Im Ermittlungsverfahren wegen Wettbetruges und Spielmanipulation im türkischen Fußball, ist nun ein entscheidender Schritt gemacht worden. Die Staatsanwaltschaft hat die erste Anklageschrift dem zuständigen Gericht vorgelegt. Insgesamt werden darin 52 Beschuldigte geführt, von denen sich fünf Personen derzeit in Untersuchungshaft befinden. Das Verfahren richtet sich gegen Funktionäre, Trainer und weitere Beteiligte aus mehreren Vereinen.
Als "durch die Tat geschädigter Verein" wird in der Anklageschrift Zonguldak Kömürspor genannt. Hintergrund dessen ist das Ligaspiel Ankara – Nazilli, das mit einem Remis endete. In Folge dieses Ergebnisses verpasste Zonguldak Kömürspor den Klassenerhalt. Der Klub erstatte daraufhin Strafanzeige und brachte damit ebenden Vorwurf ins Rollen, der schließlich zu den nun vorliegenden Ermittlungen führte.
Beschuldigte in Untersuchungshaft
Zu den namentlich genannten Hauptbeschuldigten zählen der Klubbesitzer von Ankaraspor, Ahmet Okatan, Vereinspräsident Mehmet Emin Katipoğlu, Volkan Erten als Technischer Verantwortlicher sowie der Präsident von Nazilli Belediyespor, Şahin Kaya und sogar Trainer Gürhan Sönmez. Die fünf Verdächtigen befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, aktiv an Absprachen beteiligt gewesen zu sein, die den Ausgang von Spielen beeinflusst haben sollen.
Freiheitsstrafen gefordert
Nach Angaben aus der Anklage fordert die Staatsanwaltschaft für Şahin Kaya und Mehmet Emin Katipoğlu Freiheitsstrafen von eineinhalb bis viereinhalb Jahren. Gegen Ahmet Okatan, Volkan Erten und Gürhan Sönmez wird wegen des Tatvorwurfs der Spielmanipulation eine Haftstrafe von einem bis zu drei Jahren beantragt. Zudem sollen mehrere Beschuldigte mit Geldstrafen von bis zu 20.000 Tagessätzen belegt werden. Das Verfahren gilt bereits jetzt zu den umfangreichsten und komplexesten Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Spielmanipulationen im türkischen Fußball der vergangenen Jahre. Ob die Anklage zugelassen wird und wann es zu einem Prozess kommt, wird nun das zuständige Gericht entscheiden.
