Am Sonntagnachmittag steht für den angeschlagenen Rekordmeister vor heimischer Kulisse das nächste Spiel gegen das Tabellenschlusslicht der Liga Hertha BSC an (15:30 Uhr MEZ). Nach der desaströsen zweiten Halbzeit in Mainz wird eine Reaktion von der Mannschaft erwartet. Leistungsbedingt wird FCB-Trainer Thomas Tuchel auf einige Fragezeichen personeller Natur die richtigen Antworten finden müssen.

Während es sportlich aktuell alles andere als rund läuft beim Rekordmeister, wurde die abgelaufene Woche vor allem medial für die Führungsetage einmal mehr ungemütlich. Für die aktuelle Krise wird mittlerweile die Führungsetage um Vorstandschef Oliver Kahn sowie Sportvorstand Hasan Salihamidžić verantwortlich gemacht. Für einen weiteren Paukenschlag sorgten dann Meldungen in der Presse, die ein baldiges Kahn-Aus beim FC Bayern propagierten. Noch ist der „Titan“ im Amt, doch auch seine Position sowie die medialen Nebengeräusche um potentielle Nachfolger sorgen in der ohnehin angespannten Situation nicht unbedingt für Ruhe. Sportlich betrachtet geht man nach dem katastrophalen Auftritt in der zweiten Halbzeit gegen Mainz mit einigen Fragezeichen, allen voran personeller Natur, ins Spiel gegen die Berliner. Dem neuen FCB-Trainer Thomas Tuchel ist diesbezüglich durchaus zuzutrauen, dass letzterer als Reaktion auf die Niederlage in Mainz einige Wechsel in der Startelf vornehmen wird.

Müller, Goretzka und Co. als Bankdrücker?

Geht man nach den gezeigten Leistungen der vergangenen Wochen, so müssen beim Rekordmeister auch die Leistungsträger der vergangenen Jahre hinterfragt werden. In diesem Zusammenhang fällt die fehlende Form von Goretzka in den letzten Spielen auf, weshalb der Nationalspieler nicht die erhofften Impulse in seinem Spiel zeigen kann. Ähnlich verhält es sich mit Bayern-Urgestein Müller, der in beiden CL-Spielen gegen Man City nur von der Bank kam, und dann bei seinem Startelf-Einsatz gegen Mainz einen rabenschwarzen Nachmittag erlebte. Auch ungewohnt für viele war die Leistung und daraus resultierende Auswechslung von Kimmich, der aktuell seiner Bestform hinterherrennt. Dem sportlich angeschlagenen Trio könnte gegen Hertha BSC die Bank drohen. Mit Gravenberch und Tel hätte Tuchel zwei motivierte junge Spieler in der Hinterhand, die gegen das Tabellenschlusslicht auch eine Chance von Beginn an verdient hätten. Zumindest bei Tel ist ein Einsatz von Beginn an möglich, zumal Choupo-Moting aufgrund einer Knieverletzung weiterhin fehlen wird.

Sommer oder Ulreich im Tor?

Auch der zuletzt immer wieder kritisierte Bayern-Neuzugang im Tor Yann Sommer wurde in den vergangenen Spielen medial sehr hart angegangen. Die Presse ging derweil schon so weit, dass der Schweizer Nationaltorwart für den Saison-Endspurt den Platz im Tor räumen sollte und stattdessen Ulreich wieder ins Tor zurückkehrt. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll Tuchel allerdings keinen Wechsel im Tor planen. Trotz der zuletzt immer wieder schwankenden Leistungen soll Sommer auch in den verbleibenden Spielen das Vertrauen bekommen. Seine Gesamtsituation über die Saison hinaus bleibt allerdings weiterhin offen. Bei einer Neuer-Rückkehr spricht aktuell Vieles dafür, dass Sommer wieder ins zweite Glied rückt. Letzteres könnte dann durchaus dazu führen, dass man sich nach nur einer Saison wieder trennt.

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