"Wie WM-Halbfinale" – Türkei vor nächstem Nations-League-Hammer gegen Belgien

Nach dem katastrophalen Start in die A-Liga der Nations League stehen die türkische Nationalmannschaft und Trainer Vinzenco Montella bereits unter enormen Druck – und in der Kritik. Rücktrittsforderungen wies der Italiener zuletzt vehement zurück, auch seine Mannschaft nahm er vor dem nächsten Spiel gegen Belgien abermals in Schutz.

"Ich akzeptiere jede Art von Kritik. Was mich aber ärgert, ist die Kritik an unseren Spielern", erklärte Montella am späten Freitagabend im Rahmen der Pressekonferenz in Lüttich vor dem Spiel gegen Belgien. Aus Sicht des 52-Jährigen haben seine Spieler auch bei den beiden Auftaktniederlagen in die Nations League gegen Frankreich und Italien alles gegeben, weshalb sich die mitunter harsche Kritik am Team verbiete. "Wir müssen uns bewusst sein, dass sie uns erst auf dieses Niveau gebracht haben. Sie haben bei der Europameisterschaft gut gespielt und uns zur Weltmeisterschaft geführt."

Montella: Nations League so schwer wie WM-Halbfinale

Montella wies auch abermals daraufhin, dass Niveau in der A-Liga der Nations League um ein Vielfaches höher sei, als das, was man in den vergangenen Jahren in diesem Wettbewerb gewohnt war. Der Schwierigkeitsgrad sei demnach mit einem WM-Halbfinale zu vergleichen. "Wir müssen uns erst an dieses Niveau daran gewöhnen. Ja, die erste Halbzeit gegen Italien war sehr schwach. Aber in der zweiten Halbzeit waren wir besser. Und die Statistik ist nun mal auch klar: Nur sehr wenige Mannschaften schaffen den Klassenerhalt in der Liga A."

Güler: "Es gibt keinen Druck, mit dem ich nicht umgehen kann."

Mit Belgien trifft die türkische Nationalmannschaft am Samstagabend nun auf den vermeintlich schlagbarsten Gegner der Gruppe. Druck lastet neben Trainer Montella auch auf den Spieler, insbesondere den Top-Stars. Arda Güler, der bei der PK ebenfalls auf dem Podium saß, meinte: "Ich glaube, es gibt keinen Druck, mit dem ich nicht umgehen kann. Ich bin talentiert, meine Teamkollegen vertrauen mir, und ich vertraue ihnen. Wir kämpfen gemeinsam. Wir haben alle großes Vertrauen zueinander." Nichtsdestotrotz weiß auch der Real-Madrid-Spielmacher, dass in den vergangenen Tagen nicht alles glatt lief: "Vielleicht haben wir einiges falsch gemacht. Wir können aber morgen wieder zusammenhalten und zusammenarbeiten, gut spielen, hart kämpfen und eine Siegesserie starten."

Foto: X / MilliTakimlar