Gegen Italien erlebte die türkische Nationalmannschaft in der Vorwoche ein Fiasko, von dem sie sich bislang nicht zu erholen erscheint hat. Trainer Vincenzo Montella, der im Zentrum der Kritik steht, fordert vor dem Rückspiel am Montagabend erneut Solidarität und Unterstützung.
"Natürlich bin ich offen für jede Kritik, aber unlogische Kritik lasse ich links liegen. Wir spielen zum ersten Mal in unserer Geschichte in der A-Liga. Und dieses Niveau ist schlichtweg neu für uns", erklärte Montella am Abend in Bologna vor dem zweiten Aufeinandertreffen mit Italien in der Nations League am Montagabend. Die Ausführungen des 52-jährigen Trainers gleichen in den vergangenen Tagen einer sich wiederholenden Predigt. Immer wieder betont Montella das im Zuge des Aufstiegs in die A-Liga gestiegene Niveau der Gegner auf Top-Level, an dem man sich erst noch gewöhnen und daran wachsen müsse.
"Wenn Sie sie unterstützen, können sie sich um 5 oder 10 Prozent verbessern."
Nochmal deutlicher positionierte sich Montella im Vorfeld des zweiten Italienspiels in Bezug auf seine Spieler: "Ich bitte Sie, unsere Spieler zu unterstützen", richtete er sich an Presse und Anhänger: "Bei harter, ungerechtfertigter Kritik kann die Leistung um 5 oder 10 Prozent sinken. Wenn Sie sie unterstützen, können sie sich um 5 oder 10 Prozent verbessern. Jeder empfindet das so. Sie sind emotionale Wesen wie wir alle. Deshalb glaube ich, dass wir sie bestmöglich unterstützen müssen." Sowohl bei der 1:4-Klatsche in Bursa gegen Italien als auch beim darauffolgenden 0:3 gegen Belgien in Lüttich waren lautstarke Pfiffe gegenüber der Mannschaft und Montella-Raus-Rufe zu hören.
Lichtblick Güler fehlt gelbgesperrt
Der einzige Spieler, der in den zurückliegenden Tagen annähernd auf Normalniveau spielte, fällt für das Gastspiel in Italien aus: Arda Güler ist gelbgesperrt, ebenso Barış Alper Yılmaz. Ohnehin fehlen dem türkischen Kader mit den verletzten Hakan Çalhanoğlu, Orkun Kökçü oder Kenan Yıldız wichtige Stützen. Dennoch baut Ozan Kabak – vorab auf der Pressekonferenz anwesend und gegen Italien höchstwahrscheinlich in der Startelf – auf den Faktor Teamgeist: "Unsere größte Stärke ist unsere Freundschaft, unser Zusammenhalt, unsere familiäre Atmosphäre. Das war schon in guten Zeiten so, und auch in schlechten Zeiten halten wir zusammen", so der Hoffenheimer Abwehrmann.
Foto: X / MilliTakimlar
