Das abschließende EM-Qualifikationsspiel gegen Andorra war für die jungen türkischen Talente, eine geeignete Bühne sich zeigen zu können. Unter anderem feierten die Schalker Ozan Kabak und Ahmed Kutucu ihr Debüt im National-Dress. Doppelpacker Enes Ünal erzielte seine ersten Tore in einem Pflichtspiel für die Türkei.

Das Ergebnis rückte am Ende in den Hintergrund. Am Ende eines beschaulichen Abends im eiskalten Andorra siegte die türkische Nationalmannschaft beim Fußballzwerg mit 2:0. Da die Franzosen im Parallel-Spiel Albanien keine Chance ließen, war der erste Platz in der Quali-Gruppe ohnehin nicht mehr erreichbar. Die Partie gegen Andorra wurde folglich zum Experimentieren genutzt, was Trainer Senol Günes auch umfassend tat. Bereits im Vorfeld sortierte der 65-Jährige neun Spieler aus und schickte sie zu ihren Vereinen zurück. Anstelle deren rückten zahlreiche Talente in die Startelf, die sich teilweise über die volle Spieldistanz Beweisen durften. Ozan Kabak, Ahmed Kutucu sowie Sangaré von Antlayaspor feierten dabei ihr Nationalmannschaftsdebüt. Ozan agierte über die vollen 90 Minuten, Kutucu wurde in der 85. Minute für Kilinc ausgewechselt, der ebenfalls seinen Einstand beim A-Team der Türkei feierte. Gegen ein harmloses Andorra hatte Ozan keinerlei Probleme den Defensiv-Verbund zusammen mit Merih Demiral und Kaan Ayhan zu organisieren. In der Offensive tat sich Kutucu sichtlich schwerer, die von Günes aufgetragene Rolle als offensiver Achter richtig auszuführen. Der 20-Jährige sorgte trotzdem für ein paar schöne Spielszenen mit seinen erfahreneren Nebenleuten Ozan Tufan und Hakan Calhanoglu, der an diesem Abend auch die Kapitänsbinde trug.

Enes Ünal markiert Revier

Der herausragende Akteur in Andorra war jedoch Enes Ünal. Mit einem Doppelpack zum 2:0-Sieg zeigte der von Villarreal an Vallodolid ausgeliehene Angreifer, dass die Zukunft im Türken-Sturm gesichert ist. Besonders der zweite Treffer sorgte für Aufsehen. Zwar war dieser „nur“ ein Elfmeter, doch wie sich der 22-Jährige als Gefoulter selbstbewusst den Ball sicherte und anschließend cool ins linke Eck verwandelte, erstaunte sogar Kapitän Hakan: „Er hat das sehr gut gemacht. Ich freue mich für ihn“, so der an diesem Abend etatmäßige Strafstoß-Schütze.