ISTANBUL, TURKEY - APRIL 17: Mattéo Guendouzi of Fenerbahce is challenged by Loide Augusto of Rizespor during the Trendyol Süper Lig match between Fenerbahce SK and Caykur Rizespor at Ulker Sukru Saracoglu Stadium on April 17, 2026 in Istanbul, Turkey. (Photo by Ahmad Mora/Getty Images)

2:2! Später Sowe-Schock: Fenerbahçe patzt in Überzahl gegen Rizespor!

Lange schien es zum Auftakt des 30. Spieltags am Freitagabend so, als würde Fenerbahçe gegen Rizespor den Kopf nochmal aus der Schlinge ziehen. Nach Rückstand drehten Talisca und Aktürkoğlu das Spiel für die Gelb-Marineblauen. Das letzte Wort in der achten Minuten der Nachspielzeit hatte aber Rizespors Doppelpacker Sowe.

Fenerbahçe-Trainer Domenico Tedesco musste in der Innenverteidigung auf Jayden Oosterwolde wegen einer Gelbsperre verzichten. Für den Niederländer rückte Cahlar Söyüncü in die Viererkette. Ansonsten startete die Elf, die zuletzt auswärts in Kasyeri (4:0) überzeugte.

Entgegen den eigentlich klar verteilten Rollen im Vorfeld, entwickelte sich von Spielbeginn an eine recht ausgeglichene Partie, in der beide Mannschaften ihre Möglichkeiten hatten. Die erste wirklich gefährliche Aktion konnte Rize für sich verzeichnen, nach einer Flanke von der rechten Seite konnte Sowe (6.) den Ball aber nicht aufs Tor setzen. Auf der Gegenseite setzt Brown Talsica (13.) in Szene, der Brasilianer schoss aus 16 Metern aber deutlich drüber. Fenerbahçe war jetzt etwas mehr am Drücker, allerdings verfehlte auch Kanté (17.) den Kasten.

Viele Ansätze, keine Top-Chancen

Mitte des ersten Durchgangs schlug das Pendel dann wiederum zu Gunsten der Gäste aus. Olawoyin bediente vom rechten Flügel aus Laçi (23.), der zentral am Sechzehner zum Schuss kam, den Abschluss aber am linken Pfosten vorbeisetzte. Bei Sows Schuss (29.) von der Strafraumgrenze musste dagegen Ederson aktiv eingreifen, der brasilianische Schlussmann lenkte den Ball aber souverän über die Latte. Vor der Pause dann nochmal Fenerbahçe: Brown flankte von der linken Seite scharf nach innen, Rizespors Abwehr klärte zwar vor dem einschussbereiten Talisca, dafür genau vor die Füße von Aktürkoğlu (42.). Der türkische Angreifer konnte den Fehler aber nicht nutzen, Fofana fälschte den Schuss noch übers Tor ab. Torlos ging es letztlich in die Halbzeitpause.

Sowe schockt Fenerbahce, dann sieht Akaydin die Ampelkarte

Kurz nach Wiederanpfiff schienen die "Kanarienvögel" gedanklich noch in der Kabine zu sein. Rizespor war dagegen hellwach und stellte in der 47. Minute auf 1:0: Mihalia servierte von der linken Seite flach an den Fünfer, wo Sowe Söyüncü entwischte und das Leder frei vor Ederson links unten in die Maschen drückte. FB-Trainer Tedesco reagierte sofort und brachte Musaba und Mercan für Nene und Brown – es sollte allerdings nur bedingt helfen. Die Hausherren brachten verhältnismäßig wenig Klares zustande, als Wendepunkt erwies sich dann eine Gelb-Rote-Karte gegen Rizespors Akaydın 20 Minuten vor dem regulären Ende. Gelbvorbelastet schlug der Nationalverteidiger im Mittelfeld am Ball vorbei, traf stattdessen Talisca am Oberschenkel, der Brasilianer machte aus der Situation aber auch mehr als nötig.

VAR-Elfmeter für Fenerbahçe, Sowe hat das letzte Wort

Zumindest fragwürdig erschien auch wenige Minuten später die im Nachgang vom VAR korrigierte Elfmeterentscheidung zu Gunsten Fenerbahçes. Während beide zum Ball giertem, traf Antalyalı am eigenen Fünfer die Sohle von Talisca. Schiedsrichter Kayatepe ließ zunächst weiterlaufen, entschied dann erst nach Sichtung der VAR-Bilder auf Strafstoß. Talisca nahm sich der Sache selbst an und verwandelte in die rechte untere Ecke. In Überzahl hatten die Gelb-Marineblauen nun mehr Kontrolle – und schafften es tatsächlich noch, das Spiel komplett zu drehen. Nach Vorlage von Musaba traf Aktürkoğlu zum umjubelten 2:1 und brachte das Chobani Stadyumu damit zum kochen. Das war es allerdings noch nicht: In einer aller letzten irren Schlusssequenz sorgte Sowe – nach Vorlage von Rize-Torwart Fofana und unter tatkräftiger Unterstützung des patzenden Edersons – für den abermaligen Schock zum 2:2-Ausgleich.

Damit hat Fenerbahçe den zumindest vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze der Süper Lig verpasst. Galatasaray kann morgen gegen Gençlerbirliği stattdessen auf vier Punkte davonziehen.

Foto: Ahmad Mora / Getty Images