KLAGENFURT, AUSTRIA - AUGUST 01: Jose Mourinho, Head Coach of Real Madrid, speaks with Arda Gueler of Real Madrid during the pre-season friendly match between Real Madrid and Fiorentina at Woerthersee Stadion on August 01, 2026 in Klagenfurt, Austria. (Photo by Christian Bruna/Getty Images)

Keine 90 Minuten: Mourinhos Umgang mit Güler wirft Fragen auf – Analyse

Drei Ligaspiele sind absolviert, doch Arda Güler durfte unter José Mourinho noch kein einziges davon über die volle Distanz bestreiten. Dabei sollte diese Saison eigentlich jene werden, in dieser der türkische Nationalspieler bei Real Madrid endgültig vom Talent zur festen Größe aufsteigt. Stattdessen scheint er um eine echte Schlüsselrolle kämpfen zu müssen. Eine Analyse!

Zum Auftakt gegen Espanyol stand Güler zwar in der Startelf, wurde allerdings nach 63 Spielminuten ausgewechselt. Gegen Real Sociedad war nach 77 Spielminuten Schluss. Beim 4:0 gegen Málaga saß der 21-Jährige schließlich erstmals komplett draußen – zumindest beinahe. Mourinho brachte ihn erst in der 87. Spielminute. Nach drei Spieltagen kommt Güler damit auf lediglich 144 von 270 möglichen Minuten. Für einen Spieler, der inzwischen den Anspruch auf eine tragende Rolle erhebt, ist das auffällig wenig.

Güler liefert trotzdem

Besonders bitter aus Sicht des Türken: Seine Leistungen liefern eigentlich wenig Argumente dafür, ihn derart vorsichtig einzusetzen. Gegen Espanyol bereitete Güler einen Treffer vor und gehörte zu den auffälligeren Spielern der Königlichen. Auch gegen Málaga benötigte er kaum Anlaufzeit. Vier Minuten nach seiner späten Einwechslung erzielte Güler den Treffer zum 4:0-Endstand. Viel mehr kann ein Spieler mit wenigen zur Verfügung stehenden Minuten kaum anfangen. Gerade deshalb wirft Mourinhos Umgang mit Güler Fragen auf. Dass der Portugiese angesichts des enormen Real-Kaders rotieren muss, liegt auf der Hand. Mit Jude Bellingham besitzt Güler zudem einen hochkarätigen Konkurrenten für die zentrale offensive Position. Doch irgendwann muss Real entscheiden, welche Rolle der türkische Nationalspieler tatsächlich spielen soll.

Wann bekommt Güler wirklich Vertrauen?

Güler befindet sich mittlerweile in seiner vierten Saison bei Real. Die Zeit, in der geringe Einsatzzeiten allein mit seinem Alter und einer behutsamen Entwicklung erklärt werden konnten, sollte langsam vorbei sein. Der 21-Jährige benötigt regelmäßige Spielzeit, wenn er den nächsten Schritt machen soll. Genau die bekommt er bislang allerdings nur eingeschränkt. Zwei Startelfeinsätze klingen zunächst positiv – Auswechslungen nach 63 und 77 Spielminuten sowie ein anschließender Vier-Minuten-Einsatz zeichnen jedoch ein anderes Bild.

Allein die fehlenden 90 Minuten wären nach drei Spieltagen noch kein Grund zur Unruhe. Auffällig wird die Situation erst durch das Gesamtbild: Güler liefert Scorerpunkte, wirkt fit und erhält dennoch weniger Verantwortung, statt schrittweise mehr zu bekommen. Mourinhos bisherige Entscheidungen lassen deshalb zumindest Zweifel daran aufkommen, ob der Türke tatsächlich als unumstrittene Stammkraft eingeplant ist.

Foto: Christian Bruna/Getty Images