Mit dem belgischen Aufsteiger Royal Union SG zerbombt Deniz Undav in dieser Saison die nationale Jupiler Pro League. Während der 25-jährige Angreifer aktuell mit einem Vereinswechsel in die Bundesliga in Verbindung gebracht wird, dürfte auch bald die Entscheidung bezüglich der Nationalmannschaft fallen. Der im norddeutschen Achim geborene Deutsche mit türkisch-kurdischen Wurzeln könnte auch für die „Milli Takım“ auflaufen. 

18 Tore und zehn Vorlagen in 24 Spielen – mit dieser Wahnsinnsquote hat Deniz Undav maßgeblichen Anteil am aktuellen Höhenflug von Royal Union SG, die die belgische Jupiler Pro League mächtig aufwirbeln. Der Aufsteiger, zudem Undav bereits zur letztjährigen Zweitligazeit gewechselt war, dominiert seit Saisonbeginn das Geschehen in Belgien, lässt die eigentlichen Spitzenklubs aus Anderlecht, Brügge oder Genk hinter sich und darf völlig legitim vom Meistertitel träumen. Auf Vereinsebene hat sich Deniz Undav spätestens mit der aktuellen Saison ins Rampenlicht gespielt, derzeit wird in der internationalen Presse sogar über einen Wechsel in die Bundesliga (u.a. soll Wolfsburg konkret Interesse haben) spekuliert. Auf nationaler Ebene ist der 25-jährige Stürmer aber noch ein unbeschriebenes Blatt, was nun eine neue Diskussion entfacht. Denn mit seinen türkisch-kurdischen Wurzeln wäre Undav neben der deutschen Nationalmannschaft auf für die Türkei spielberechtigt.

Im Interview mit dem „kicker“ verriet Undav erst vor wenigen Wochen, dass er von einer Karriere in einer europäischen Top-Liga träume, zudem von Spielen im DFB-Trikot. Genau dem will jetzt aber ausgerechnet ein Deutscher zuvorkommen. Türkei-Trainer Stefan Kuntz soll türkischen Medienberichten zufolge intern klar kommuniziert haben, dass alles unternommen werden müsse, dass sich Undav zeitnah für die türkische Nationalmannschaft bekenne. Mit 25 Jahren bewegt sich Undav aktuell im besten Fußball-Alter und wäre sowohl kurz- als auch langfristig eine wertvolle Alternative für die alternden Burak Yılmaz (36) und Serdar Dursun (31), die einzigen beiden echten Neuner im Team von Stefan Kuntz.

Gelingt der nächste Streich nach Ferdi Kadioğlu? 

Um Undav von der „Milli Takım“ zu überzeugen, wo ihm Einsätze sehr wahrscheinlich eher garantiert werden können als bei der deutschen Auswahl, fliegt eine Delegation des türkischen Fußballverbandes demnächst nach Belgien. Für Stefan Kuntz und dessen Verbandskollegium wäre es nicht das erste Tauziehen um einen Spieler: Erst Anfang Januar konnten die Halbmond-Sterne Ferdi Kadioğlu, der auch für die Niederlande hätte spielen können, für sich gewinnen. Dieser war ebenfalls gefragt, hatte habe nicht ansatzweise einen vergleichbaren Hype wie derzeit Undav.

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