4UX7pp
— Galatasaray SK (@GalatasaraySK) October 9, 2026
Galatasaray beweist Moral in Unterzahl
Noch immer auf sein erstes Tor im Trikot der Gelb-Roten wartend, verdoppelte Leão in der 54. Spielminute aus kurzer Distanz beinahe den Vorsprung seiner Farben. Erneut war allerdings Gianniotis zur Stelle, weshalb es dem Portugiesen weiterhin nicht vergönnt war. Rund zehn Minuten später erwies Torreira seiner Mannschaft einen echten Bärendienst: Als letzter Mann verdaddelte der Uruguayer den Ball und wusste sich daraufhin nur noch mit einer Notbremse an Diarra zu helfen, die Schiedsrichter Halil Umut Meler nach VAR-Intervention mit der Roten Karte sanktionierte. Als wäre der extrem unnötige Platzverweis aus Galatasaray-Sicht nicht schon ärgerlich genug gewesen, landete ein verunglückter Versuch der Gäste in der 68. Spielminute direkt vor den Füßen des eingewechselten Rak-Sakyi. Die Leihgabe von Crystal Palace reagierte im Strafraum schnell und glich mit einem platzierten Abschluss ins rechte obere Eck zum 1:1 aus. Die kurz zuvor getätigten taktischen Umstellungen – Lemina und Elmalı ersetzten Batrakov sowie Leão – waren damit schon wieder hinfällig. Schließlich musste unbedingt mindestens ein Treffer her, um den nächsten Punktverlust in der Liga zu vermeiden. Genau aus diesem Grund kam Osimhen in der Schlussphase zu seinem Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause. Dass es in der 90. Spielminute nicht der Nigerianer, sondern Aushilfs-Rechtsverteidiger Yılmaz war, der für die Erlösung sorgte, dürfte den Galatasaray-Fans herzlich egal gewesen sein. Dem Tor zum 2:1 durch den 26-Jährigen ging eine Hereingabe von Jakobs voraus, die die Hintermannschaft Kasımpaşas nicht richtig klären konnte und so höchst unglücklich direkt für Yılmaz auflegte. Als Verletzungs-Rückkehrer Lemina in der sechsten Minute der Nachspielzeit nach Doppelpass mit Osimhen zum 3:1-Endstand traf, konnte für die Gastgeber endgültig nichts mehr schiefgehen.
Die erste von einigen englischen Wochen in nächster Zeit beschert "Cim Bom" am Dienstag den CL-Kracher zuhause gegen den FC Barcelona. In der Süper Lig geht es für Galatasaray nächsten Samstag mit dem Auswärtsspiel in der Hauptstadt Ankara bei Gençlerbirliği weiter.
