Nach Galatasaray-Niederlage: Dursun Özbek wittert Verschwörung

VAR hatte Galatasaray-Führung durch fragliche Entscheidung aberkannt

Am Samstagabend unterlag Galatasaray in der Süper Lig auswärts überraschend bei Konyaspor. Die Partie wäre womöglich anders ausgegangen, hätte der nach VAR-Überprüfung aberkannte Treffer von Leroy Sané kurz nach der Pause, der die Führung für die "Löwen" bedeutet hätte, gezählt. Es war in der Tat eine streitbare Entscheidung und Galatasaray-Präsident Dursun Özbek bezweifelt, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. 

Wenn man sich das Spiel über die vollen 90 Minuten plus Nachspielzeit anschaut, erscheint es letztlich als nicht wirklich überraschend, dass Galatasaray das Auswärtsspiel bei Konyaspor am Ende mit 0:2 verlor. Weder war man offensiv besonders griffig, noch angemessen aggressiv in der Arbeit gegen den Ball. Dennoch hätte man kurz nach der Halbzeitpause durch Leroy Sané in Führung gehen können, doch der VAR sah dies anders. Demnach hätte Sacha Boey, der zu diesem Zeitpunkt vor Sané auf dem Boden lag, aktiv ins Spiel eingegriffen, weshalb der Treffer zurückgenommen wurde. Der Präsident des türkischen Rekordmeisters, Dursun Özbek, hat für diese Entscheidung keinerlei Verständnis und wittert eine Verschwörung.

Dursun Özbeks Statement zur VAR-Entscheidung gegen Konyaspor 

Gegenüber türkischen Medien gab Galatasaray-Boss Dursun Özbek angesichts der strittigen Schiedsrichterentscheidung im Süper-Lig-Spiel zwischen seinem Team und Konyaspor am Vorabend ein Statement ab. Demnach sei die Entscheidung, die das Tor Leroy Sanés aberkannt hatte, ein Skandal, der bewusst eingefädelt worden sei, um seinem Verein zu schaden. In Folgenden das komplette Statement von Dursun Özbek:

„Als Galatasaray haben wir uns stets für Gerechtigkeit, Recht und harte Arbeit eingesetzt. Ich muss leider sagen, dass wir gestern Abend mit einer Schiedsrichterleistung konfrontiert waren, die das Gefühl für Gerechtigkeit völlig zunichte gemacht hat. Ein ähnliches Tor, das uns nicht gegeben wurde, wurde heute in einem anderen Spiel gegeben! Der VAR-Schiedsrichter, der in unserem Spiel eingesetzt wurde, hat seit vier Monaten kein Spiel in der Super League mehr gepfiffen. Warum wurde er nicht eingesetzt? Offensichtlich ist er ein Schiedsrichter, der für besondere Spiele vorgesehen ist! Ich kann mir nichts anderes vorstellen."

"Wir haben es mit einem MHK zu tun, der in jeder Hinsicht versagt! Der für diese Schande Verantwortliche sitzt immer noch auf seinem Stuhl! Wir wollen keine Privilegien wie andere, sondern nur Gerechtigkeit. Wir wollen, dass die Regeln für alle gleich gelten. Wie in den letzten drei Jahren werden wir niemandem die Rechte von Galatasaray durch niemanden einschränken lassen! Weder in meiner Zeit noch in der 500-jährigen Kultur von Galatasaray gab es Tricksereien! Das Wesen von Galatasaray besteht darin, auf dem Spielfeld zu bleiben und diese schmutzigen Tricksereien zu vereiteln."

"In den letzten drei Jahren haben wir solche und ähnliche Spielchen vereitelt und sind Meister geworden! Das wird auch in diesem Jahr so sein. Niemand sollte daran zweifeln, dass wir heute wie in der Vergangenheit die notwendigen Maßnahmen ergreifen werden. Die TFF und die zuständigen Gremien werden entweder Galatasaray in diesen schmutzigen Spielchen gegen uns unterstützen oder zugeben, dass sie selbst Akteure in diesem Spiel sind. Es gibt keinen anderen Weg."

"Wir arbeiten daran, Galatasaray zu nachhaltigem sportlichem Erfolg zu verhelfen, seine Finanzstruktur zu stärken und unseren Konkurrenten zu überholen. Das derzeit geplante schmutzige Spiel soll dies verhindern! Diejenigen, die Galatasaray auf dem Spielfeld nicht besiegen können, versuchen, uns in ihre mittelmäßige Welt zu ziehen! Niemand muss sich Sorgen machen, niemand muss sich Gedanken machen! Auch in dieser Saison werden wir Meister werden."

Was war passiert? 

Im Spiel zwischen Konyaspor und Galatasaray am Samstagabend hatte es zur Pause noch 0:0 gestanden. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff ging Galatasaray aber vermeintlich in Führung, als Sacha Boey im gegnerischen Strafraum fast bis zur Grundlinie durchlief und den Ball zurück auf Leroy Sané ablegte, der ins gegnerische Tor einschob. Beim Rückpass allerdings fiel Sacha Boey im Zweikampf mit seinem Gegenspieler zu Boden, war aber nicht direkt in der Schussbahn Sanés, sodass er eigentlich nicht im aktiven Abseits stand, bzw. lag. Bei dieser Aktion jedoch stolperte Boeys Gegenspieler über ihn und konnte daher nicht mehr eingreifen, weshalb aus dem passiven Abseits ein aktives geworden sei – so zumindest die Einschätzung des VARs.

Letztlich ist dies eine Auslegungssache und keine einfache Tatsachenentscheidung mehr, weshalb man in der Tat die Frage stellen kann, ob ein VAR-Eingriff hier gerechtfertigt gewesen ist, wenn es doch zumindest keine "klare Fehlentscheidung" war. Dursun Özbek nun unterstellt dem türkischen Schiedsrichterverband durch die Blume, dass diese Entscheidung bewusst herbeikonstruiert worden sei, um Galatasaray zu schwächen und den Gewinn der vierten Meisterschaft infolge zu verhindern.