Am 4. Spieltag der Nations League traf die Türkei in Gruppe 1 der Liga A auswärts auf Italien. In Bologna zeigte die "Millî Takım" zwar eine verbesserte Leistung, was aufgrund der eigenen Chancenverwertung in Kombination mit der Effizienz der Gastgeber jedoch erneut für keine Punkte reichte. Auch nach der 1:3-Niederlage steht der Abstieg der türkischen Nationalmannschaft in Liga B dank der Niederlage Belgiens in Frankreich noch nicht endgültig fest, bleibt aber höchstwahrscheinlich.
Im Vergleich zur 0:3-Pleite in Lüttich gegen Belgien am Freitag musste die Türkei ohne den gelbgesperrten Superstar Arda Güler auskommen, während Barış Alper Yılmaz aus demselben Grund fehlte. Ohne das Duo, das mittlerweile aus dem Camp der "Millî Takım" abgereist ist, berief Nationaltrainer Vincenzo Montella für das Rückspiel gegen sein Heimatland neben Torhüter Çakır auch Bardakcı, Kabak, Çelik, Elmalı, Özcan, Yüksek, Kadıoğlu, Kahveci, Akgün sowie überraschenderweise Şimşir in die Startelf. Auf der Gegenseite rotierte die "Squadra Azzurra" nach dem 1:1 gegen Frankreich auf neun Positionen.
Italien trifft mit der ersten echten Chance
Nicht nur wegen der zuletzt schwachen Auftritte, sondern speziell auch im Zuge der 1:4-Schlappe aus dem Hinspiel in Bursa am 28. September wollten sich die Halbmondsterne gegen Italien zum Abschluss des aktuellen Nations-League-Fensters von einer weitaus besseren Seite präsentieren. So fand die Türkei in den ersten Minuten ordentlich ins Spiel, ohne zu nennenswerten Abschlüssen zu kommen. Bei einem Fernschuss vom aufgerückten Innenverteidiger Kabak (13.) hatte Italiens Star-Keeper Donnarumma keine Probleme. Aus der Distanz versuchte es wenig später auch Özcan (16.), doch erneut war der 1,96-Meter-Hüne im Kasten der Gastgeber zur Stelle. Selbiges galt für einen Akgün-Kopfball in der 17. Spielminute. Von der "Squadra Azzurra" gingen derweil kaum Kreativmomente aus – die Türkei war in der Anfangsphase die bessere Mannschaft, sodass das 1:0 für das Team von Roberto Mancini mehr oder weniger aus dem Nichts kam. Dabei köpfte Scamacca Kabak an, bevor der Abpraller wieder vor den Füßen des Stürmers landete. Im zweiten Versuch schloss der Profi von Atalanta Bergamo kompromisslos ab und hämmerte den Ball zur bis dato schmeichelhaften Führung unter die Latte (26.). Auf den aus türkischer Sicht bitteren Rückstand folgte zunächst keine Reaktion der "Millî Takım", auch Italien kam bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Szymon Marciniak nicht mehr wirklich vors gegnerische Tor.
Bologna’da maç sona erdi.
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— Türkiye #BizimÇocuklar 🇹🇷 (@MilliTakimlar) October 5, 2026
Esposito macht den Sack zu
Nach Wiederbeginn hatte die türkische Nationalmannschaft viel Ballbesitz, wobei es größtenteils an offensiver Durchschlagskraft mangelte, bis Şimşir nach Akgün-Flanke in der 55. Spielminute beinahe zum Ausgleich einköpfte. Mancini klärte gerade noch rechtzeitig vor der Torlinie. Gefährlich wurde es kurz darauf auch im türkischen Strafraum – Çakır parierte stark gegen Doumbia (58.). In dieser temporeichen Phase sollte dann endlich das verdiente 1:1 fallen: Die Halbmondsterne kombinierten sich über die rechte Seite gut durch, bevor eine scharfe Hereingabe von Çelik über Elmalı bei Şimşir landete. Der 24-Jährige hatte daraufhin leichtes Spiel und glich vom zweiten Pfosten einschiebend mit seinem ersten Länderspieltor aus (61.). Lange währte die Freude der Türken jedoch nicht, denn nur drei Minuten später fand ein Freistoß von Barella den Kopf des kurz zuvor eingewechselten Calafiori, der technisch vorbildlich und mit viel Entschlossenheit für das 2:1 Italiens sorgte. Von Aufgeben war bei der Montella-Truppe nach dem erneuten Nackenschlag nichts zu sehen, was zu einer aussichtsreichen Gelegenheit durch Özcan führte (78.). Besser machte es Esposito in der 87. Spielminute mit etwas Glück für Italien – der Deckel war nun drauf, die Hausherren gewannen mit 3:1. Nach vier Spieltagen der Nations League wartet die Türkei also weiterhin auf die ersten Punkte. Trotz der noch zwei ausstehenden Begegnungen ist der Abstieg der Halbmondsterne in Liga B damit so gut wie besiegelt, wenn auch noch nicht final rechnerisch sicher.
Bereits in rund einem Monat stehen für die "Millî Takım" die nächsten Herausforderungen in der Nations League im Kalender. Erst empfängt man am 12. November Belgien in İzmir, ehe es drei Tage später am 6. und letzten Spieltag nach Frankreich geht. Ob Montella dann noch an der Seitenlinie steht, bleibt abzuwarten.
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