Fenerbahçe ist in der Süper Lig aktuell nicht zu bezwingen! Am 35. Spieltag schlugen die „Kanarienvögel“ Gaziantep im heimischen Şükrü Saracoğlu Stadı mit 3:2 (1:0) und bauten die Siegesserie damit auf beeindruckende sieben Spiele aus. In einer nach Spielanteilen ausgeglichenen Partie erwies sich die Mannschaft von İsmail Kartal als das cleverere und nach vorne schlagkräftigere Team, weshalb die Gelb-Marineblauen als verdienter Sieger von Platz gingen. Als Tabellenzweiter hat die Truppe aus Kadıköy weiterhin beste Karten, sich die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation zu sichern. 

Trainer Kartal entschied sich für ein 4-2-3-1, bei dem Kadioglu, Tisserand, Aziz und Sangaré die Viererkette vor Torwart Bayındır bildeten. Im zentral-defensiven Mittelfeld setzte Fener auf das Duo Zajc und Luiz Gustavo, während Rossi, Yandaş sowie Kahveci als offensive Dreierreihe hinter Stürmer Dursun agierten.

Start nach Maß durch Rossi

Das Duell zwischen Fenerbahçe und dem seit dem 20. März sieglosen Gegner aus Gaziantep brachte keinerlei Anlaufschwierigkeiten mit sich. So gingen die Hausherren nach einem Traumpass über das halbe Spielfeld von Rechtsverteidiger Sangaré bereits nach fünf Minuten mit 1:0 durch Rossi in Führung, der den Ball nach einem Sprint über den rechten Flügel eiskalt im linken unteren Eck versenkte. Rund zehn Minuten später forderten nicht wenige Fans der „Kanarienvögel“ Elfmeter, nachdem ein etwas missglückter Abschluss von Rossi recht deutlich mit der Hand abgeblockt worden war (15.). Schiedsrichter Saka entschied sich allerdings, nicht auf den Punkt zu zeigen. Weitere gute Chancen von Kahveci, Dursun und des auffälligen Uruguayers Rossi blieben in der Folge ungenutzt, Fenerbahçe hätte sich bereits in der ersten Halbzeit einen deutlich höheren Vorsprung erspielen können. Die Gäste aus Gaziantep kamen im ersten Durchgang lediglich einmal gefährlich vor das Tor von Keeper Bayındır, als Ex-Bundesliga-Spieler Alexandru Maxim mit einem saftigen Distanzschuss etwas zu weit nach links zielte (35.). Mit dem aus Gaziantep-Sicht schmeichelhaften Zwischenstand von 1:0 für die Gastgeber aus Kadıköy pfiff Referee Saka schließlich zur Pause.

Vier Tore in der zweiten Halbzeit

Auch die zweiten 45 Minuten nahmen recht schnell an Fahrt auf: In der 57. Minute wurde Dursun im Strafraum regelwidrig behindert und trat selbst zum daraus resultierenden Strafstoß an, den er allerdings mit einem echten Strahl gegen die Latte hämmerte. Die Enttäuschung über diese vergebene Riesenchance wich aber schnell großer Freude, denn kurz darauf traf der Ex-Darmstädter nach mustergültigem Anspiel von Yandaş zum 2:0 (62.). Nur zwei Minuten später zeigte sich die Fener-Defensive zu unaufmerksam, was von Gaziantep prompt mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 bestraft wurde (64.) – Sagal ließ Bayındır nach Maxim-Assist mit einem Abschluss mit links ins lange Eck keine Chance. Danach plätscherte die Begegnung etwas vor sich hin, bevor Zajc mit seinem neunten Saisontor für die Entscheidung zum 3:1 sorgte (82.). Und dieses Tor hatte es in sich! Erst ließ der Slowene auf technisch höchst anspruchsvolle Weise die Hintermannschaft Gazianteps aussteigen, bevor er das Leder butterweich im rechten oberen Eck versenkte. So konnten die „Kanarienvögel“ auch das späte 2:3 von Maxim, der per Elfmeter in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum Endstand traf, problemlos verkraften.

Weiter geht es für die Gelb-Marineblauen am nächsten Sonntag mit dem großen Derby bei Beşiktaş. Dann will Fenerbahçe die unglaubliche aktuelle Form ein weiteres Mal bestätigen.