FREIBURG IM BREISGAU, GERMANY - APRIL 04: Lennart Karl of FC Bayern Munich celebrates scoring his team's third goal during the Bundesliga match between SC Freiburg and FC Bayern München at Europa-Park Stadion on April 04, 2026 in Freiburg im Breisgau, Germany. (Photo by Daniela Porcelli/Getty Images)

3:2! Bischof und Karl treffen, Goretzka und Guerreiro schwach – der FC Bayern in der Einzelkritik

Bayern dreht die Partie in letzter Sekunde

Am Samstagnachmittag traf der FC Bayern München am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga auswärts auf den FC Freiburg. In einem wilden Spiel, in dem der FC Bayern zunächst sogar mit 0:2 in Rückstand geriet, ließ der deutsche Rekordmeister aber nicht locker, holte den Rückstand auf und machte in der letzten Aktion des Spiels sogar noch den 3:2-Siegtreffer. Wie gut oder wie enttäuschend sich dabei die einzelnen Bayern-Spieler verkauften, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik. 

Manuel Neuer: In der ersten Halbzeit war der 40-Jährige tatsächlich einer der besten Münchner auf dem Platz, der zweimal überragend parierte. Beim 0:1 durch den Traumtor von Johan Manzambi konnte Neuer nichts machen. Beim zwischenzeitlichen 0:2 durch Lukas Höler hingegen, waren es das ungestüme und unkontrollierte Herausstürmen Neuers und seine Fehleinschätzung der Ecke, die zum Gegentreffer führten. (Note: 2)

Tom Bischof: Zunächst als Aushilfslinksverteidiger, später dann auf der Doppelsechs, war der 20-Jährige von Beginn an sehr ambitioniert und ging in viele Zweikämpfe, konnte mit der robusten Körperlichkeit der Freiburg aber nicht immer mithalten. In der zweiten Hälfte dann ins Mittelfeld gezogen, leitete Bischof viele Offensivaktionen ein und leitete durch seine beiden Distanztreffer, einen mit dem rechten, einen mit dem linken Fuß, nicht nur die Aufholjagd, sondern letztlich auch den Sieg des FC Bayern ein. (Note: 1,5)

Jonathan Tah: Von Beginn an viel gefordert, machte Tah in den Zweikämpfen zwar eine gute Figur, ließ sich aber mehrfach überspielen und war im Aufbauspiel zu unkonzentriert. In der 56. Spielminute wurde der 30-Jährige dann für Konrad Laimer ausgewechselt. (Note: 3,5)

Min-jae Kim: Die Male, wo sich Jonathan Tah überspielen ließ, war Min-Jae Kim dafür häufiger zur Stelle und fing die Bälle ab. Im Aufbauspiel machte der Südkoreaner seine Sache etwas besser als sein Nebenmann, aber auch nicht überragend. Nach 86 gespielten Minuten machte der 29-Jährige für Alphonso Davies Platz. (Note: 3)

Josip Stanišić: Wieder vielerorts auf dem Platz zu finden, war der Kroate ein steter Anspielposten und zeichnete sich durch seinen allgemeinen Fleiß aus, wobei er vor allem gegen den Ball stets die Oberhand behielt. Nach vorne allerdings hatte Stanišić keine großen kreativen Ideen. (Note: 2,5)

Leon Goretzka: Der deutsche Nationalspieler hatte keinen guten Tag erwischt, war wenig ins Spiel eingebunden, hatte nach vorne hin kaum Ideen und war gegen den Ball zu zögerlich, so auch beim o:1, als er den Gegner vor dem Abschluss nicht stellte, sondern ziehen ließ. In der 56. Spielminute wurde Goretzka durch Aleksandar Pavlović ersetzt. (Note: 4,5)

Joshua Kimmich: Die längste Zeit hatte der 31-Jährige ebenfalls einen eher wechselhaften Auftritt hingelegt, bei dem seine Aktionen mal funktionierten, mal nicht – defensiv beispielsweise ging Kimmich keinem Duell aus dem Weg, verlor aber auch das eine oder andere Aufeinandertreffen, was wiederum zu Chancen der Freiburger führte – er aber bis zum Schluss hartnäckig blieb und seine Mitspieler antrieb. Vorm letztlichen 3:2-Siegtreffer waren es die Übersicht und der perfekte Steckpass Kimmichs, die das Tor einleiteten. (Note: 2,5)

Luis Díaz: Der Kolumbianer hatte zwar gute Einzelaktionen, in denen sein fußballerisches Genie sich zeigte, doch wirkte er lange sehr unglücklich, traf falsche Entscheidungen, oder hatte Probleme mit der enormen Körperlichkeit der Gastgeber. So konnte Díaz dem Spiel nicht so seinen Stempel aufdrücken, wie sonst so oft. (Note: 3,5)

Raphaël Guerreiro: In der ersten Halbzeit nominell zwar als Zehner eingesetzt, sollte der Portugiese allerdings viel auf die Flügel ausweichen und die verschiedenen Räume belaufen, doch machte der SC Freiburg zu Beginn seine Sache defensiv sehr gut, sodass Guerreiro kaum Zugriff aufs Spiel bekam und bis auf ein, zwei Momente auch seine starke Technik und seine Übersicht nicht ausspielen konnte. In der 56. Spielminute musste auch der 32-Jährige runter und für ihn kam Michael Olise in die Partie: (Note: 4,5)

Lennart Karl: Offensiv war der 18-Jährige lange Zeit der einzige echte Aktivposten der Bayern, dessen Dribblings und Hereingaben für Gefahr sorgten, doch defensiv hatte der frischgebackene deutsche Nationalspieler einmal mehr seine Probleme. So ließ er beispielsweise vor dem 0:1 Manzambi entwischen, der traumhaft seine Mannschaft in Führung brachte, und auch bei einigen Aktionen von Lukas Höler sah Lennart Karl nicht gut aus. Dafür schob der Linksfuß in der Schlussphase noch einmal mächtig an, legte für Tom Bischof zum 0:1 auf und machte dann in letzter Sekunde, indem er die Situation gut antizipierte und sich aus dem Rücken seiner Bewacher löste, den 3:2 Siegtreffer. (Note: 2)

Serge Gnabry: Der Plan mit Serge Gnabry als früh anlaufende "Falsche Neun" ging nicht wirklich auf, da die Freiburger ihren Spielaufbau trotzdem gekonnt auf den Platz bekamen. Trotzdem war der 30-Jährige sehr fleißig, ließ sich teilweise sehr tief fallen, um sich in der eigenen Hälfte die Bälle zu holen, und spielte viele eröffnende Pässe, die letztlich aber nur wenig einbrachten. Was Offensivaktionen betraf, so versuchte Gnabry zwar hier und da mal abzuziehen, schaffte es aber nicht für echte Torgefahr zu sorgen. Nach 64 Minuten war für ihn dann Schluss und er wurde für Jamal Musiala ausgewechselt. (Note: 3,5)

Konrad Laimer (ab Spielminute 56): Nach seiner Einwechslung schob der Österreicher über seine rechte Seite mächtig an. Vor allem in der Schlussphase hielt Laimer den stetigen Druck auf die Freiburger aufrecht, die im Zuge dessen zunehmend fahrig wurden und leichtsinnige Fehler begingen. (Note: 2)

Michael Olise (ab Spielminute 56): Mit seiner ersten Aktion hätte der Franzose nach einer Hereingabe von Tom Bischof um ein Haar das 1:1 erzielt, vergab aber kläglich. Später hatte Olise auch per Weitschuss die Chance auf sein Tor, doch Noah Atubolu parierte stark. Vorm 2:2 jedoch machte der Flügelspielmacher das Spiel schnell, indem er eine Ecke rasch ausführte und schließlich auf Tom Bischof ablegte, der seinen Doppelpack schnürte. Insgesamt war Olise offensiv eindeutig zwar ein belebendes Element, traf aber häufig die falsche Entscheidung, wodurch die Münchner gute Chancen vergaben. (Note: 3)

Aleksandar Pavlović (ab Spielminute 56): Nach seiner Einwechslung deutlich mehr ins Spiel eingebunden als Leon Goretzka, beruhigte und strukturierte der 21-Jährige das Spiel der Bayern, was sich sowohl vorne als auch hinten positiv auswirkte, da es weniger zu leichtsinnigen Fehlern kam. Wirklich spektakuläre Aktionen hatte Pavlović hingegen nicht, weshalb er allgemein kein wirklich auffälliges Spiel machte, aber dennoch eindeutig einen positiven Impact hatte. (Note: 2)

Jamal Musiala (ab Spielminute 65): Der 23-Jährige hat einfach noch nicht die Leichtfüßigkeit wiedererlangt, die er noch vor seiner schweren Verletzung im vergangenen Sommer hatte. Dennoch versuchte Musiala durch Dribblings und Steckpässe das Offensivspiel seiner Mannschaft konstruktiv mitzugestalten, blieb aber mehrfach am Gegner hängen. So bekam der deutsche Nationalspieler nicht den Zugriff auf die Partie, den man sich von ihm erhofft. (Note: 3,5)

Alphonso Davies (ab Spielminute 87): Zwar nur wenige Minuten auf dem Platz, machte der Kanadier über seine linke Seite viel Dampf und belief wiederholt die Tiefe. Durch so einen Lauf bekam Davies dann in der neunten Minute der Nachspielzeit den Steckpass von Joshua Kimmich und brachte die Kugel per flache Hereingabe perfekt in die Mitte, sodass Lennart Karl zum 3:2-Siegtreffer einschieben konnte. (Note: 2)

Foto: Daniela Porcelli / Getty Images