Zwei Spiele, 180 Minuten – und die Chance auf die Weltmeisterschaft 2026. Für die Türkei geht es in den Play-offs um alles. Der von Vincenzo Montella nominierte Kader zeigt: Die Qualität ist da. Doch reicht sie auch, wenn der Druck am größten ist?
Talent war bei der Türkei selten das Problem. Die Konstanz war es dagegen umso mehr. Auch vor den WM-Play-offs steht die Mannschaft von Montella genau zwischen diesen beiden Polen: hoher individueller Qualität und der Frage, ob sie im entscheidenden Moment abliefern kann.
Ein Kader mit klarer Idee
Montella setzt nicht nur auf Qualität, sondern vor allem auf Breite. 30 Spieler für zwei entscheidende Spiele zeigen: Der italienische Trainer will flexibel bleiben und auf jede Spielsituation reagieren können. Gerade in den Play-offs, wo Kleinigkeiten entscheiden, kann genau das zum Vorteil werden.
Das Mittelfeld als Schlüssel
Das Herzstück der Mannschaft liegt im Zentrum. Mit Hakan Çalhanoğlu, Orkun Kökçü und Salih Özcan verfügt die Türkei über eine Achse, die Spielkontrolle, Kreativität und defensive Stabilität vereint. Wenn es der Türkei gelingen sollte, das Tempo in den Partien zu bestimmen, wird dieses Trio eine entscheidende Rolle spielen.
Offensive mit viel Talent, doch ohne klare Hierarchie
Mit Spielern wie Arda Güler, Kenan Yıldız oder Kerem Aktürkoğlu bringt die Türkei enorme individuelle Qualität auf den Platz. Das Problem: Es fehlt ein klarer Anführer in der Offensive.
Viele Optionen bedeuten viel Variabilität, aber auch die Frage, wer in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernimmt.
Defensive als möglicher Knackpunkt
So breit der Kader in der Abwehr auch aufgestellt ist, bleibt die Konstanz ein Thema. Spieler wie Merih Demiral oder Ozan Kabak bringen Erfahrung mit, doch die Abstimmung war in der Vergangenheit nicht immer fehlerfrei. Gegen kompakte Gegner könnte genau das zum Risiko werden.
Alles drin – in beide Richtungen
Die Türkei geht mit einem talentierten und vielseitigen Kader in die Play-offs. Die Mischung aus Erfahrung und Jugend stimmt, doch es fehlt noch an klaren Hierarchien und absoluter Stabilität.
Genau deshalb ist für die Mannschaft von Montella alles möglich – vom überzeugenden Einzug zur Weltmeisterschaft bis hin zum bitteren Scheitern.
Foto: Dan Mullan/Getty Images
