Die Türkei hat am dritten Spieltag der Nations League die dritte Niederlage kassiert. Die Mannschaft von Vincenzo Montella verlor in Belgien mit 0:3 und wartet damit in Liga A, Gruppe 1 weiterhin auf den ersten Punkt. Nach den Pleiten gegen Frankreich und Italien folgte in Lüttich der nächste empfindliche Rückschlag.
Nach den beiden Heimniederlagen gegen Frankreich (0:1) und Italien (1:4) stand die Türkei in Lüttich bereits unter Druck. Belgien hatte seinerseits Italien mit 2:0 geschlagen, anschließend aber mit 0:1 gegen Frankreich verloren. Das Duell war zugleich das erste Aufeinandertreffen beider Nationen seit mehr als 15 Jahren. Vincenzo Montella reagierte deutlich auf die Pleite gegen Italien und veränderte seine Mannschaft auf sechs Positionen. Uğurcan Çakır kehrte nach seiner Rotsperre ins Tor zurück, außerdem rückten Abdülkerim Bardakcı, Bartuğ Elmaz, İsmail Yüksek, Ferdi Kadıoğlu und Kerem Aktürkoğlu in die Startelf.
De Bruyne sorgt für den Traumstart
Belgien übernahm zunächst die Kontrolle und ging nach zehn Spielminuten mit einer sehenswerten Kombination in Führung. Kevin De Bruyne spielte im Mittelfeld einen Doppelpass mit Dodi Lukebakio, tauchte anschließend am Strafraum auf und ließ Abdülkerim Bardakcı mit einer Finte stehen. Sein präziser Abschluss ins rechte Eck ließ Çakır keine Chance – 1:0 für die Gastgeber. Die Türkei zeigte danach allerdings eine Reaktion. Arda Güler versuchte es mehrfach aus der Distanz und brachte zudem einen Freistoß gefährlich in den Strafraum. Abdülkerim Bardakcı kam dabei zum Kopfball, setzte diesen jedoch deutlich neben das Tor.
Çakır hält die Türkei im Spiel
Belgien blieb bei seinen schnellen Angriffen jederzeit gefährlich. Charles De Ketelaere und De Bruyne prüften Çakır, ehe der türkische Schlussmann in der Schlussphase der ersten Hälfte gleich mehrfach gefordert war. Zunächst parierte er eine Direktabnahme von Hans Vanaken kurz vor der Linie stark (35.), zwei Minuten später lenkte er einen wuchtigen Schuss von Lukebakio noch an den Pfosten. Auf der Gegenseite bot sich der Türkei kurz vor der Pause die große Chance auf den Ausgleich. Zeki Çelik spielte den Ball flach durch den Strafraum, wo Merih Demiral am zweiten Pfosten völlig frei auftauchte. Der Kapitän setzte seinen Abschluss aus kurzer Distanz jedoch über das Tor (44.).So ging Belgien mit einer knappen 1:0-Führung in die Halbzeit. Die Gastgeber hatten zwar die gefährlicheren Möglichkeiten, die Türkei hielt die Partie aber offen und hätte unmittelbar vor der Pause beinahe noch ausgeglichen.
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De Bruyne schnürt Doppelpack
Die Türkei kam mit Yunus Akgün für Barış Alper Yılmaz aus der Kabine und suchte zunächst wieder mutiger den Weg nach vorne. Ferdi Kadıoğlu verzog aus halblinker Position, ehe Akgün mit einem Abschluss Lammens prüfte. Der belgische Keeper ließ den Ball zwar nach vorne abprallen, seine Defensive bereinigte die Situation jedoch (55.). Auf der Gegenseite hatte die Türkei zunächst Glück, als Lukebakio mit einem wuchtigen Abschluss nur die Latte traf. Wenig später fiel dann doch das 2:0: Akgün versprang bei einem Klärungsversuch der Ball, Youri Tielemans schaltete schnell und legte für De Bruyne auf. Der Mittelfeldstar zog von der Strafraumkante ab und schlenzte die Kugel sehenswert ins linke Eck (59.). Der zweite Gegentreffer nahm der Türkei spürbar den Schwung. Belgien kontrollierte die Partie anschließend abgeklärt, während Montellas Mannschaft offensiv kaum noch zu gefährlichen Aktionen kam.
Lukaku macht alles klar
Die Türkei versuchte in der Schlussphase noch einmal, zumindest zum Anschlusstreffer zu kommen. İsmail Yüksek prüfte Lammens mit einem flachen Abschluss, ehe Deniz Gül nach einer starken Einzelaktion mehrere Belgier stehen ließ, aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf. Auf der Gegenseite entschied Belgien die Partie endgültig. De Bruyne führte einen Freistoß schnell aus und schickte Charles De Ketelaere auf die rechte Seite. Dessen flache Hereingabe musste Romelu Lukaku im Zentrum nur noch über die Linie drücken – 3:0 für Belgien (76.).
Unter dem Strich musste sich die Türkei einem effizienteren belgischen Team geschlagen geben. Die Mannschaft von Vincenzo Montella hielt die Partie lange offen und hatte selbst Möglichkeiten auf den Ausgleich, wurde nach dem zweiten Gegentreffer aber zunehmend ausgebremst. Damit wartet die Türkei auch nach dem dritten Spiel in Liga A, Gruppe 1 weiter auf den ersten Punkt. Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt allerdings nicht. Bereits am Montag steht das nächste Nations-League-Spiel an: Dann gastiert die Türkei in Italien und bekommt damit direkt die Gelegenheit zur Revanche für das deutliche 1:4 aus dem Hinspiel.
Foto: Ahmad Mora/Getty Images
