Die USA, Türkei-Gruppengeber und Mitgastgeber der laufenden Weltmeisterschaft, konnte durch einen starken 4:1-Sieg im persönlichen Auftaktspiel über Paraguay für Furore sorgen und die eigenen Fans sowie auch einige neutrale Zuschauer vor den heimischen Empfangsgeräten verzücken. Was bei dieser Partie jedoch auf für Interesse sorgte, war eine erstmals angewandte neue Richtkompetenz des Videoschiedsrichters.
Nach Mexiko, das Südafrika mit 2:0 schlagen konnte, und Kanada, das sich ein 1:1 gegen Bosnien und Herzegowina erkämpfte, ist nun mit den USA auch der dritte und letzte WM-Gastgeber in das Turnier gestartet, wobei die "US-Boys" mit ihrem 4:1-Erfolg über Paraguay den bis dato höchsten Sieg bei dieser Weltmeisterschaft feiern konnten. Die Fans durften dabei teilweise durchaus berauschenden Fußball des Teams von National-Coach Mauricio Pochettino bestaunen sowie erstmals miterleben, wie der VAR eine, für dieses Turnier nun eingeführte, neue Regel, bzw. Kompetenz umsetzen durfte.
Schiedsrichter nimmt Gelbe Karte nach VAR-Einsatz zurück
In der 50. Spielminute kam es an der Grundlinie der USA zwischen deren Kapitän Tim Ream und Paraguay-Flügelspieler Miguel Almirón zu einem Zweikampf, bei dem letzterer zu Boden ging. Der Schiedsrichter der Partie entschied daraufhin auf Foul und zeigte Ream die Gelbe Karte, doch hier schaltete sich dann der VAR ein, der die Szene nämlich noch einmal prüfte. Dabei kam heraus, dass es gar kein Foul Reams war, sondern eine Schwalbe Almiróns, also wurde der Schiedsrichter angehalten, seine Entscheidung noch einmal zu überprüfen, was er auch tat. So wurde die Verwarnung gegen Tim Ream zurückgenommen und stattdessen sah Miguel Almirón den gelben Karton.
VAR hat bei der WM mehr Eingriffsmöglichkeiten
Dies ist eine von mehreren neuen Regeln und Richtkompetenzen, die bei dieser Weltmeisterschaft das erste Mal auf großer Bühne zum Einsatz kommen. Während der Videoschiedsrichter früher bei Gelben Karten grundsätzlich kein Mitspracherecht hatte, ist dies nun situativ anders. Zwar darf der VAR nicht bestimmen, ab welchem Vergehen ein Spieler verwarnt wird, jedoch soll er eingreifen, wenn es sich auch hierbei um eine klare Fehlentscheidung handelt, bzw. die Verwarnung eigentlich einen anderen Spieler treffen sollte, weil dieser beispielsweise mit einer Schwalbe zu Boden ging. Ebenso darf und soll nun überprüft werden, ob eine Gelb-Rote Karte, die zu einem Platzverweis führt, angemessen ist. Damit wird der Kompetenzbereich des Videoschiedsrichters allgemein erhöht.
Foto: Richard Heathcote / Getty Images
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